Workcamp in Germany
Medienwerkstatt Wolfsburg 2011
von Lukasz Pilat aus Polen
Ich bin am 23. Juli aus Wolfsburg zurückgekommen. Dort habe ich die wunderbare Zeit während des Mediaworkcamps verbracht. Unsere Aufgabe bestand darin, die Filme zu drehen, deren Hauptthema von den Teilnehmern – nach dem Gespräch mit dem Medialehrer - bestimmt worden ist. Auf diese Art und Weise standen uns drei Themen zur Auswahl – jeder konnte sich die Zeit damit vertreiben was ihm am besten gepasst hat.
Unser internationales Team wurde in drei weitere Gruppen verteilt – eine von ihnen hat sich in dem Film zum Thema Frauen-Weltmeisterschaften geäußert, die übrigen haben sich den Themen “Romantischer Garten” und Volkswagen im Wandel der Zeit gewidmet. (Dabei muss man erwähnen, dass Wolfsburg grundsätzlich wegen des VW-Werk entstanden hat – die primäre Aufgabe war Konzipierung eines für jedermann erschwinglichen PKWs).
Mein Gastland, Deutschland finde ich vor allen Dingen sehr offen – fast alle Stadteinwohner, die wir während unseres Aufenhalts getroffen haben, haben unsere Initiative begrüßt. Die Möglichkeit des TV-Auftritts war bei jung und alt sehr beliebt! Mich persönlich hat das einzigartige Ambiente der Stadt Wolfsburg beeindruckt. Warum denn so? Dank der lieben Bemühungen der Stadtverwaltung ist es völlig gelungen, zwei Aspekte – die Schlüsselrolle der Stadt als ein Industriestandort und als eine moderne Stadt mit vielen Grünanlagen unter einen Hut zu bringen. Auffallend für mich war die Tatsache, dass es dort von den Kaninchen gewimmelt hat. Obwohl die Bevölkerungszahl von Wolfsburg nur ca. 120 000 betrifft, die Stadt kann schon mit dem Schloss, Phaneo (Experimentierlandschaft), Autostadt, Automuseum prahlen. Wer aller diesen Highlights schon überdrüssig ist, soll seine Ruhe am Allersee in der herrlichen Umgebung der Natur finden. Klingt das wie eine Werbung? Mag ja sein, aber so sieht es aus.
Wenn es um die Unterkunft geht, da haben wir in dem Freizeitheim Westhagen gewohnt. Alles, war wir für den Alltag gebraucht haben, stand zur unseren Verfügung. Von mir aus war es auch wichtig, dass wir das Recht darauf hatten, fast alles selbst zu entscheiden – was wir nachmittags machen, mittags kochen und wie wir unsere Zeit gestalten um die Sendung rechtzeitig bereitzumachen. Da wir auch für die Einkäufe verantwortlich waren, haben wir den sinnvollen Umgang mit Geld gelernt – wir haben eine bestimmte Geldsumme von einem der Gruppenleiter bekommen und mussten dafür die entsprechenden Zutaten kaufen. Es bedeutet aber keineswegs, dass wir mit den Pflichten belastet waren, nein – ganz im Gegenteil. Auch diejenigen, die sich normalerweise zu Hause von den Hausarbeiten fernhalten, haben mit Vergnügen Hilfe geleistet.
Bemerkenswert ist auch, dass alle Teilnehmer auf Anhieb gleich motiviert waren – bei uns war die Integration gro?geschrieben – man hat die Einzigartigkeit der anderen Kulturen in jeder Hinsicht respektiert und Rücksicht darauf genommen. Das Lustigste am Workcamp war aber das Erlernen der anderen Sprachen – die meisten Menschen fanden meine Muttersprache, Polnisch sehr kompliziert, wollten aber den Grundwortschatz beherrschen – zumindest für die ‘lustige’ Aussprache. Au?erdem haben wir abends die Lieder gesungen, deren Bedeutung bis heute ein sü?es Geheimnis bleibt ;) Persönlich habe ich auch von dem Aufenthalt insbesondere sprachlich sehr profitiert – ich habe möglichst viel Deutsch gesprochen und meine Aussprache verbessert – als wir in unserer Gruppe Interviews gemacht haben, dann konnten wir hautnah erfahren wie offen die Wolfsburger Gesellschaft uns gegenüber war – jede Altersgruppe hatte was zum Erzählen – fast niemand hatte Lampenfieber!
Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich mit dem Workcamp, an dem ich teilgenommen habe sehr zufrieden bin – das Einzige, was ich daran verändern bzw. nachbessern würde, ist die Länge – wenn es länger dauern würde, da könnten wir uns Zeit nehmen und auf diese Art und Weise unsere Konzepte noch einmal überlegen. Außerdem bevorzuge ich z.B. ein dreiwöchiges Workcamp aus ganz persönlichen Gründen – ich habe (so wie wahrscheinlich alle anderen Teilnehmer an das ganze Workcampleben mit sämtlichen Bereichen eingeleibt und so fiel es mir sehr schwer, mich von den Freunden zu verabschieden).