Deutscher Preis für Denkmalschutz 2008 für Feature zu ijgd-Jugendbauhütte
Am 19.11.2008 wurde in der Sendung Kulturtermin ab 19:04 bis 19:30 Uhr das Feature von Frauke Thiele "Ein Jahr für die Denkmalpflege - Die Jugendbauhütte Brandenburg-Berlin" ausgestrahlt. Thiele erhielt für ihr Feature den Deutschen Preis für Denkmalschutz 2008.
Hier eine Kurzfassung des Beitrags:
"Denkmalpflege an sich ist eine Berufung: Das muss man lernen. Schmecken – hören – fühlen! Ich muss den Lehm kneten, muss mit den Füßen darin herumstampfen, muss den Pinsel in die Hand nehmen. Ich muss wissen, wie schwierig das ist, um es wirklich schätzen zu können, was meine Vorfahren mit sehr primitiven Mitteln geschaffen haben."
Bernd Henning, Leiter der Jugendbauhütte Brandenburg-Berlin
Wenn man im Bereich Denkmalpflege arbeitet, muss man ein wahrer Überzeugungstäter sein: Da ist zum einen die Freude an der handwerklichen Tätigkeit, zum anderen der große Respekt für die Bauwerke, Skulpturen oder auch Wandmalereien, die lange vor unserer Zeit geschaffen wurden. Außerdem braucht man einen genauen Blick und die nötige Geduld für akribische Feinarbeit. Alles Dinge, die jungen Leuten in den sogenannten Jugendbauhütten nahe gebracht werden.
So auch Johannes Buchmann, der ein Jahr lang in einer Kunstglaserei in Berlin-Pankow gearbeitet hat, in einem Betrieb, der sich vor allem um die Restaurierung von historischen Kirchenfenstern kümmert. Oder Julia Moldenhawer, die sich in der Skulpturensammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam darum gekümmert hat, Originalskulpturen vom Neuen Palais aufzuspüren, die zuvor unbeachtet in verschiedenen Depots lagerten. Der KULTURTERMIN fragt Julia und Johannes nach der Faszination ihrer Arbeit.
Das Herzstück der Jugendbauhütten aber sind die Seminarwochen. Hier lernen, arbeiten und wohnen die jungen Denkmalpfleger zusammen, wie in den mittelalterlichen Bauhütten, wo Handwerker der verschiedenen Zünfte für eine bestimmte Zeit zusammen kamen, um gemeinsam zu arbeiten und auch zu leben. Die Jugendbauhütte Brandenburg-Berlin hat ihr eigenes Seminarzentrum auf dem Gelände des Klosterstifts zum Heiligen Grabe, in der Prignitz, im nördlichsten Brandenburg gelegen.
Der KULTURTERMIN begleitet die Freiwilligen auch dorthin, sieht zu, wie sie von erfahrenen Handwerksmeistern die Grundlagen unterschiedlicher Baustile erlernen, wie sie Wände mit Lehm verputzen oder einfach nur nach alter Art mit Kalkfarbestreichen. Dabei kommt es immer wieder auch zu Spannungen zwischen den erfahrenen Handwerkern mit ganz genauen Vorstellungen auf der einen Seite und den Jugendlichen mit dem Drang sich auszuprobieren auf der anderen Seite. Das Miteinander in der Jugendbauhütte soll eben nicht nur fachlich weiterbilden, sondern auch im sozialen Bereich schulen. Die Idee eines Freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege, angelehnt an das Freiwillige Soziale Jahr, ist vor fast zehn Jahren entstanden.