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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Teenage-Camp in Estland

Estnischer Mandelverkaufsstand
Vorbereitung des "German national day"
Am Strand bei 18°C
Unser Haus in Suurupe mit einem sehr großen Garten
Meine Spanischcampgruppe (v. links) Carolin (Fr), Elisa (Fr), Ich, Elisa (Esp), Vadim (Est), Antonella (Gr)

Language Camp Down Town Spanish 2008

von Elly Gersdorf

 

Zuerst wusste ich garnicht was auf mich zukommen würde.

Ich wollte diesen Sommer einfach mal „wegvonzuhause“ - ein neues Land entdecken und mit neuen Leuten Spaß haben. Deswegen habe ich mich für Estland entschieden – für ein „Teenage-languagecamp“ in Tallinn, die Campsprache sollte Spanisch bzw. Englisch sein. Wohnen würde ich in einer Gastfamilie in Tallinn, das Camp findet in einer estnischen Sprachschule im Zentrum statt. Neben dem eigentlichen Ziel Spanisch zu lernen sollten wir Campteilnehmer estnischen Jugendlichen das moderne, europäische Leben zeigen und sie „integrieren“.

 

Am 13.Juli ging es dann endlich los. Mit ca. 2kg deutschen Süßigkeiten im Gepäck – wir wurden gebeten typische Speisen, Musik, Spiele, Broschüren unseres jeweiligen Landes mitzubringen- flog ich also nach Tallinn wo ich schließlich von der Campleiterin abgeholt wurde. Angekommen in der Schule traf ich erstmal meine Gastfamilie, die Gastschwester, welche 14 Jahre alt war und sehr schlecht Englisch und Französisch konnte, und ihre Großeltern welche ein paar Brocken deutsch konnten, waren sehr nett und herzlich. Dann erfuhr ich auch, dass ich mir mit einer Französin ein Zimmer teilen würde- was aber kein Problem war, da sie super nett war. Mit der Zeit konnten wir uns auch irgendwie mit den Gasteltern verständigen, nach ein paar Tagen konnten wir schließlich die wichtigsten Worte russisch sagen.

 

Das Haus meiner Gastfamilie lag sehr ruhig 1km vom Meer entfernt, bis nach Tallinn waren es 20 km- wofür wir leider 50 Minuten brauchten, da es sehr viele Baustellen und viel Verkehr in Tallinn gibt. Die Stadt Tallinn ist sehr vielseitig, manches erinnert an die russische Besatzungszeit (Betonbauten z.B.), manche Gebäude der Stadt sind topmodern und eher amerikanisch gebaut (Shoppingmalls,etc.), doch in manchen Ecken der Stadt konnte man auch noch die „wahre estnische Kultur“ sehen.

Am nächsten Morgen in der Sprachschule kam es zum ersten Zusammentreffen aller Campteilnehmer- die Atmosphäre war locker und sofort lernte man sich kennen. Enttäuschend war allerdings, dass in meinem Camp außer mir nur 3 (von ursprünglich geplanten 16!)  Teilnehmern waren- im Germancamp waren es nur 2 Teilnehmer. Im Französischcamp waren es immerhin 12. Die meisten Campteilnehmer kamen aus Frankreich(9) und aus Estland (8). Eine Polin und ich mussten uns also zwischen den russisch und französisch sprechenden Teilnehmern zurechtfinden- doch sehr schnell haben wir begonnen uns mit den anderen zu unterhalten. Zudem hatten wir pro Camp noch 2-3 Campführer( über 18 Jahre), aus Frankreich, Singapur, Deutschland, Ungarn, Spanien und Griechenland. Alle 3 Camps haben den gleichen Ablauf. Am Vormittag haben wir in unseren eigenen Camps meistens über verschiedene Themen geredet (z.B. unsere Länder, Globalisierung), am Nachmittag haben wir mit den anderen Camps zusammen Ausflüge oder Rallies durch Tallinn gemacht. Nach dem Camp (ca. 17h) sind wir oft an den Strand gegangen oder waren in Tallinn shoppen. Zum Mittagessen sind wir in eine Kantine gegangen, die Meisten haben aber eher Obst bevorzugt, da das Essen sehr gewöhnungsbedürftig und einseitig war. Doch zum Glück gab es auch die estnische Schokolade Kalev, die sehr lecker und preiswert ist. Estland ist ein sehr vielseitiges Land, es gibt sehr viele (estnische) Russen, mit denen ich die meiste Zeit verbracht habe. Sie sind sehr gastfreundlich- jedoch ist die Kultur sehr anders. Obwohl nicht alles perfekt war, haben sich die Esten viel Mühe gegeben und waren immer freundlich. In den letzten 3 Tagen hatten wir bei uns in der Gastfamilie kein Wasser im Dorf- also haben wir im Meer gebadet und uns in der Schule die Zähne geputzt – das ging schon irgendwie..

Als Fazit muss ich sagen, dass sich diese Erfahrung auf jeden Fall gelohnt hat. Es war toll die estnische/russische Kultur kennenzulernen, die Leute im Camp, zu denen ich immer noch sehr viel Kontakt habe, waren super nett und mein Spanisch hat sich auch verbessert. (Den Sprachkurs in russisch/kyrillisch gab es natürlich gratis dazu ;) Ich werde auf jeden Fall wieder ein Workcamp machen- voraussichtlich werde ich auch ein paar estnische Campteilnehmer wieder besuchen.

 

Wenn ihr Fragen habt könnt ihr mir jeder Zeit schreiben!

Viele Grüße, Elisabeth.