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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Eine Reise voller Glück

Ich erinnere mich genau an den ersten Tag. Es war ein seltsames Gefühl. Am Bahnhof stand ich. Voller Neugierde, Vorfreude, Unsicherheit. Nach dreizehn Jahren würde ich nicht zurückkehren ins kleinstädtische Gymnasium, sondern etwas Eigenes, Neues starten. Vor mir lag mein FSJ in der pulsierenden Großstadt.

 

Nun bin ich schon fast ein Jahr „unterwegs“ und bereue keinen einzigen Tag. Klar, die alles erfüllende Euphorie der ersten Wochen wurde kleiner mit der Zeit und das Neue, Berauschende zum Alltäglichen. Doch jeden Tag lerne ich dazu, nehme Anteil an menschlichem Schicksal, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es auf solch bewegende Weise neben meinem noch so jungen Leben stattfindet. An Lebenserfahrung hat mich dieses Jahr schon mehr gelehrt als mein gesamtes schulisches Leben. Und ich lerne nach wie vor. Bin bemüht alles mitzunehmen, was sich mir in diesem aufregenden Jahr bietet.

 

Die Arbeit mit Kindern ist für mich eine gänzlich neue Erfahrung. Und ich sehe wie ich durch die Augen der Kinder noch mal eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge entwickeln kann.

Auch der Kontakt zu Kollegen, zur Chefin und zu meiner Anleiterin ist herzlich und familiär. Vom ersten tag an fühlte ich mich aufgenommen und gut integriert. Natürlich tauchten auch kleinere und größere Konfliktsituationen auf, doch diese konnten wir gut miteinander bereden und sie brachten uns in der Zusammenarbeit näher und weiter.

 

Jeder Tag hält neue Herausforderungen bereit und gibt mir die Möglichkeit, an ihnen zu wachsen. Als FSJ’lerin in meiner Einsatzstelle habe ich zahlreiche Tätigkeitsfelder und viele Möglichkeiten meine eigenen Ideen zu verwirklichen. Im Kontakt mit den Kindern motiviere und tröste ich, schlage Spielideen vor und biete Lösungswege in Konfliktsituationen an. Bei Spaziergängen, beim Toben auf dem Spielplatz, beim Singen und Tanzen ist die gute Laune der Kinder oft ansteckend. In der Kreativen Arbeit mit verschiedenen Materialien oder in der Einzelbetreuung kann ich gut eigenen Ideen umsetzen. Auch an der Planung von Projekten (wie zum Beispiel dem Projekt der Farb-Wochen in der Kleinkindgruppe) bin ich aktiv mitbeteiligt und integriert. Mir wurde sogar die Möglichkeit gegeben eigene Projekte nach eigenen Vorstellungen zu realisieren, so gründete ich mit unserer zweiten FSJ’lerin  eine Musikgruppe, die wir nun zusammen „managen“.

Die allwöchentlichen Teamsitzungen und die einmal im Monat stattfindende Supervision geben Platz zum Austauschen und zu expliziten Fallbesprechungen. Viel habe ich in der FSJ-Zeit von meinen Kollegen gelernt und der Austausch ist stetig, intensiv und auch persönlich erfüllend.

 

Im Kontakt zu anderen Freiwilligen der ijgd auf den Seminarfahrten sind gute und außergewöhnlich schöne Freundschaften entstanden. Auf den begleitenden Seminaren konnte ich andere Tätigkeitsbereiche des FSJ kennenlernen, mich mit spannenden Themen auseinandersetzen und mich jede Menge persönlich in die Gestaltung der Seminare einbringen. Die Seminarleitung von ijgd hat mich und die anderen Freiwilligen meiner Gruppe dabei sehr gut unterstützt.

 

Ich genieße dieses Jahr in vollen Zügen. Es prägt mich wie bisher noch keine andere Erfahrung in meinem Leben. Ich bin mir darüber bewusst, dass ich so ein schönes Jahr in dieser Art und Weise nicht noch einmal erlebe. Ich bin sehr glücklich über all die wunderbaren, erlebten Augenblicke und freue mich nun auf die Zukunft und das Studium und all das Neue, was mich nun in der Nach-FSJ-Zeit erwartet.