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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp in Finnland

Unsere Freiwilligentruppe vor malerischer Finnlandkulisse
Unsere Unterkunft in der ersten Woche
Strand in Padasjoki
Eveningsnack im Kindercamp
Järvi ja metsä (See und Wald) – von beidem gibt es sehr viel in Finnland

"TaigaMetsä 2010" oder "Finland isn’t cold enough!"

von Carmina Bartschies  
 

"Finland isn’t cold enough!" So lautete stets die „Beschwerde“ des türkischen Freiwilligen, wenn unsere Workcamp-Gruppe mal wieder von einem Lokalblatt interviewt wurde. Tatsächlich hörten wir auch von finnischer Seite häufiger, dass dieser Sommer (2010) untypisch warm und trocken sei. Jedoch nennt man Finnland nicht umsonst das „Land der tausend Seen“, sodass wir oft die Möglichkeit hatten uns abzukühlen (auch nachdem wir uns vorher nochmal zusätzlich in der Sauna aufgeheizt hatten).

Aber nun zum eigentlichen Teil dieses Berichts:
Schon im Jahr zuvor hatte ich an einem Workcamp in Frankreich teilgenommen und es war für mich klar, dass ich mir für diesem Sommer wieder ein Projekt suchen würde. Ich wollte gerne nach Skandinavien gehen und fand schon bald ein Projekt in Finnland, das mich sehr interessierte. Es war ein CULT-Workcamp, das an zwei unterschiedlichen Orten stattfinden und verschiedene Aufgabenbereiche beinhalten würde. Was mir außerdem zusagte war, dass es sich um eine überschaubare Gruppe von insgesamt zehn Freiwilligen handeln würde.

Die anderen Teilnehmer kamen aus Südkorea, Frankreich, der Ukraine, der Türkei, Taiwan – ich war die einzige Deutsche. Außerdem hatten wir eine tolle Campbetreuerin aus Finnland dabei. Die erste Woche verbrachten wir in einem kleinen Dorf, Koirakivi, etwa 200 km von Helsinki entfernt, wo wir in einem Gemeindetreffhaus untergebracht waren. <//span>Auf dem gleichen Gelände befand sich das Sommertheater (eine kleine Open-Air-Bühne plus überdachten Sitzreihen für die Zuschauer), welches unser Arbeitsplatz für die erste Woche war. Im Allgemein halfen wir das Theater für die kommenden Vorstellungen vorzubereiten; die Arbeit war sehr abwechslungsreich: Im Besonderen bestanden unsere Aufgaben darin, verschiedene Streicharbeiten (Bühne, Toilettenhäuschen) zu erledigen, Ordung in den Kostümfundus zu bringen und Sand in Schubkarren hin und her zu schaffen, außerdem mussten immer zwei oder drei von unserer Gruppe in der Küche helfen und es fielen auch hin und wieder noch andere Aufräum- und Reinigungsarbeiten an. Täglich kamen Leute aus der Umgebung vorbei, um uns kennenzulernen oder um bei der Arbeit zu helfen. Es gab auch ein paar finnische Jugendliche aus der Gegend, mit denen wir in unserer Freizeit viel unternahmen. Von denen waren auch manche Schauspieler in dem diesjährigen Stück. Aber nicht nur Jugendliche standen auf der Bühne, das Ensemble bestand aus Finnen unterschiedlicher Alterstufen und es waren alles durchweg Hobby-Akteure.

Häufig bekamen wir die Proben mit und die offiziellen Vorstellungen durften wir auch besuchen. Da die Bühnensprache natürlich Finnisch war, bekamen wir den ein oder anderen Witz nicht mit, aber den groben Inhalt konnte man schon verstehen. Außerdem war live gespielte Musik, finnischer Folk aus den 50ern, wesentlicher Bestandteil des Stückes und es wurde auch viel getanzt.

In unserer Freizeit unternahmen wir mehrere Ausflüge zu Städtchen in der weiteren Umgebung, wurden von einer finnischen Familie zum Saunen eingeladen, von einer anderen zum Fußball gucken und Pfannkuchen essen und fuhren an den ein oder anderen Badesee. Außerdem lernten wir ein typisches finnisches Spiel, Mölkky, was im Ansatz dem Kegelspiel ähnelt, ihm aber in der Umsetzung und den Regeln nicht wirklich gleicht. Viele finnische Haushalte besitzen ein Gästebuch, in welches sie uns Freiwillige gerne hineinschreiben ließen, erst in der jeweils eigenen Sprache und anschließend die englische Übersetzung.

Anfang der zweiten Woche kamen wir, nach etwa anderthalb Stunden Fahrt in einem Bus voll mit finnischen Kindern, im Kindercamp TaigaMetsä in Padasjoki an. Während die Kinder und ihre Betreuer in Zelten auf dem weitläufigen Gelände unterbracht waren, standen uns zwei Zimmer mit jeweils acht Doppelstockbetten zur Verfügung.

Im Kindercamp bestand unsere Hauptaufgabe darin, zu den Mahlzeiten das Essen auszuteilen und anschließend den Abwasch zu überwachen. Wir nahmen aber auch an Workshops und Aktionen innerhalb des Camps zusammen mit den Kindern teil und halfen bei Spielen.

Das Kindercamp endete bereits einen Tag vor unserem Workcamp. Da wir deswegen nichts mehr zu tun gehabt hätten, war es möglich, dass wir als ganze Gruppe auch schon früher nach Helsinki aufbrachen, um dort noch eine gemeinsame Nacht zu verbringen. Das war wirklich super! Ich selbst hatte sowieso geplant noch zwei Tage nach dem Workcamp in der finnischen Hauptstadt zu verweilen und auch ein paar meiner „Mitworkcamper“ blieben noch länger.

Dieser Sommer in Finnland war einer der besten meines bisherigen Lebens! Zum Einen lag das an genau diesem Workcamp mit genau diesen Menschen, aber auch an dem Land an sich, der Kultur und den Menschen dort. Deswegen kann ich nichts anderes tun, als den Lesern dieses Textes zu empfehlen mal die Reise in den Norden zu wagen! Unbedingt rate ich auch dazu ein paar mehr Tage vor oder nach dem Workcamp einzuplanen, um diese beispielsweise in der finnischen Hauptstadt zu verbringen.