Ein Jahr für sich und andere
170 Jugendliche starteten am 1. September in Berlin ihr FSJ im Zirkus Cabuwazi
Ute Gringmuth/Sylva Ullmann
Spannung lag am 1. September im Zirkus Cabuwazi in Kreuzberg in der Luft. Doch das Publikum waren nicht wie üblich Kinder, sondern 170 junge Menschen. Sie begingen den feierlichen Auftakt eines neuen Lebensabschnittes – den Auftakt des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Aus allen Bezirken Berlins und von außerhalb kamen sie zusammen. Es war die zweite Veranstaltung dieser Art in Berlin - diesmal waren auch die Freiwilligen dabei, die ihren Dienst ein Jahr im Ausland tun.
Von den ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erhielten die Neulinge die Staffelstäbe für das FSJ überreicht. Die Ehemaligen berichteten eindrücklich und engagiert von den zahlreichen Erfahrungen in ihrem FSJ, zeigten Filme und Bilder über ihre Erlebnisse und begleiteten die Neulinge mit guten Wünschen und Ratschlägen. Ein bisschen Wehmut schwang mit, denn für die meisten war dies ein wichtiger Abschnitt in ihrem Leben. Neben dem Engagement für andere, war dies ein Orientierungsjahr. "Das Jahr ist das, was man selbst daraus macht", sagte eine Teilnehmerin, die ein Jahr in Italien war.
130 der jungen Frauen und Männer, die am 1. September im Zirkuszelt zusammenkamen, sind nun in sozialen Einrichtungen in Berlin eingesetzt – z.B. in Krippen, Kindertagesstätten, Freien Schulen, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen. 40 weitere entschieden sich dafür, ein Jahr ins Ausland zu gehen. Sie fuhren von der Auftaktveranstaltung direkt zu den Vorbereitungsseminaren und reisten eine Woche später nach Italien, Israel und Japan aus, um dort ihr FSJ abzuleisten.
Bei herrlichem Sonnenschein verbrachten alle gemeinsam auf dem Zirkusvorplatz die Mittagspause. Live bekocht wurden sie von der Berliner "Fahrenden Gerüchteküche" – ganz im ijgd-Stil nämlich regional, biologisch und vegan. Die Freiwilligen konnten gleich am ersten Tag ein Bild von ijgd bekommen und von dem, was sie im nächsten Jahr zumindest bei den Seminaren erwartet. Einige der Jugendlichen waren nämlich angehalten, sich beim Gemüseputzen und Kartoffelschälen zu beteiligen.
Am Nachmittag wurde es dann ruhiger - in den einzelnen Seminargruppen lernten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer näher kennen.

