Workcamp in Frankreich

- Am Strand von Leffrinckoucke

- Eines unserer Zelte

- das ist unsere "neue Familie"

- Kartenspielen bei Regen

- vor unserer Arbeitsstätte
Lefrinckoucke 2011
von Amelia Lösch
13 Freiwillige aus Spanien, Polen, Ukraine, Russland, Türkei, Südkorea, Japan, Kanada, Deutschland und ein französischer Campleader – das war unsere Gruppe, die sich gemeinsam in das Abenteuer Workcamp aufgemacht hatte.
Wo? Im hohen Norden Frankreichs, im Nord-Pas de Calais, der Region, die durch den Film „Willkommen bei den Sch’tis“ so berühmt geworden ist. (An dieser Stelle sei erwähnt: Ja, die Klischees über das Wetter stimmen! Es hat in der ersten Woche täglich geregnet. Dafür hatten wir anschließend das beste Wetter von ganz Frankreich!)
Unser Camp, das waren drei Zelte, eine Küche und die Umkleidekabinen und Duschen auf dem Fußballplatz von Leffrinckoucke, wo wir gemeinsam diese drei Wochen im Juli verbrachten.
Morgens hieß es für 3 ½ Stunden arbeiten. Im Fort des Dunes, einer Festung aus dem 19. Jahrhundert, haben wir kleine Bäume und Gebüsch abgeschnitten, Maurerarbeiten erledigt, einen Torbogen von Erde befreit und eine Treppe ausgegraben. Dabei wurden wir sogar vom regionalen französischen Fernsehen besucht und gefilmt!
Nachmittags hatten wir Freizeit, die wir ganz unterschiedlich verbrachten: Bowling, Schwimmen, Kino, Schlittschuhlaufen, Festivalbesuch, Sandburgenwettbewerb (leider haben wir verloren!), Fahrten ins nahegelegene Belgien, Besichtigung von Dünkirchen und Bergues. Und natürlich waren wir oft am Strand, der hier in Leffrinckoucke ganz besonders reizvoll ist. Überall liegen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg (die Festung von Leffrinckoucke war Teil der Operation Dynamo, der Evakuierung der Alliierten von Dünkirchen 1940), was dem Ort eine besondere Stimmung verleiht.
Jeden Abend haben wir gefeiert oder saßen einfach nur gemütlich draußen zusammen, manchmal mit Lagerfeuer, und haben erzählt. Denn es gab so viel zu erzählen! Jeder hatte seine eigene(n) Geschichte(n) und alle waren bereit, sie zu teilen.
Und an den langen Regentagen saßen wir gemütlich in unserer Küche, haben uns nachts asiatische Instantnudeln gemacht (ich weiß nicht, wie viele Packungen wir davon hatten!) und neue Kartenspiele aus aller Herren Länder gelernt.
Natürlich war auch das Kochen ein riesiges Abenteuer, aber irgendwie haben wir es dann doch immer geschafft, etwas Essbares zusammenzurühren!
Diese drei Wochen im hohen Norden Frankreichs waren einfach viel zu schnell vorbei und der Abschied von unserer neuen „Familie“ ist uns allen furchtbar schwer gefallen. Ich würde sofort und jederzeit wieder dorthin zurückkehren!