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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp in Frankreich 2008

St. Julien en St. Alban

von Jennifer Stöver

 

Wenn mich jetzt jemand, kurz nach Ende meines dreiwöchigen Workcamps in Frankreich, fragt, „und, wie war’s denn nun?“, dann bleibe ich erst einmal stumm, denn es ist einfach unmöglich, all die Erlebnisse und Erfahrungen in zwei oder drei Sätzen zusammenzufassen.

 

Als ich mich vor gut einem Monat zusammen mit meiner Freundin Katrin mit dem Bus auf den Weg machte, hatte ich absolut keine Ahnung was mich erwartet und ob es nicht vielleicht doch die bessere Idee gewesen wäre, einfach für zwei Wochen in die Sonne zu fliegen. Dementsprechend war ich auch ziemlich aufgeregt, als wir beide am Meeting point auf die Ankunft der anderen Campteilnehmer gewartet haben. Doch als wir dann von unserem Campleader Charles-Henri aus Frankreich herzlich in die Arme geschlossen wurden, hatte ich gleich das Gefühl zu Hause zu sein. Nach und nach trudelten dann auch die anderen Volunteers ein: Carmen und Isabel aus Spanien, Roland aus Frankreich, Yunus aus der Türkei, Marija und Milica aus Serbien, Hang-Kyeoung aus Südkorea und Rafael aus Mexiko. Zusammen mit uns beiden Deutschen waren wir dann eine bunt gemischte Gruppe von 11 Leuten aus 6 Nationen, im Alter von 17 bis 29 Jahren, die sich von Anfang an bestens verstand. Die Fahrt zum Camp war von der Organisation organisiert, sodass wir dann auch schnell unser Zuhause-auf-Zeit kennen lernten. Wir waren in dem Gemeindehaus des Ortes untergebracht, indem sich eine Küche, ein großer Tisch und zwei Stehklos befanden. Geschlafen wurde auf Schaumstoffmatten auf dem Boden und die Duschen waren einige hundert Meter weiter auf dem Sportplatz. Nicht gerade luxuriös, aber diese kleinen Unannehmlichkeiten wurden durch die Herzlichkeit der Einwohner, die uns Tag für Tag mit selbst gemachtem Kuchen oder Früchten verwöhnt haben, die Schönheit der Landschaft und das tolle Wetter mit blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und über 30°C jeden Tag, wettgemacht.

Am Montag stießen dann noch Misun und Gi-Hong, beide aus Südkorea, zu uns und machten die Gruppe komplett. Zusammen lernten wir dann unsere Arbeit für die nächsten drei Wochen kennen. Diese bestand daraus, von montags bis freitags je vier Stunden lang eine 70m lange Steinmauer zu restaurieren. Nicht gerade einfach und die neu gewonnen Muskeln in meinen Oberarmen bezeugen, dass wir einiges leisten mussten, aber man arbeitet gerne, da man dadurch den Einwohnern etwas von ihrer Hilfe zurückgeben kann und unser Jubel, nachdem wir es geschafft hatten, war unbeschreiblich.

Neben der Arbeit war natürlich noch genügend Zeit sich mit den anderen Volunteers auszutauschen und so beherrsche ich nun etwas Spanisch und sogar einige Brocken Koreanisch. Auch für ein buntes Freizeitprogramm war gesorgt und so verbrachten wir die Nachmittage unter anderem mit Wanderungen, Schwimmen im Pool und im Fluss, Besuchen umliegender Städte, Klettern im Hochseilgarten, Kanu fahren, Konzert- und Diskobesuchen.

Schnell waren so die drei Woche vorbei und am letzten Tag wurden dann noch fleißig Adressen ausgetauscht und Pläne für baldige Treffen gemacht.

Insgesamt kann ich also jedem, der bereit ist für eine tolle Zeit und wertvolle Erfahrungen auch ein paar Einschränkungen in Kauf zu nehmen, nur empfehlen sich für ein Workcamp anzumelden. Man hat endlich einmal die Gelegenheit seine mühsam erlernten Sprachen zu nutzen, man lernt viel über andere Länder und Kulturen, über das Zusammenleben mit anderen Menschen und nicht zuletzt auch über sich selbst. Und man hat die Möglichkeit, Leute aus aller Welt kennen zu lernen, was eine enorme Bereicherung ist.