Workcamp in Großbritannien
Fairplay 2 Botley, England 2009
von Sabine Kasparek
Egal, mit welchen Erwartungen man zu diesem Workcamp gereist ist, man konnte sich vor neuen Eindrücken kaum noch retten!
Als ich schwer bepackt am Bahnhof in Botley ankam, erwartete mich eine absolut bunt zusammengewürfelte Gruppe aus 28 erwartungsfreudigen Volunteers aus der ganzen Welt. Unser Koordinator entpuppte sich als deutscher Student und nach einem kurzen Fußmarsch waren wir auch schon am Ort des 2-wöchigen Geschehens angelangt.
Koffer auspacken, erstes offizielles Meeting…
Untergebracht wurden wir alle in 2 und 6 Bettzimmern auf dem gleichen Stockwerk. Duschen, Toiletten und die Teeküche bestehend aus Kühlschrank, Wasserkocher und Tassen teilte man sich ebenso wie einen Tisch mit fünf Stühlen auf dem Gang. Das etwas gewöhnungsbedürftige Essen nahm man gemeinsam im Speisesaal zu sich. Für (Un-) Ordnung und Sauberkeit auf den Zimmern und auf dem als Gemeinschaftsraum genutzten Gang war jeder selbst verantwortlich. Es war ein bisschen wie früher auf Klassenfahrt nur mit bis dato unbekannten jungen Menschen im Alter von18 bis 29, die aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, Griechenland, Tschechien, Polen, der Türkei, Korea und Japan kamen.
Gelände erkundschaften, mit den
Engländern arbeiten…
Auf dem Gelände wo wir auch wohnten gab es u.a. einen Golfplatz und eine „nursery“ in der Kleinkinder schon ab einem Alter von sechs Monaten betreut wurden. Das restliche Areal wurde voll und ganz von unserem Fairplay 2-Projekt genutzt. Unser Workcamp stellte sich als eine Art Ferienprogramm heraus an dem Kinder aus dem dortigen Bezirk eine oder mehrere Wochen teilnehmen konnten. Dazu reisten sie jeden Morgen an und fuhren am Nachmittag wieder nach Hause. Einmal pro Woche konnten die Kinder auf dem Gelände im Rahmen eines „sleepovers“ mit großem „campfire“ auch zelten. Das ziemlich große Gelände war übersät mit “activity“-Stationen an denen je nach Altersklasse der Gruppe und unter Anleitung durch die jeweiligen „instructors“ geklettert, abgeseilt, gebastelt, gebaut, geknotet, gesucht, gerutscht, geschossen oder gepaddelt wurde. Unsere Aufgabe als Volunteers bestand nun darin, den uns zugeteilten Gruppenleitern (meist englische Studenten) bei der Betreuung der Kinder unter die Arme zu greifen. Denn schließlich wollten die Kinder zwischen den verschiedenen Aktivitäten mit Spielen unterhalten werden, bei denen man auch selbst immer wieder voll auf seine Kosten kam. Mit Offenheit und der richtigen Mischung aus Autorität und Humor gewann man dieenglischen Kinderherzen im Sturm. Die strahlenden Gesichter, wenn die Kinder uns jeden Morgen wiedersahen, werde ich so schnell nicht mehr vergessen! :)
Erholen, Freundschaften knüpfen, Sightseeing…
An den Abenden führte uns der Weg meistens ins Pub im rund 2 km entfernt gelegenen Botley, wo man ab und zu auch mal mit der Bevölkerung ins Gespräch kam. Vereinzelt fuhr man auch mal zum Shopping oder „clubbing“ nach Southampton oder mit allen
gemeinsam ins Kino nach Eastleigh. Manchmal blieben wir aber auch einfach auf dem Gelände und unterhielt uns, spielten Gesellschaftsspiele, schrieben die ein oder andere Email nach Hause oder machten gemeinsam Musik. Am Wochenende flogen dann alle – meist in kleineren Grüppchen – aus, um z.B. zwei Tage lang London unsicher zu machen oder auf der Isle of Wight zu zelten. Dank der guten YMCA Vernetzung war es z.B. möglich kostenlos Zelte auszuleihen und damit auf dem YMCA Gelände auf der Isle of Wight zu übernachten und dort auch noch völlig umsonst Frühstück zu bekommen. Nicht nur an diesem Wochenende habe ich die Erfahrung gemacht, dass man als Volunteer in England gerne gesehen ist und die Menschen einem immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Fazit, wenn ich so zurückdenke…
Es war eine unvergessliche Zeit mit Höhen und Tiefen, die man zusammen mit tollen neuen Freunden erlebt hat. Manch einer ist vielleicht ein Stückchen selbstständiger geworden, hat sein Englisch verbessert oder seinen Horizont erweitert, aber allen gemeinsam wird wohl die Erinnerung an diese zwei Wochen voller neuer Eindrücke und Erfahrungen bleiben! :) Auch wenn es nicht immer leicht war, möchte ich diese Zeit in England nicht missen und kann euch nur empfehlen einfach selbst mal an einem internationalen Workcamp teilzunehmen!




