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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp in Koforidua

Afrika war ein schon lang gehegter Traum. Aber wohin? und mit wem? und wie bereitet man sich ausreichend auf tropische Länder vor? Fragen über Fragen, auf die ich noch keine Antwort wusste. Also schien es für mich die perfekte Lösung zu sein an einem Organisierten Camp teilzunehmen, mit Ansprechpartnern die weiterhelfen konnten. Auf dem 2. Vorbereitungsseminar entschied ich mich dann für Ghana, ein wunderschönes Land im Westen Afrikas. Vorher noch einige Impfungen, Malariaprophylaxe, Reiseapotheke und ca. 25 kg Gepäck, dann ging’s auch schon los.

Der Hinflug über Dubai verlief reibungslos. Darüber hatte mir etwas Sorgen gemacht, denn ich war noch nie allein geflogen, und schon gar nicht so weit. Das Camp sollte erst in 2 Wochen stattfinden, also hatten wir noch jede Menge Zeit das Land auf eigene Faust zu erkunden. Anfangs waren Andreas, Raphael (die ich bei den Seminaren kennen und lieben ;) gelernt hatte) und ich total überwältigt von soviel Neuem, wie z.B.: heruntergekommenen Wellblechhütten, die man vorher nur mit sicherem Abstand aus dem Fernsehen kannte, die Tatsache ausschließlich von schwarzen Menschen umgeben zu sein und die Kinder die uns an jeder roten Ampel dazu bewegen wollten Süßigkeiten und andere Sachen zu kaufen. Schon allein die erste Fahrt im völlig verstaubten, etwas „ältlichen“ Taxi, ohne Anschnallgurt, aber mit lauter Musik war eins der erträumten Abenteuer.

Unsere Reise führte uns an der schönen Küste entlang, und bis in die Stadt Kumasi, mit Westafrikas größtem Markt. Natürlich muss man Aufmerksam sein, aber Grund zur Angst gaben uns die freundlichen Ghanaer nie. Ab und zu wurden sie mir dann zu freundlich, wenn man sich z. B. einfach nur nach Schweigen und Ruhe sehnte, was aber nicht allzu oft vorkam. Wir kamen 1 Tag später im Workcamp in Koforidua an. Mit dem Taxi fuhren wir (mal wieder zu teuer, because of our white skin) zur Saint John’s Secondary School, wo wir die kommenden 3 Wochen vom 12.08.05 bis zum 01.09.05 verbringen sollten. Da gerade Ferien waren, wurden wir in den Schlafsälen der Jungenschule untergebracht. Die Begrüßung unserer Mitcamper war herzlich. Die anfängliche Schüchternheit wurde beim permanenten Trommeln, Singen und Tanzen dann schnell vergessen.

Die ghanaische Partnerorganisation war gut organisiert und so mangelte es uns nie an Wasser, Essen oder Arbeit. Wir wurden in Teams aufgeteilt, die alle ihre Aufgaben hatten wie Kochen, Spülen oder Kehren. Unsere erste Baustelle war in einem nahegelegenen Dorf, wo wir mit Schaufel und Pickel das Fundament mehrerer zusätzlicher Klassenzimmer gruben. Insgesamt war die Arbeit mit recht viel Schweiß, aber immer auch mit viel Spaß verbunden. Beton wurde auf dem Boden mit Schaufeln gemischt und Steine (zumindest von den Ghanaern) auf dem Kopf geschleppt. Zur Mittagszeit wurden wir auch schon wieder ins Camp gekarrt, wo uns das Cookingteam mit dem Mittagessen erwartete. Eine andere Arbeit war das Bambuspflanzen in einer Parkähnlichen Anlage. Erst einmal mit der Machete durch Gestrüpp „weeden“, dann ein Stück Bamboo in ein Loch, zubuddeln, gießen und schon fertig! Nachdem es in Strömen geregnet hatte wurden wir zu einem Fluss beordert um dort mit Matsch einen Damm aufzuhäufen um das Dorf vor künftigem Regen zu schützen. Dort sahen wir zwei anscheinend giftige Wasserschlangen, die aber mit einer Schaufel sofort ums Eck gebracht wurden.

So, das war unser Arbeitsleben unter der Woche. An den Wochenenden machten wir Ausflüge. Einmal ging es zu derzeit leider ausgetrockneten Wasserfällen, dann in die Hauptstadt Accra, wo wir im ARA Haus übernachteten und einen herrlichen Tag am Strand verbringen durften. Dort bekam Andreas dann eine Malariaattacke und musste ins Krankenhaus. Allerdings hatte er auch leichtsinnigerweise keine Prophylaxe eingenommen. Es ging ihm aber bald wieder gut, sodass wir am Ende noch problemlos für zwei Tage Reisen konnten .Die Zeit war wie im Flug vergangen und schon mussten wir uns von einander trennen, aber die Freude die Heimat wiederzusehen half uns etwas. Diese fünf Wochen in einer fremden Welt waren eine sehr besondere Erfahrung, die für mich unvergesslich ist und mich in meinem Wunsch in Afrika zu arbeiten bestärkt hat.