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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Ghana 2009

Erfahrungsbericht  Carolin M.

ARA - Orphanage, Ghana
Arbeit mit Waisen

Juli 2009 -  September 2009 (2 Monate)

 

 

Hallo erstmal,

ich habe an einem MTV des ijgd teilgenommen, da ich schon immer einmal ins Ausland wollte, 1. um meinen Horizont zu erweitern, 2. weil es mir in meiner beruflichen Laufbahn sehr hilft und 3. weil ich mehr von der Welt sehen wollte und zwar nicht nur reisen sondern auch währenddessen eine sinnvolle Aufgabe haben wollte. Ich bin dann sehr spontan für 2 Monate nach Ghana geflogen um dort in einem Waisenhaus zu arbeiten. Vor Ort habe ich die ersten 3 Tage in Accra mit meiner Partnerorganisation verbracht und erst einmal die Umgebung kennen gelernt. Nach diesen 3 Tagen wurde ich in mein Projekt gebracht. Ich war überwältigt. Ich wurde umgehend in meine Arbeit eingewiesen, habe mein Zimmer und die anderen Freiwilligen vor Ort kennen gelernt. Es waren immer so um die rund 12 Leute aus aller Welt vor Ort; einige von ihnen haben im Krankenhaus gearbeitet, die anderen mit mir im Waisenhaus. Wir haben im sogenannten grünen Haus geschlafen. Ich war im Haus einer Familie untergebracht, hatte mein eigenes Zimmer, aber trotzdem kaum Kontakt zu der Familie. Die anderen Volunteers haben nebenan in speziellen 8-Bett Dorms geschlafen. Gegessen wurde immer zusammen, wir hatten eine eigene Köchin vor Ort die uns 3mal am Tag mit ghanaischen Speisen versorgt hat. Mein Zimmer war spartanisch mit einem Bett ausgestattet, leider ohne Ventilator, was ich jede Nacht zu spüren bekam, da ich schweißüberströmt aufgewacht bin J Jeden morgen habe ich um ca 5h angefangen zu „arbeiten“. Ich bin ins Waisenhaus, habe beim Zähne putzen, waschen, abtrocknen und eincremen der Kinder geholfen. Auch beim Babys wickeln und füttern. Danach hab ich mir eine Frühstückspause gegönnt und bin anschließend zurück zum Waisenhaus. Am Anfang meines Aufenthalts hatten die Kinder noch Schule, das heißt ich habe mich um die Babys gekümmert oder auch in den Vorschulklassen ausgeholfen. Wir haben gebastelt, gesungen, gelesen oder gemalt. Zwischendurch, hat man sich um kranke Kinder gekümmert, mit Schmuseeinheiten oder Medikamentenvergabe. Gegen Mittag oder Abend konnte man dann auch bei der Essensvergabe helfen. Nach Schulschluss wurde dann wieder gespielt oder gekuschelt mit den Kindern. Nachmittags konnte man sich dann wieder einige Stunden frei nehmen, es war mir überlassen wie ich meine Arbeitszeiten einteilen wollte, habe dies auch immer mit den anderen Freiwilligen abgesprochen, falls ich mal Nachmittags einen Termin hatte und meinen Chef sehen musste in einer anderen Stadt etc, dass jemand dann meine Aufgaben übernehmen konnte. Abends hat man dann mit den Kindern gebetet und sie ins Bett gebracht. Als die Schulferien angefangen haben, haben wir unter uns Freiwilligen einen Sportsday organisiert oder Mal-/Tanz-/Bastelgruppen um die Kinder zu beschäftigen, war bei über hundert Kindern nicht immer so einfach J

Mit den Kindern konnte ich mit auf Englisch gut verständigen, mit den Mitarbeitern vor Ort eher weniger, aber wozu hat man Hände und Füße ;) Es war ziemlich lustig, aber es hat alles geklappt.  An den Wochenenden hatten wir immer frei und haben diese Zeit zum reisen genutzt um mehr vom Land zu sehen.

Das Vorbereitungsseminar  von IJGD war klasse. Ich habe viele nette Menschen dort kennen gelernt mit denen ich mich austauschen konnte und Ängste teilen konnte. Mir wurde viel über mein Zielland erzählt, auch wurde eine Rückkehrerin eingeladen, die uns viel über Ghana berichtet hat. Das Seminar hat mir definitiv geholfen und mir einige Fragen und Ängste genommen.

Während meines Aufenthalts in Ghana hatte ich immer die Möglichkeit bei der Partnerorganisation anzurufen oder vorbeizufahren falls es zu Schwierigkeiten gekommen wäre. Auch wurde ich in den ersten drei Tagen auf das Projekt und die ghanaischen Lebensweisen vorbereitet. Ich denke ich war gut vorbereitet auch wenn ich natürlich nicht genau wusste was passieren würde, aber auf so was sollte man sich auch einlassen können und ganz spontan sein. Man kann nie alles ganz genau durchplanen, wäre auch langweilig geworden denke ich, so ganz ohne Überraschungen J Ich habe viel in Ghana erlebt und gesehen und meine Gedankenwelt war ziemlich durchgewühlt nachdem ich in Deutschland wieder angekommen sind. Ich habe viel über das Land aber auch sehr viel über mich gelernt. Mein Berufswunsch hat sich definitiv gefestigt und ich sehe manche Dinge nun klarer oder ganz anders, ich würde sagen ich bin in meinem Kopf sehr gereift nach allem was ich in Ghana erlebt habe. Ich bin überglücklich das ich diese Erfahrung machen durfte und kann es nur weiterempfehlen.