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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp in Ghana 2010

Name: Vero S.

Partnerorganisation: ARA

German-Ghanaian Youth Workcamp 2010 in Koforidua (Ghana)

Bereich: Ökologie (z.T. verknüpft mit Arbeit mit Kindern)

Zeitraum: August/September 2010

Dauer: 3 Wochen

 

Drei Wochen lang mit netten Menschen zusammen arbeitend ein Ziel anstreben und dabei auch noch Ghana und seine Menschen kennenlernen? Perfekt!
Auf dem Vorbereitungsseminar von ijgd steigerten die Fotos von einem Rückkehrer die ohnehin schon vorhandene Reisefreude. Nach Wochen der Vorbereitung, in denen ich mich viel über Ghana informierte, mich mit allerlei Trekkingausrüstung versorgte und die nötigen Impfungen abschloß, saß ich endlich im Flieger. Über Dubai kam ich nach mehr als 24 Stunden endlich in Accra an. Beim ersten Atemzug schmeckte ich ghanaische Luft, die irgendwie würzig und sehr dicht schmeckte. Es fühlte sich so gut an, endlich angekommen zu sein. Zwar musste ich lange darauf warten, bis ich von ARA abgeholt wurde, aber so konnte ich schon mal langsam meine ersten Schritte aus dem Flughafengebäude setzen. Eine Stunde lang war die erste Taxifahrt zum ARA-Haus: so viele neue Eindrücke, holprige Straßen, umherlaufende Ziegen,  Musik an jeder Straßenecke und strahlender Sonnenschein.
Mit den Campleadern und anderen ARA-Mitgliedern verbrachte ich den ersten Tag, bis dann einen Tag später auch die anderen 10 Deutschen eintrafen. Die ghanaischen Teilnehmer sollten im Camp zu uns stoßen. 4 Stunden dauerte das Beladen des TroTros bevor wir eingepfercht nach einigen Versuchen des Beladens endlich die Reise nach Koforidua, wo unser Camp war, antreten konnten.
Schließlich kamen wir bei unserem Camp an. Da gerade Schulferien waren, konnten wir ein Haus auf dem Grundstück der Oyoko Methodist Senior High School beziehen. Auf engstem Raum war unsere „Küche“, je 2 Mädchen- und Jungsschlafräume und der Gemeinschaftsraum untergebracht. Am ersten Abend lernten wir die ghanaischen Campteilnehmer kennen. Durch Kennenlernspiele hatten wir die Namen schnell drauf. Am nächsten Morgen wurden wir in Teams eingeteilt. In den Kleingruppen, bestehend aus 2 Deutschen und 2 Ghanaern, hatten wir jeden Tag eine andere Aufgabe zu bewältigen. Abwaschen, Kochen inklusive auf dem Markt einkaufen, Wasser holen und Putzen gehörte dazu. Am fünften Tag hatte man eine Verschnaufpause, bis es von vorne losging. In den ersten 3 Tagen der Eingewöhnung bekamen wir  von den Ghanaern Tipps wie  wir am besten Wassereimer auf dem Kopf transportieren und unsere Wäsche mit der Hand wieder sauber bekamen. Rei bringt absolut nichts, am effektivsten ist doch die örtliche „Key-Soap“.
Dann ging die Arbeit los! Am ersten Tag „weedeten“ wir mit den Macheten eine Grünfläche um das örtliche Krankenhaus herum, in der sonst bei hohem Gras Schlangen unentdeckt blieben. Am zweiten Tag im Krankenhaus säuberten wir die teils verstopften Abflussrinnen. Anschließend bekamen wir noch eine Führung durch das Krankenhaus. Es war interessant den Ablauf und Struktur eines ghanaischen Krankenhauses mitzubekommen. Im Waisenhaus haben wir ebenfalls geweedet, sodass wir danach Gemüsebeete anlegen  konnten. Bei der Arbeit waren wir begleitet von Kindern, die mit uns zusammen gesungen und getrommelt haben. In einem anderen Waisenhaus haben wir die Gebäude gestrichen und Betonblöcke für neue Häuser hergestellt. Außerdem haben wir das Schulgelände von unserem Camp gepflegt. Durch die vielen Projekte, konnten wir schon während unseres Workcamps viel von Ghana sehen. Meistens haben wir 3-4 Stunden gearbeitet, bevor es dann wieder ins Camp zurückging, wo uns die Kochgruppe bereits mit leckerem Essen erwartete. Es war schön, dass für Vegetarier zunächst die Mahlzeiten ohne Fleisch gekocht wurden, welches dann erst später dazukam. Im Workcamp wurde darauf geachtet, dass wir alles typische ghanaische Essen einmal ausprobieren konnten. Auch das Trinkwasser in kleinen Plastiksäckchen stand immer zur Verfügung.
Neben der Arbeit nahm in diesem Workcamp vor allem der interkulturelle Austausch einen großen Teil ein. Wir selbst konnten das Programm organisieren. Ob es nun Volleyballspielen, interessante Wanderungen oder der Besuch beim Chief des Ortes war, stets stand die Gemeinschaft an erster Stelle. Wir haben echt viel voneinander gelernt. So brachten wir uns gegenseitig ein bisschen Deutsch und Twi bei, lernten voneinander zu trommeln, die traditionellen ghanaischen Tanzschritte oder Walzer und erklärten uns wichtige Elemente der ghanaischen bzw. deutschen Kultur wie Beerdigungen, Hochzeiten oder Schullaufbahnen. An Wochenenden organisierten wir gemeinsame Ausflüge. Wir besichtigten das Cacoa Research Centre mit Kakaoplantagen, unternahmen eine Wanderung zu beeindruckenden Wasserfällen und besuchten den riesigen Perlenmarkt von Koforidua.
Die drei Wochen Workcamp waren im Flug vergangen. Und auch als ich dann nach weitere drei Wochen des Herumreisens  wieder im Flieger saß, war es kaum zu glauben, dass dieses Erlebnis schon vorüber war.
Es beeindruckt mich, wie viele unterschiedliche Lebenswelten es doch auf diesem einen Planeten gibt. Das Workcamp war eine großartige Möglichkeit eine mehr davon kennenzulernen.
Auch wenn es manchmal anstrengend war, sich auf dieses Andere einzulassen, kann ich nur jedem raten, die Chance zu nutzen!