Workcamp in Ghana 2010
Name: Thomas P.
Partnerorganisation: ARA
Ghanaian-German Youth Workcamp – Koforidua
Bereich: Ökologische Arbeit
Zeitraum: August/September 2010
Dauer: 3 Wochen
Die Idee in einem Workcamp zusammen zu arbeiten, sich für ein sinnvolles Projekt zu engagieren und dabei auch noch die Kultur eines Landes kennenzulernen, hat mich sehr angesprochen. Außerdem ist es schwierig zu einem Land wie Ghana Zugang zu den Menschen zu erhalten, wenn man sich rein touristisch orientiert.
Unser Projekt fand in Koforidua (ca. 80 km nördlich von Accra) und Umgebung statt. Wir wohnten in einem Haus auf dem Gelände einer Senior High School. Dort waren unser Aufenthaltsraum, die Schlafräume und eine Kochvorrichtung untergebracht. Zu den Teilnehmern gehörten 12 Deutsche und 10 Ghanaer. Das besondere an diesem Projekt ist der kulturelle Austausch zwischen Ghanaern und Deutschen. Der Gründer dieses Projektes ist ein Ghanaer, der in Deutschland zur Schule gegangen ist und Agrarwissenschaft studiert hat. Aus dieser Erfahrung heraus entstand sein Antrieb ein ökologisches, länderübergreifendes Projekt ins Leben zu rufen.
Unser Arbeitsablauf bestand so gleichermaßen aus Arbeit und kulturellem Austausch. Wir fuhren morgens alle gemeinsam zu einem Projekt, wo wir 3-4 Stunden arbeiteten. Insgesamt haben wir 4 Projekte unterstützt. So arbeiteten wir 2 Tage beim örtlichen Krankenhaus, legten wir einen Gemüsegarten bei einem Waisenhaus an, bereiteten Betonblöcke für ein weiteres Waisenhaus zu und arbeiteten in unserem Dorf. Der Arbeitsablauf war sehr gut organisiert.
Der kulturelle Austausch bestand aus unterschiedlichen Aktivitäten. So spielten wir deutsche und ghanaische Spiele oder führten Volleyballturniere durch. Außerdem brachten wir uns Grundlegendes aus der deutschen und ghanaischen Sprache bei. Vor allem die Vorträge, die jeweils abwechselnd von einem Deutschen und einem Ghanaer zu Themen wie Infrastruktur, Bildungssystem, Eheleben, Beerdigungen und Weihnachtsbräuchen, brachten uns viel von der gegenseitigen Kultur näher. Das Programm wurde dabei immer von uns als Teilnehmern beschlossen.
Auch in unserer sonstigen freien Zeit unternahmen wir viel gemeinsam. An den Sonntagen lernten wie immer eine andere Kirchen kennen. Außerdem zeigten uns die Ghanaer in Kleingruppen ihr Dorf. Ausflüge unternahmen wir zu den Botifalls, sehr beeindruckende Wasserfälle, zu dem größten Perlenmarkt Ghanas und den Kakaoplantagen des Cacoa Research Centres.
Die Stimmung im Camp war sehr gut. Klar gab es manchmal Differenzen darüber was und wie z.B. gekocht werden sollte oder wie allgemeine Regelungen wie Pünktlichkeit eingehalten werden sollten. Aber da hat das Vorbereitungsseminar von IJGD uns sehr gut darauf vorbereitet.
Nach dem Camp bin ich noch drei Wochen durch Ghana gereist.
Von den Ghanaern habe ich eine gewisse Lebensleichtigkeit und Unbeschwertheit übernehmen können. Aber auch Elemente der deutschen Kultur wie Verlässlichkeit oder Waschmaschinen kann ich jetzt sehr schätzen.


