deutsch  
INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in einem Kindertagesheim in Jocotenango bei Antigua

Guatemala Antigua

Sprachkurs und Freiwilligendienst bei der Partnerorganisation APPE

Bevor ich nach Guatemala gefahren bin hatte ich mich bereits auf dem Vorbereitungs-seminar für ein Projekt entschieden. Und zwar für ein Projekt mit Kindern, was man sich ähnlich wie eine Vorschule vorstellen kann. Es nennt sich „Guarderia Infantil“ und ist in Antigua. Da mein Spanisch relativ sicher ist, habe ich nur zwei Wochen Sprachschule gemacht. Die Zeit in der Sprachschule war sehr effektiv. Ich glaube ich hatte circa 4 Stunden privat Unterricht. Wir haben uns mehr mit der Politik in Guatemala beschäftigt, Zeitung gelesen und Literaturtexte bearbeitet, als Grammatik zu üben. Wobei wir dies auch am Anfang taten. Die Sprachschule hat mir auch die Möglichkeit gegeben, mich langsam an meine neue Umwelt zu gewöhnen. Im nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass es zuviel für mich gewesen wäre, wenn ich sofort mit meinem Projekt begonnen hätte.

Nach zwei Wochen ging es dann also mit dem Ernst los. Bereits zuvor hatte ich die Möglichkeit genutzt, mir das Projekt anzuschauen. Ich hatte mir alles etwas anders vorgestellt. In der „Guarderia Infantil“ war alles - für guatemaltekische Verhältnisse - sehr sauber und gut organisiert. Mit mir waren noch 4 andere Volunteers dort. Was mich etwas gestört hat. Ich wurde in eine Klasse eingeteilt und war mit einer Lehrerin und einer Aushilfe für circa 11 Kinder zuständig. Die Kinder waren 3 bis 5 Jahre alt. Meine Aufgabe bestand lediglich darin, den Kindern Zettel auszuteilen und mit ihnen in der Pause zu spielen. Ich habe versucht mich mehr einzubringen aber es hat nicht geklappt. Ich hatte das Gefühl, daß ich gar nicht wirklich gebraucht werde und aus diesem Grund habe ich beschlossen mein Projekt zu ändern.

Nach einer Woche habe ich dann in meinem zweiten Projekt angefangen. APPE hat mich dabei unterstützt und mir den Wechsel leicht gemacht. Das neue Projekt war etwas außerhalb von Antigua, in Jocotenango. Es war im Haus von einer Frau, die eine Kindertagesstätte errichtet hatte. Mit mir war Maria, die ich schon auf dem IJGD-Vorbereitungsseminar in Deutschland kennengelernt hatte. Die Frau hat sich um das Essen der Kinder gekümmert und Maria und ich um die Unterhaltung, beziehungsweise das Lernen. Wir waren für circa 11 Kinder zuständig. Das Alter variierte von 8 Monaten bis 5 Jahren. Es war gut das wir zu zweit waren, denn auf diese Weise konnte sich eine um die ganz Kleinen kümmern, und die andere etwas mit den Älteren machen. Wir arbeiteten 4 Stunden am Tage. Dies hört sich vielleicht etwas wenig an, ist es aber nicht. Denn nach der Arbeit waren wir manchmal echt fertig und wollten nur noch schlafen....

Materialien waren nicht gegeben, so dass wir uns darum kümmern mussten. Im allgemeinen waren wenig Spiele vorhanden und der Raum war ziemlich klein. Dies erschwerte die Arbeit zusätzlich. Im allgemeinen kann man sagen, dass die Kinder sehr respektvoll waren und auch untereinander liebevoll miteinander umgegangen sind. Die letzte Woche des Projekts musste ich allein arbeiten, da Maria schon fertig war. Dies war sehr anstrengend und ist auch nicht weiter zu empfehlen. Sich alleine um 11 Kinder zu kümmern mit derartigem Altersunterschied war keine leichte Sache. Für die Kinder selbst war dies nicht befriedigend, da sich immer einige vernachlässigt gefühlt haben.

Wenn man jedoch zu zweit ist, dann ist das kein Problem. In sofern kann ich das Projekt guten Gewissens weiter empfehlen. Und auch die Organisation APPE, die sich wirklich gut um einen kümmern und bei denen man sich gut aufgehoben fühlt. Das Projekt „Guarderia Infantil“ würde ich nicht umbedingt weiter empfehlen, da es für mich nicht „representativ“ war. Das heißt, daß es nicht wie ein typisches guatemaltekisches Kindertagesheim war. Natuerlich kann sich das ändern, je nachdem wie viele Volunteers zu dem Zeitpunkt dort arbeiten, wenn man da ist. Wichtig war für mich, dass ich in einem Projekt bin, wo ich wirklich gebraucht werde, was im ersten Projekt nicht der Fall war.

Die Zeit in Guatemala und die Arbeit mit den Kindern war ein tolles Erlebnis was ich unbedingt weiter empfehlen kann.

Nike Hatzidimou