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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp auf Island

bei der gay pride
Fertig, jetzt kann's losgehen
Sólfar bei Sonnenaufgang
oben am Gullfoss
Blue Lagoon

Gay pride in Reykjavik 2011

von Lara Stracke

 

Ankunft am Flughafen Köln-Bonn, einchecken und dann erstmal warten. Der Flieger geht erst in zwei Stunden, leichte Nervosität macht sich breit. Dann ist es soweit, ab durch die Sicherheitskontrolle und auf ins Flugzeug mit dem Ziel Keflavik. Nach fast vier Stunden dann endlich in Island gelandet. Es ist schon Nacht und – ganz überraschend – es regnet! Mit dem Flybus zur Busstation in Reykjavik, der Ort für die nächsten zwei Wochen, und ab da noch ein kleines Stück zu Fuß. Bis zum Campbeginn ist es noch einen Tag. Am nächsten und somit ersten Morgen geht es erstmal auf Entdeckungstour. Der Tag verfliegt und schon ist es wieder Abend. Morgen geht es dann endlich los.
 
Ab in die Unterkunft: am Nachmittag des ersten Tages wird sich sofort einquartiert: zwei Etagen in einem Haus mit Meeresblick und auf der anderen Seite, Reykjaviks Hauptstraße. Schon mal ein paar flüchtige Blicke nach links und rechts werfen; wer sind denn jetzt die anderen aus meinem Camp? Die Auflösung kommt kurz darauf: in einer gemütlichen Runde stellt sich jeder vor- natürlich auf Englisch. Drei Spanier, zwei Deutsche, ein Grieche, drei Südkoreanerinnen, sieben Russen und fünf Franzosen, zwei davon die Leader, sollen also bei der Gay Pride in Reykjavik mitmachen, denn das ist ja schließlich das Projekt!

Die erste Woche lief sehr entspannt ab, wir hatten viel Freizeit. Jeder sollte sich Gedanken machen, wie denn unser Teil der Parade aussehen könnte. Morgens, nach dem Frühstück, wurde dann alles zusammengetragen. Die Mittage hatten wir immer frei zur Verfügung, um so Islands Hauptstadt erkunden zu können, und meistens gab es auch nachmittags nicht viel zu tun, weil die täglichen Kochaktionen sich immer so verschoben, dass aus der vermeintlichen Arbeitszeit Essenszeit wurde. Dafür gab es aber auch jeden Tag Spezialitäten aus verschiedenen Ländern – nie gab es etwas, das nicht gut geschmeckt hat oder verkocht war.
Am Abend ging es eigentlich täglich in die Thermalbäder, in die wir alle freien Eintritt hatten. So saßen wir also bei 38° Wassertemperatur an der frischen Luft mit Blick auf die Dächer Reykjaviks – so etwas muss man erstmal in Deutschland finden. Manchmal abends haben die Spanier Sangria gemixt und so lernte man dann auch schnell die Leute aus den anderen Camps kennen.
In der zweiten Woche gab es schon etwas mehr zu tun: Kostüme wurden geschneidert und alles für die Parade vorbereitet, auf die sich die Isländer schon lange vorher freuen. Und die war dann wirklich auch ein gelungener Abschluss des Camps!

Am Wochenende gab es dann verschiedene Ausflüge, darunter „The Golden Circle“ und „South Coast“. Zwei super Touren, um schon mal einen kleinen Einblick von Island zu bekommen. Trotz mehrerer hundert Bilder auf der Kamera und vielen Stunden mitten auf der Vulkaninsel, hatten wir gerade mal einen winzigen Teil des Landes gesehen. Dazu muss ich sagen, dass, obwohl es durchschnittlich 12°C waren und es oft geregnet hat - also kein großer Unterschied zum Sommer in Deutschland - die Bilder immer noch wahnsinnig faszinierend sind. Welches andere Land kann das schon von sich behaupten?

Und schon war der letzte Abend da. Der Abschied fiel wirklich super schwer, denn in so kurzer Zeit wächst man sehr zusammen. Ich hatte schon vorher von vielen gehört, dass die Zeit dort im Camp zu der besten gehört, die man haben kann. Das klang am Anfang noch ziemlich unglaubwürdig, aber nach den zwei Wochen kann ich dem mehr als nur zustimmen.
Die zwei Wochen Island sind eigentlich unbeschreiblich. Denn nicht nur das Land ist einzigartig, sondern auch die Gruppe war klasse. So etwas muss man einfach selber mal erlebt haben!