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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV Indien 2010/11

Name: Karin S.

Partnerorganisation: FSL

Einsatzstelle: 'Sanitation Project'

Zeitraum: August 2010 bis Januar 2011

Dauer: 6 Monate

 

Mein Name ist Karin und ich habe bei FSL India 6 Monate im 'Sanitation Project' in Trasi (bei Kundapur) gearbeitet. Von August 2010 bis Januar 2011 habe ich in einem Dorfkommittee mitgewirkt und vieles gelernt zu den Themen Toiletten, Sanitäranlagen, Wasserzufuhr und Abwassermöglichkeiten, außerdem aber auch Aufklärung, Bildungs- und Lebenszustände, Gesundheitscamps, Öffentlichkeitsarbeit und ökologische und soziale Zusammenhänge. Dazu muss ich sagen, dass ich Studentin der Umweltschutztechnik bin mit dem Fokus auf Wasseraufbereitung, Abwassersysteme und Gewässerökologie. Ohne diesen Hintergrund würde ich mir diese Einsatzstelle etwas unhygienisch vorkommen. Aber ein großes Plus ist es, dass man wirklich für den Umwelt- und Naturschutz arbeitet, tatkräftig mitwirken kann, seine eigenen Fähigkeiten einbringen und viel Unterstützung erfährt. Vieles dreht sich zwar um Toiletten, aber die Toilette an sich ist der kleinste Teil der Arbeit. Themen sind genauso auch Aufklärung an Schulen und Frauenselbsthilfegruppen, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Spendenakquise, Dokumentationen, Bestandsaufnahmen und damit verbunden Umfragen. Die Arbeit hat mir wirklich großen Spaß gemacht, vor allem zusammen mit meinen indischen Kommitteemitgliedern, die das auch komplett freiwillig machen und Mitglied sind, zum Wohle des Dorfes Trasi. Ich persönlich hatte zwar nichts daran auszusetzen, aber das Arbeitspensum der Einsatzstelle war eher wenig. Es wurde in Ruhe und Gelassenheit gearbeitet wird und so mancher wurde zum 'zurücklehnen' gezwungen. Dabei sollte man aber nicht in eine allgemeine Trägheit zurückfallen, denn Ideen werden gerne aufgenommen und mit Unterstützung durchgeführt, aber zuviel Druck ausüben ist eher kontraproduktiv für das indische Arbeitsklima. Ich habe mir mit Absicht 6 Monate vorgenommen für das Projekt, weil es allein 2 Monate dauerte bis ich eingearbeitet wurde und von meinen indischen Kollegen Verantwortung und Vertrauen entgegen kam.

In dem Dorf der Einsatzstelle wurde ich auch in einer Gastfamilie untergebracht. Diese bestand nicht nur aus der Familie bei der ich lebte, sondern auch zahlreichen Familienmitgliedern, die unsere Nachbarn waren. Verständigt wurde sich ausschließlich auf Englisch, welches vor allem meine Gastschwestern und meine Gastmutter, vereinzelt auch andere Tanten/Onkel beherrschten. Nach einer gewissen Zeit, wie in der Einsatzstelle auch, wurde mir Vertrauen und Verantwortung entgegengebracht und dies führte zu einer sehr intensiven Beziehung zu meiner Familie.

Die Betreuung vor und während meines Auslandsaufenthalts war sehr gut. Beim ijgd Seminar hatte ich vor allem die Möglichkeit Kontakte zu anderen Freiwilligen zu knüpfen und bei übereinstimmender Zeit und Ort sich im Ausland zu treffen. Sich wirklich aufs Land vorzubereiten sehe ich eher als schwierig an, Fakten kann man immer gebrauchen, aber was man erlebt und wie man das Neue alles aufnimmt, liegt an jedem selbst und meine Vorstellungskraft kam der Realität in Indien nicht annähernd nahe. Vor Ort in der Einführungswoche sah das ganze dann schon anders aus und ich zog alles auf was uns beim Crashkurs Indien erzählt wurde. Aber wie schon gesagt, brauchte ich trotzdem noch um die 2 Monate um mich angekommen und integriert zu fühlen. Die Zeit sollte man sich nehmen, wenn man die indische Kultur lieben lernen möchte.

Der Abschied fiel mir vor allem von meiner zauberhaften Gastfamilie schwer und die Leichtigkeit des Alltags fehlt mir zurück in Deutschland am meisten. Mit den ijgd unterstützt nach Indien gegangen zu sein, war eine super Kombination. Ich fühlte mich immer umsorgt und aufgehoben, konnte mich sehr gut in die Kultur einleben und hatte stets Menschen vor Ort oder in Deutschland, die ich falls nötig kontaktieren konnte. Aber eigentlich wurde ich sehr gut vorbereitet und schätze die Zeit meines Projektes und Auslandaufenthaltes sehr und würde es jedem weiterempfehlen, der ähnliche Erfahrungen machen möchte.