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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Indien 2010

Name: Jan R.

PO: FSL-India
Einsatzstelle: PAD (People’s action for development)
Environmental Conservation in Tamil Nadu / Indien
Tätigkeitsfeld: Umweltbewusstsein schulen/ Möglichkeiten alternativer Optimierungen im ländlichen Alltag ausgerichtet an finanziellen und ökologischen Gesichtspunkten
Dauer: April 2010 bis Ende Juli 2010
4 Monate

Indien war für mich schon immer ein besonderes Ziel gewesen, was ich unbedingt sehen musste. Als ich dann im Rahmen meines Studiums ein Praktikum ableisten sollte, ich aber kein unspektakuläres in Deutschland machen wollte fiel meine Wahl auf Indien.

Durch ausgezeichnete Vorbereitung von IJGD, wurde ich dann in ein Projekt in Tamil Nadu eingesetzt, welches der südöstlichste Bundesstaat von Indien ist und in welchem Tamil die Hauptsprache ist. Leider hat sich mein Bundesland 2 Wochen vor der Abreise geändert, da ich anfangs in ein Projekt in Bangalore in Karnataka eingesetzt werden sollte, so habe ich mir noch schnell ein Tamil Wörterbuch der ausgezeichneten „Kauderwelsch“ - reihe besorgt, welches mir sehr helfen sollte.

Ich bin dann in Mangalore angekommen und hatte 5 Tage Zeit um mich einzufinden und habe erst einmal Stellung im Zentrum von Mangalore bezogen um mich auf Indien einzustellen und anzupassen.

Ich habe gleich am Anfang gemerkt, wie unglaublich verschieden die deutsche zur indischen Kultur ist und meine Entdeckerlust wurde entfacht. Gleich am ersten Tag habe ich meinen 1. Lassi getrunken, die 1. Kokosnuss geschlürft, Dosa gegessen und einen speziellen Chai, den Horlicks getrunken.

Ich hatte Glück, dass ich am nächsten Tag am Strand von Mangalore noch ein Mädel aus Dt. getroffen habe, welches durch einen Wink des Schicksals ebenfalls in Tamil Nadu einen Freiwilligendienst angetreten hatte, allerdings in Chennai und im Rahmen des „Weltwärts“- programms. Wir reisten dann zusammen die nächsten Tage Richtung Norden und ich konnte vieles von ihr lernen, wodurch ich später beim Vorbereitungsseminar von FSL in Kundapur den Anderen einiges im Voraus war.

Nachdem ich mein Ticket von meiner Koordinatorin bekommen hatte, bin ich am Ende des Seminars zum Bahnhof Kundapur gefahren und bin dort über Kerala und die Südspitze Indiens, dem Kap Komorin, nach Nagercoil gefahren, um hier dann recht abenteuerlich den nächsten Zug nach Vembar, meinem endgültigen Ziel und Sitz von „People’s action for development“ (PAD), zu erspähen. Diese Aufgabe wurde zu einem wesentlichen Teil durch die Mithilfe eines Inders, welcher zufällig bei einem berühmten dt. Autohersteller arbeitet, vereinfacht. Dieser werte Herr konnte mich dann zum Ziel geleiten, allerdings mit Umsteigen in Tirunelveli, und dann in Thoothukudi („Tuticorin“ = internationale Bez.) verbunden.

In Vembar, einem kleinen Fischerdorf am Golf von Mannar, traf ich dann Jonas & Max, welche mit mir die Ersten waren, die in diesem Projekt in Tamil Nadu von FSL eingesetzt worden sind. Das Büro von PAD ist ein Riesenanwesen mit mehreren Häusern und einem Geflügelgarten mit Müllverbrennungsplatz und Ententeich, sowie einem Emugehege, einem Taubenschlag und einem Pool für die Ausbildung von Tauchern.
Ich war sehr erfreut zu lesen, dass ich als Freiwilliger bei PAD auch tauchen sollte, da ich ja auch ein ausgebildeter VDST (Verband dt. Sport Taucher)  - Taucher bin.
Später wurde ich allerdings eines Besseren belehrt, denn ich konnte leider nur einmal tauchen gehen. Ich war noch so erfreut, als der Direktor von PAD, der Rajen, mich zum Hilfstauchlehrer ernannt hat, musste dann aber feststellen, dass zwischen Wahrheit und Zusage Welten liegen können.

Nichtsdestotrotz  hatte ich ein tolles Projekt, auch wenn es zum Thema Arbeit nicht viel zu sagen gibt, da ich nicht wirklich Arbeit „bekam“ sondern durch Eigeninitiative  selbst welche organisierte. Möglicherweise lag dies aber auch an der unglaublich heißen Zeit, denn in Tamil Nadu hatten wir gerade den Sommer, wenn man das so schreiben kann (T.N. hat 3 Jahreszeiten: heiß, heißer & am heißesten).
Außerdem waren meine Tamil- Kenntnisse nicht ausreichend genug, um mich in genügendem Umfang zu verständigen und nur wenige Mitarbeiter konnten ausreichend Englisch sprechen.
So konnten wir uns mit dem umfangreichen Internet (54,0 MBit/s !!!! und das auf dem Land!) des Büros beschäftigen.
Darum habe ich nach einiger Zeit angefangen eigene Projekte zu starten, nachdem ich mich über die Verhältnisse informiert habe, indem ich im Internet recherchierte und Präsentationen erstellte um diese vorzustellen.
Eines dieser Projekte beschäftigte sich mit einem Kraftwerk, welches aus der Kombination von Dung (von Kühen, Eseln, Schaffen, Ziegen oder auch Menschen) und Wasser in einem Fäulungstank Methangas erzeugt und somit den Antrieb für einen Generator, oder einen Gasofen geben kann. Speziell auf dem armen ländlichen Gebiet wären solche Kraftwerke goldrichtig und vor allem effektiv, da es überall Tiere gibt, die Dung erzeugen.

Außerdem hatte ich noch Projekte wie „Sustainable renovation“, in dem ich restaurierte Gebäude fotografierte und die Vorteile einer Kombination von europäischen Technologien, wie Bauwerksabdichtungen und asiatischer gängiger Methoden, wie einem Kokosnussbaumstamm als Stütze für ein Dach.

Unsere Unterkunft war mitten im Dorfe im VRC (Village Ressource Center) untergebracht und war klasse, wir hatten tolle Zimmer, westliche Toiletten, eine überdachte Terrasse und eine Sonnenterrasse, wo ich immer trainieren, lesen & schlafen konnte.

Ich bin meist schon 7.00 Uhr aufgestanden um im Meer baden zu gehen und dann mein tägliches Training am Ufer zu machen, sowie Fischerleuten bei der Arbeit zu helfen.

Meine Betreuung durch PAD war vorzüglich, sogar auf Trips haben sie sich nach unserem Befinden erkundigt, wobei der Kontakt zu FSL eher von geringerer Wertigkeit einzuschätzen war, da diese aber auch viel zu weit weg waren.

Ich habe tolle Erfahrungen gesammelt, vielleicht nicht im Rahmen von Arbeit, aber doch im Sprachen lernen, Aufbau sozialer Kompetenzen, gesteigertes Selbstbewusstsein und Mut.
Ihr solltet daher nicht denken, ihr würdet vor Ort Entwicklungshilfe leisten, dazu braucht man viele Jahre, Arbeit und Geduld vor Ort.

Ich persönlich habe beschlossen jetzt bei ijgd ehrenamtlich tätig zu werden, da ich es als eine klasse Organisation einschätze und die Seminare sehr viel Spaß machen.