MTV in Indonesien 2009
Erfahrungsbericht Loretta R.
Name der Partnerorganisation: IIWC Indonesia
Name und Ort des Projektes: Waisenhaus Fatimatuzzahro, Semarang, Indonesien
Inhaltliche Ausrichtung: English Teaching
Zeitpunkt: Anfang August bis Ende Oktober 2009, 3 Monate
Mein Name ist Loretta und ich habe an einem MTV in Indonesien teilgenommen. Ich war dort 3 Monate und habe in einem Waisenhaus mit etwa 35 Kindern gewohnt.
Ich wollte an diesem MTV teilnehmen,weil ich nach dem Abi mal etwas ganz neues sehen wollte.Deshalb hab ich mir auch kein Land innerhalb Euroas ausgesucht sondern Indonesien. Ich kenne außerdem eine indonesische Familie, die mir vor meiner Abreise schon viel von dem Land erzählt und mirein paar indonesische Wörter beigebracht hat. Ich wollte neue Menschen und eine neue Kultur kennen lernen und habe außerdem gehofft dort helfen zu können. Ich bin Anfang August 2009 in Indonesien angekommen und bin Ende Oktober wieder nach Hause gereist. Anfang September kam dann noch eine weitere deutsche Freiwillige zu mir ins Projekt. Diese bleibt für ein Jahr dort. Ich hatte mit ihr ein Zimmer im oberen Stockwerk des Waisenhauses. Wir hatten ein großes Bett im Gegensatz zu den Kindern, die auf dünnen Matratzen oder einfach auf dem Boden schlafen. Die Toiletten sind Plumsklos und Duschen gibt es nicht. Man hat eine mit Wasser gefüllte Wanne aus der man mit einem Eimerchen Wasser schöpft und sich dieses über den Kopf schüttet. Die Küche ist sehr einfach eingerichtet. Es gibt zwar einen kleinen Gasherd, es wird jedoch meißt über offenem Feuer gekocht...die hygienischen Umstände entsprechen auch nicht den europäischen. Es war jedoch sehr schön dort mit den Kindern zu leben. So konnte ich ihen Alltag miterleben und es war immer etwas los.
Meine Aufgabe bestand darin in zwei verschiedenen Schulen 13 bis 14 Jährigen Englischunterricht
zu geben. Auch im Weisenhaus sollte ich den Kindern Englisch beibringen.
In einer der Schulen habe ich die Englischlehrer begleitet, mal Texte vorgelesen, Fragen gestellt, von meiner Kultur erzählt oder den Kindern bei ihren Aufgaben geholfen.
In der anderen Schule habe ich eine Lehrerin ersetzt, die wegen einer Geburt nicht mehr unterrichten konnte. Das war anfangs schwieriger, weil ich kaum Indonesisch gesprochen habe. Außerdem ist das Niveau der Lehrbücher viel höher als die tatsächlichen Kenntnisse der Schüler. Nach einem Gespräch mit dem Schulleiter durften wir ( die andere Freiwillige und ich) den Lehrstoff dann selbst aussuchen. Im Waisenhaus habe ich zu Beginn meißt englische Vokabelspiele vorbereitet...später haben wir dann auch ein bisschen Grammatik mit ihnen gemacht. Das Problem war, das man im Waisehaus nur abends unterrichten konnte und die Kinder meißt schon müde waren.
Mein Alltag sah folgendermaßen aus: Ich bin morgens nach dem Frühstück ( ich hab mir meißt Brot gekauft, weil ich zum Frühstück keinen Reis essen wollte) in eine der beiden Schulen gegangen. In der einen Schule musste ich so um 7.30 Uhr anfangen und in der Anderen etwa um 8.30.
In der Schule war ich dann meißtens bis 12 oder 1 Uhr. Danach habe ich meißt im Waisenhaus zu Mittag gegessen. Die Kinder haben immer selbst gekocht. Es gibt jeden Tag 3 mal am Tag Reis mit grünen spinatartigen Blättern und manchmal Tempe ( gebratene Sojabohnen).
Zweimal die Woche habe ich noch eine Gruppe von Jugendlichen besucht, die sich zum deutsch lernen treffen. Sie haben einen indonesischen Lehrer, welcher in Dresden studiert hat und deshalb sehr gutes Deutsch spricht. Da habe ich ein bissche mitgeholfen oder einfach mitgemacht. Es war echt immer lustig!
Am Wochenende hatte ich Freizeit, wenn wir nicht gerade ein Projekt hatten. Wir haben mal die Küche gestrichen, eine Putzaktion gestartet oder einen Wettbewerb mit den Kindern gemacht.
Manchmal hab ich aber auch einfach Freunde besucht oder Ausflüge gemacht.
Da ich im Fastenmonat Ramadan dort war hatten die Kinder 2 Wochen Schulferien. Da bin ich dann eine Woche nach Bali und eine Woche and die Südküste gefahren.
Aber auch im Waisenhaus war es nie langweilig. Ich habe mit den Kindern gespielt (z.B Fußball), gemalt, gequatscht...
Die Verständigung mit den anderen IIWC Mitgliedern war gut, da sie alle Englisch sprechen.
Im Waisenhaus war es anfangs schwierig, da ich mich mit den Kinder und dem Waisenhausleiter nur mit Indonesisch verständigen konnte. Ich hatte dann aber ein paar Stunden indonesisch Unterricht und mich bemüht die wichtigsten Vokabeln zu lernen. Die Sprache ist an sich nich schwer, da es kaum Grammatik zu lernen gibt. Man muss halt die Vokabeln lernen, die so ganz anders sind wie unsere Wörter....aber keine Angst! Die Leute sind sehr geuldig und halfen mir wo sie konnten. Und irgendwie geht es auch immer ohne Sprache!
Bei der ijgd Vorbereitung habe ich leider keine Informationen über mein Land und mein Projekt erhalten, da keine Rückkehrerinnen aus Indonesien auf dem Vorbereitungsseminar waren. Ich hätte gerne Näheres zu meinen Aufgaben und zu meiner Partnerorganisation erfahren.
Mit meiner Partnerorganisation IIWC war ich sehr zufrieden! Ich wurde bei allen Pfojekten von den Mitgliedern der Organisation untersützt. Beim wöchentlichen Monday-Meeting wurden Probleme und Fragen besprochen und geklärt. Danke Danke Danke für alles!
Ich bin rundum zufrieden mit meinem Projekt und der Organisation. Ich hatte außerdem eine Kontaktperson, die mir helfend zur Seite stand!!
Zu meinen wichtigsten Erfahrungen gehört, dass ich so viele tolle und freundliche Menschen kennengelernt habe. Die Offenheit und selbstlose Hilfsbereitschaft der indonesischen Bevölkerung hat mich beeindruckt. Ich hab mich nie alleingelassen gefühlt, weil mir immer jemand zur Seite stand. Ich habe den Islam kennengelern, da auch im Waisenhaus 5 mal am Tag gebetet wird. Die Disziplin, mit welcher der Glaube dort ausgeübt wird hat mich überrascht, da dort sonst vieles einfach so spontan und gelassen abläuft. Ich hab gesehen, was für ein Zusammenhalt zwischen den Kindern im Waisenhaus herrscht...und das eine gute Gemeinschaft viel wichtiger ist als materielle Dinge. Die Kinder hatten keinen Computer oder teure Spielsachen und waren deshalb umso kreativer und hatten für jedes Problem sofort eine Lösung. Ich habe gelernt, dass man auch ohne Waschmaschine, Auto oder Laptop glücklich sein kann...vielleicht sogar glücklicher!!
Ich will auf jeden Fall wieder in dieses Land zurück und spiele deshalb mit den Gedanken, ob ich vielleicht später in der Entwicklungshilfe arbeiten will. Ich vermisse die Kinder und meine Freunde und hoffe wirklich, dass ich sie alle sobald wie möglich wiedersehe.
Indonesien war die tollste Erfahrung, die ich bis jetzt gemacht habe!!Es lohnt sich!!





