Theresa P.
Indonesian International Workcamp (IIWC)
Universitas Pancasakti Tegal (IIWC-MTV-1011)
Teaching at University
01.Mai 2010- 30.Juni 2010
2 Monate
Obwohl mein Aufenthalt und die Dauer meines Freiwilligendienstes nur sehr begrenzt waren (zwei Monate sind einfach viel zu kurz!!!), habe ich dennoch einiges über das Land, die Kultur, die Menschen, die Organisation und mich selbst kennen gelernt.
Als ich mich am Anfang für einen Freiwilligendienst entscheiden habe, hat mich vor allem das Interesse eine neue Kultur kennen zu lernen bewegt und deshalb nicht einfach durch ein Land durchzureisen und nur seine besonders schönen, besonders touristischen Gegenden zu sehen, sondern auch die Menschen kennen zu lernen. Warum ich mich genau für Indonesien entschieden habe, kann ich gar nicht mehr so genau sagen; ich weiß auf jeden Fall noch, dass ich am Anfang eher zu einem Freiwilligendienst in Afrika tendiert habe und auf der Vorbereitungstagung meine Meinung geändert habe- was ich auch nicht bereut habe^^
Tegal, der Ort meines Projektes, ist eine Kleinstadt an der nördlichen Küste von Java, zwischen Jakarta und Semarang. Leider waren in meiner nahen Umgebung keine weiteren Freiwilligen tätig- weder an der Universität selbst, noch in einem anderen Projekt in Tegal. Im Nachhinein muss ich schon sagen, dass mir teilweise der einfache, schnelle Kontakt zu Leuten, die ähnliches erleben oder vielleicht schon erlebt haben, gefehlt hat. Auf der anderen Seite, war ich gewissermaßen „gezwungen“ viele Dinge selbst zu herauszufinden, wie der Dresscode, oder einige kulturelle Gegebenheiten. Zudem habe ich nach circa einem Monat durchaus viele Freiwillige (allesamt Deutsche) kennen gelernt, die in Nachbarstädten untergebracht waren, sodass zumindest meine Wochenenden gut ausgefüllt waren.
Ich habe in einem Boarding House mit vierzehn anderen Indonesierinnen gewohnt und zwar dadurch nicht unbedingt das gewöhnliche Alltagsleben einer indonesischen Familie kennen gelernt, aber dennoch viel über Jugendliche in anderen Ländern und den gewöhnlichen Tagesablauf erfahren. Die Unterbringung, war sauber, zwar nicht groß, aber ausreichend an Platz und nur drei Minuten zu Fuß vom Strand entfernt - abgesehen von den Kakerlaken im Bad also sehr schön;-)
Das Ziel meiner Arbeit bestand vor allem darin die Studenten des English Department, also die zukünftigen Englischlehrern und -lehrerinnen, zu ermutigen in Englisch zu sprechen und ihre Schüchternheit, besonders gegenüber Ausländern/Fremden zu überwinden. Dazu habe ich morgens an regulären Klassen in „Speaking“ und „Drama“ als Unterstützung des eigentlichen Lehrers teilgenommen und nachmittags den English Conversation Club(ECC) gestaltet. Letzterer ist eine sollte eigentlich auf außerschulischer, freiwilliger Basis laufen, doch genau darin lag das größte Problem, das ich während meines gesamten Aufenthaltes erfahren sollte: Entweder wurden die Studenten gezwungen zu kommen, sodass ich mit einer Gruppe von zum Teil vierzig Leuten konfrontiert war, was effektives Arbeiten quasi unmöglich macht, da alle auf unterschiedlichen Ständen bezüglich Motivation und Fähigkeiten waren, oder der Druck wurde aufgehoben, sodass ich alleine oder nur mit einem Student pro Tag da saß! Zur Lösung des Problems habe ich mich mehrmals an meine Ansprechpartner von Seiten der Universität gewendet – teils mit, teils ohne Erfolg. Besonders mit einer Ansprechperson bin ich nur schwer klar gekommen, was vor an persönlichen Gründen lag; die anderen Lehrer und Ansprechpersonen haben sich jedoch meiner Meinung nach als sehr kompetent und offen über neue Ideen zu diskutieren erwiesen. Aus diesem Grund lief die Verständigung mit teilen der Universität sehr gut, mit teilen nur schleppend.
Die Partnerorganisation IIWC habe ich hingegen als relativ gut strukturiert und kompetent erlebt (leider selten nur ein bisschen oberflächlich), da nicht nur mein relativ junger Ansprechpartner vor Ort, sondern auch die Leitung strukturiert und fair war trotz des jungen Alters der meisten Mitglieder (fast alle sind selbst noch Studenten).
Die wichtigste Erfahrung, die ich in meinem MTV persönlich gemacht habe, ist, dass es völlig okay ist auch einfach mal nein zu sagen, wenn man sich gerade nicht danach fühlt und sich nicht immer selbst bis zum Limit ausschöpfen muss - aber kann. Außerdem habe ich gelernt, dass Verständigung auch ohne Worte sehr gut funktioniert und dass man, egal in welchem Land, die Leute findet, die man am liebsten nie mehr verlieren möchte. Ich bin selbstständiger geworden (obwohl ich auch dachte, dass ich das vorher schon viel war) und habe angefangen meine persönlichen Ziele im Leben zu überdenken und mir neue zu setzten. Durch weitere Workcamps von IIWC und andere Freiwillige hatte ich zum Glück auch die Möglichkeit in verschiedene Bereiche der Freiwilligenarbeit einen kleinen Einblick zu gewinnen, sodass ich das nächste Mal (es wird definitiv eins geben – ich weiß nur noch nicht wann und wo.-)) gerne auch mal in einem anderen Gebiet arbeiten würde.
Generell ist Indonesien als Land für den Freiwilligendienst nur zu empfehlen, da es nicht nur eine sehr eindrucksvolle Landschaft besitzt, sondern auch eine herzliche und offene Kultur, die zu verstehen zwar aufgrund ihrer Vielschichtigkeit nicht einfach ist, aber definitiv lohnenswert.
Von IJGD habe ich mich gut auf das MTV vorbereitet gefühlt.
Vielen Dank für die tolle und bereichernde Erfahrung.

