MTV Erfahrungsbericht Indonesien
Janine S.
IIWC Indonesia
IIWC-MTV1013 Fatimatuzzahro Ketileng
Waisenhaus und Teaching
Januar – März 2011/ 3 Monate
Nach meiner Ausbildung als Reiseverkehrskauffrau, war für mich klar, dass ich für längere Zeit ins Ausland möchte. Durch eine Freundin wurde ich auf IJGD aufmerksam und bewarb mich darauf hin für das MTV.
Nach dem Vorbereitungsseminar ging alles ganz schnell. Ich wollte ein Projekt in Asien unterstützen in dem ich morgens English unterrichte aber auch das wirkliche Leben der Einheimischen mitbekomme. Das Projekt „Fatimatuzzahro“ war perfekt dafür.
Natürlich war ich am Abflugtag total nervös und wusste überhaupt nicht was auf mich zukommt, da es mein erster richtig langer Auslandsaufenthalt war.
Dort angekommen nahm ich mir ein Taxi zur Organisation IIWC. Ich wurde total freundlich empfangen und meine Nervosität war wie weggeblasen. Als kleiner Einstieg bekam ich ein so genanntes „Arrival Training“ es beinhaltete ein Sprachkurs, Stadtbesichtigung und vor allem auf was ich achten muss in Indonesien. Zusammen mit einer anderen Freiwilligen aus Deutschland verbrachten wir 3 Tage in der Organisation.
Danach ging es dann richtig los…Ich wurde zusammen mit 13 Koreaner zu meinem Projekt in Ketileng gebracht. Ich hatte das Glück die ersten 2 Wochen teil eines „Workcamps“ zu sein. Das gab mir noch mehr Halt da ich nicht ganz alleine dort war.
Ich wurde dann gleich meinen „Local Partners“ im Waisenhaus vorgestellt. Zuerst war ich etwas geschockt, weil sie kein bisschen English gesprochen habe und ich nicht wusste wie ich mich mit ihnen verständigen sollte. Danach wurde mir alles gezeigt und schon kamen die ersten Kinder auf mich zu gestürmt und lachten mich mit ihren großen, dunklen Augen an. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass werden wundervolle 3 Monate.
Der gang zur Küche war für mich ein Schock….Essen liegt auf dem Boden, total dreckig und es riecht stark nach Verbranntem. Ich konnte mir nicht vorstellen wie die Kinder dort nur essen können.
Der nächste Schock waren die „Badezimmer“. Duschen und Toiletten gab es nicht. Man nennt die Dusche dort „Mandi“, das heißt man schöpft sich Wasser aus einem Behälter und leert es sich über den Kopf. Nach diesen ersten zwei „Kultur Schocks“ zeigten sie mir nun mein Zimmer. Ich war total überrascht und so glücklich. Ich hatte ein total schönes Zimmer mit einem großen Bett, einem Schreibtisch und einem Kleiderschrank. Das hätte ich nicht erwartet. Mein Zimmer war im 2. Stock im Jungenhaus. Natürlich sind Jungs und Mädchen dort strikt getrennt.
Es leben dort 29 Jungs und 9 Mädchen im Alter von 10-20 Jahren.
Nun vergingen die ersten 2 Wochen im Workcamp wie im Flug und ich hatte eine tolle Eingewöhnungszeit, doch dann wurde mir schnell klar dass ich ab sofort ALLEINE mit fast 40 Kindern bin. Das war für mich sehr schwer, ich versuchte zwar mit jedem Kind so viel zeit wie möglich zu verbringen aber es war fast unmöglich.
Meine hauptsächliche Arbeit bestand darin, dass ich von morgens um 07:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr an 2 verschiedenen Schulen Englisch unterrichte. Auch hier wurde ich wieder mit offenen Armen empfangen. Eine Lehrerin hat mir schon einen Plan aufgestellt was sie in nächster Zeit unterrichten möchte und wie ich ihr dabei helfen könnte. Meistens gestaltete ich den Unterricht spielerisch.
Sang Lieder mit den Schülern um sie etwas „wach“ zu rütteln danach brachte ich Ihnen verschiedene Vokabeln bei. Was ich auch für sehr wichtig hielt, waren die W-Fragen. Um eine Unterhaltung auf Englisch zu führen. Nach dem Unterricht so gegen 12:30 machte ich mich auf den Weg zurück ins Waisenhaus, hier gönnte ich mir dann eine Pause von ca. eineinhalb Stunden um den Unterricht für den nächsten Tag vor zu bereiten oder einfach zu schlafen.
Gegen Mittag spielte ich mit den Kindern Fußball, Karten oder wir unterhielten uns einfach.
Ich fand es sehr wichtig mit den Kindern zu sprechen und sie in den Arm zu nehmen, denn viele hatten überhaupt kein Selbstbewusstsein. Wir sprachen auch viel über die Familiäre Hintergründe und die Unterschiede zwischen Deutschland und Indonesien. Die Kinder waren stets interessiert und gaben mir ebenso die Nähe die ich brauchte.
Abends gegen 20:00 Uhr gab ich noch einmal eine Englisch Stunde für die Kinder dort. Ich unterteilte sie in verschiedene Gruppen und Schwierigkeitsgrade ein.
Meist war ich dann gegen 22:00 Uhr im Bett und war dann auch echt müde.
Natürlich war nicht immer alles „easy“ zum Beispiel machte mir die Sprache sehr zu schaffen.
Die Kinder wie auch die Local Partner sprachen sehr wenig englisch, aber da ich ja soviel wissen möchte über die Kultur und die Menschen fing ich an ein wenig Indonesisch zu lernen.
Wenn ich das Waisenhaus am Nachmittag kurz verlassen habe um zur Laundry zu gehen, musste ich immer bescheid sagen und dass ist nun mal nur auf indonesisch möglich. Ich kam nun nicht darum herum die Sprache zu lernen!
Als Unterstützung im Projekt, falls ich irgendwelche Probleme hatte oder krank wurde, stellte mir die Organisation meine Kontakt Person vor. Er war sehr nett und ich baute zu ihm ein sehr enges, freundschaftliches Verhältnis auf. Ich konnte ihn immer anrufen, wenn mir es nicht gut ging oder ich irgendwelche Fragen hatte. Ich hatte eine sehr schöne Zeit dort und unter anderem war ich auch sehr zufrieden mit der Organisation vor Ort. Natürlich brauch man am Anfang viiiiiel Geduld und Verständnis, aber das gehört meines Erachtens zu einem Auslandsaufenthalt dazu.
Was für mich auch sehr schwer war, war die Religion. In Semarang leben hauptsächlich Moslems.
Sie beten 5-mal am Tag und der Gebetsruf ist extrem laut, wie eigentlich alles dort... Da ich überhaupt nicht religiös bin und auch nicht in die Kirche gehe, war es für viele Einheimische am Anfang schwierig zu verstehen, warum ich denn dann eine Religion habe wenn ich nicht bete. Aber auf der anderen Seite, eine berechtigte Frage. Ebenso, ist es für die Menschen dort was ganz besonderes einen „Weißen“ zu sehen, und deshalb möchten sie einen immer fotografieren oder mit einem reden, somit war ich nie alleine.
Mein Fazit: Eine Erfahrung fürs Leben!! Nur so bekommt man die Kultur und die Lebensweisen der lokalen Bevölkerung mit, wenn man zusammen mit Ihnen lebt! Was mich selbst geprägt hat, war, dass die Menschen vor Ort mit so wenig so zufrieden schienen. Sie waren immer sehr hilfsbereit.
Das habe ich mit nach Deutschland genommen und werde bestimmt wieder nach Indonesien fliegen, weil es ein so tolles und wunderschönes Land ist mit ganz besonderen Menschen.




