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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Kenia 2010/11

Eva F

CIVS Nairobi City

Watoto Wema Centre Nairobi

Sep. 2010 – Mär. 2011 

Das Abitur ist geschafft und das Fernweh geweckt.

Nicht nur Reisen, sondern neue Kulturen kennenlernen war mein Plan. Einen Plan zu haben ist immer gut. Bis man in Kenia ankommt. Wenn man dort ist, kann man diesen meist über Bord schmeißen. Aber was auch immer passiert, es läuft immer alles anders als geplant, aber es funktioniert und am Ende wird alles gut. Mein Plan war, nach einer Einführungswoche in Nariobi nach Nakuru zu gehen und dort für die nächsten 6 Monate in einer Schule zu arbeiten und in einer Gastfamilie zu leben.

Nach ca. 10h Flug hatte ich dann das erste Mal kenianischen Boden unter den Füßen und  wurde nach dem Gewusel bei der Passkontrolle im Flughafen von sehr netten Mitarbeitern meiner Organisation (CIVS) abgeholt und zu meiner vorübergehenden Gastfamilie in Nairobi gebracht. Nach meiner Einführungswoche wurde ich dann von einem CIVS- Mitarbeiter nach Nakuru in meine Einsatzstelle gebracht. Dort habe ich auch meine Gastfamilie kennengelernt, welche mich anschließend mit nach Hause genommen hat.

In der Gastfamilie habe ich mir mit meiner Gastschwester und meinem Gastbruder ein Zimmer geteilt. Da in meiner Gastfamilie sehr wenig Kommunikation sowohl untereinander als auch mit mir herrschte, habe ich auf meine Arbeit in der Einsatzstelle gehofft, die mir gefallen würde. Leider war auch diese sehr enttäuschend, da ich im schulischen Bereich mehr als überflüssig war und somit nur in der Küche ausgeholfen habe und die meiste Zeit mit Bohnen sortieren oder Essen austeilen verbracht habe.

Nach einiger Zeit war ich sehr unzufrieden und habe beschlossen, meine Einsatzstelle zu wechseln. Da ich noch von meinem Vorbereitungsseminar ein Mädchen kannte, die in Nairobi in einer Einsatzstelle mitgearbeitet hat und mit andern Freiwilligen in einer Wohngemeinschaft gewohnt hat, habe ich sie angerufen und gefragt, ob noch ein Zimmer frei wäre.

Dann ging alles ganz schnell: Für CIVS war es kein Problem eine neue Einsatzstelle für mich zu finden, in der WG war noch ein Zimmer für mich frei und schon saß ich im Matatu (Kleinbusse und Hauptverkehrsmittel in Kenia) in Richtung Nairobi – Bye bye Nakuru!

Nach meinem Einzug in der WG und meinen ersten Arbeitstagen in der für mich neuen Einsatzstelle hatte ich endlich das Gefühl angekommen zu sein und zu 100% die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

In einer WG zu wohnen bringt einem nicht gerade ein privilegierteres Leben, als das was man in einer Gastfamilie führen würde. Auch bei uns fiel der Strom aus. Auch bei uns gab es oft nur das Wasser aus dem Außentank. Und gerade bei uns musste man selber mit der Hand waschen –selber das Geschirr waschen, den Haushalt schmeißen usw.

Am Anfang steht man wirklich etwas verzweifelt vor dem Gießgefäß und der Schüssel mit kaltem Wasser und fragt sich „Wie soll ich mich jetzt waschen? (..in den nächsten 6 Monaten)“ Aber es geht – Haukunashida – und irgendwann gewöhnt man sich an alles.

Die Einsatzstelle heißt WatotoWemaCentre und befindet sich in Kajole einem Vorort in Nairobi. Ich habe also nach und nach Dank meiner Arbeit, meiner Umgebung und meiner neuen Freunde das Leben in Kenia sehr schnell kennen und lieben gelernt.

Die Einsatzstelle, das Watoto Wema Centre,  ist ein Waisenheim und hat neben wechselnden internationalen Freiwilligen (als ich da war, gab es im Durchschnitt immer 3-6 Freiwillige) angestellte Mitarbeiter, die von Spendengeldern bezahlt werden. Das Heim hat im Moment ca. 50 Kinder. Die Kinder von der Pre-Unit bis zur 2. Klasse werden im Heim unterrichtet, alle anderen Kinder gehen auf öffentliche Schulen. Meine Aufgabe bestand am Anfang darin zu unterrichten und Nachmittagsprogramm mit den Kindern durchzuführen in Form von Workshops, Spielen, Sport oder Basteln.

Nach einiger Zeit habe ich eine ehemalige Freiwillige des Watoto Wema Centres kennengelernt, die den Verein Watoto Wema e.V. gegründet hat um Spenden und Patenschaften für die Kinder zu finden. Dort bin ich nach einiger Zeit eingestiegen und habe mit ihr die Vereinsarbeit zusammen gemacht. Das heißt zu meiner Arbeit kamen auch Dinge hinzu wie Websideaktualisierung oder Spendenkalkulationen.

Im Großen und Ganzen, ist es aber egal welcher Arbeit man dort nachgeht - keine wäre  eine Belastung. Ich bin jeden Tag sehr müde aber unglaublich glücklich nach Hause gekommen und habe mich immer wieder darüber gefreut, dass alles NICHT nach Plan gelaufen ist und ich dort bin wo ich letztendlich gelandet bin.

Die Vorbereitung die ich von ijgd bekommen habe, hat mich gut auf meine Zeit in Kenia vorbereitet, wobei mir die Gespräche mit Rückkehrern am meisten gebracht haben. Auch die Betreuung meiner Organisation vor Ort (CIVS) war völlig in Ordnung. Es ist eine Freiwilligendienst- Organisation, die in der kenianischen Realität agiert. Somit war nicht immer alles pünktlich aber hat irgendwie trotzdem klappt. Ich konnte immerhin problemlos meine Einsatzstelle wechseln wofür ich sehr dankbar bin.

Meine wichtigste Erfahrung im MTV war, die Dinge im Leben wertzuschätzen, Unterschiede zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen zu machen und selbst wenn ich mit meiner Arbeit und meinen Gesprächen mit meinen kenianischen Mitmenschen nur eine kleine Spur hinterlassen habe, hat Kenia eine sehr große Spur bei mir hinterlassen.

Für die Zukunft hoffe ich, dass ich sobald es geht wieder zurückkommen kann. Da ich aber dank der Vereinsarbeit in ständigem Kontakt zu der Einsatzstelle stehe,  wird dies wohl früher oder später möglich sein.