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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Kenia 2010

 

Name:  Julia B.
Organisation: CIVS
Projekt: MTV/06/10 St. Claires Children's Orphanage 
Zeitraum: 03.07.10 - 27.08.10 (2 Monate)


Wow.. wie soll ich hier bloß leben?? Mich waschen, zähneputzen, essen,..?? Das sieht alles so schmutzig und aus und wer von den vielen Leuten hier im Haus gehört eigentlich zu meiner Gastfamilie?? Oh nein, warum ist jetzt das Licht ausgegangen? Ein paar erste Gedanken bei der Ankunft in meine Gastfamilie.

Warum MTV? Lernen, Reisen, Unterstützen und zudem Erfahrungen für das spätere Berufsleben sammeln- es schien mir eine ideale Kombination zu sein, die ein gewöhnlicher Strandurlaub nicht bieten kann.
Warum Kenia? Da es dort möglich ist, sich alleine frei zu bewegen und herumzureisen. Vor 2 Jahren habe ich ein Workcamp in der Elfenbeinküste gemacht, wo dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich war.

Mein Projekt befand sich in Kisumu, direkt am Viktoria See. Die HIV/AIDS Rate im Raum von Kisumu ist die höchste von ganz Kenia. So wurde die Stadt auch von den Vereinten Nationen ausgewählt, um zahlreiche Projekte gegen HIV/AIDS durchzuführen.

Gearbeitet habe ich in einem Waisenheim, dem St. Clares Children's Orphanage. In dem Heim leben 48 Kinder (bis ca. 7 Jahre alt) und 4 Babys. Ich habe mich vor allem um die Babys gekümmert. Was zuerst etwas eintönig schien, stellte sich schon nach ein paar Tagen als richtig erfüllende Aufgabe heraus, auf die man nicht mehr verzichten wollte. Gearbeitet habe ich immer von Montags bis Freitags von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr. Manchmal bin ich auch am Nachmittag oder am Wochenende vorbeigekommen. Ich habe die Babys gefüttert, mit ihnen gespielt und teilweise laufen geübt, sie schlafen gelegt oder sie einfach durch die Gegend getragen. Ab und zu sind wir mit ihnen auch ins Krankenhaus gefahren. Mit mir im Heim gearbeitet hat Tim, ein Freiwilliger aus Deutschland.

Nachdem ich zwei Heime von anderen Freiwilligen in Nairobi gesehen habe, muss man sagen, dass das St. Clares Children's Orphanage in einem relativ guten Zustand ist. Es gibt richtige Klassenzimmer, die mit dem Wichtigsten ausgestattet sind, sowie eine große Küche, einen Garten und sogar einen kleinen Spielplatz. Insgesamt habe ich mich bei meiner Arbeit sehr wohl gefühlt, was auch an den netten kenianischen Frauen lag, die im Heim gearbeitet haben.

Gewohnt habe ich im Haus meines Projektleiters. Dort lebte ich mit ihm und seinen 5 adoptierten, ehemaligen Straßenjungs. Die Jungs haben mich super aufgenommen und mir dabei geholfen mich einzugewöhnen. Dafür, dass ich am Ankunftstag einen kleinen Schock hatte, habe ich mich nach ca. 2 Wochen schon richtig zu Hause gefühlt. Da es kein fließend Wasser gab, musste man vor dem Duschen, Zähneputzen, Klamotten waschen oder dem Toilette spülen erstmal Wasser aus einer Tonne holen, die einmal täglich aufgefüllt wurde. Ich war überrascht wie schnell man sich an diese neuen Vorgänge gewöhnt hat und mit wie wenig Wasser man auskommen kann.

Das Essen war in Ordnung. Morgens gab es Toast mit Margarine und Tee, Mittags und Abends wechselnde Kombinationen aus Maisbrei, Bohnen, Kohl, Linsen, Reis und manchmal auch Rührei oder ein bisschen Fleisch.

In meiner freien Zeit habe ich viel Zeit mit Tim und den Kenianern verbracht, die wir kennengelernt haben. Wir waren zum Beispiel im Schwimmbad, am Viktoria See oder in Bars und Clubs. Mal abgesehen davon, dass wir super viel Spaß zusammen hatten, war es natürlich auch sehr interessant, Kenianer im gleichen Alter kennenzulernen.

Was ich toll fand war, dass CIVS uns in der Einführungswoche dazu ermutigt hat, während unseres Aufenthalts auch das Land kennenzulernen. Auch die Ansprechpartner im Heim waren sehr flexibel mit den Arbeitszeiten und es war gar kein Problem, mal ein paar Tage frei zu nehmen, um auf Safari zu gehen. So war ich in einem Nationalpark, Bergsteigen, im Regenwald und an der Küste zum Baden.

Meine zu Anfang geschilderten Erwartungen an mein MTV haben sich alle bestätigt: Ich habe viel gelernt, das Gefühl gehabt, nützlich zu sein, ich bin gereist und weiß jetzt, dass ich beruflich mal länger in Afrika arbeiten möchte. Noch dazu kommt, dass ich richtig viel Spaß hatte. 2 Monate sind leider nicht ausreichend, um so richtig in die kenianische Kultur einzutauchen. Trotzdem war es eine bereichernde Erfahrung zu sehen, dass Menschen andere Realitätswahrnehmungen, andere Denkweisen, andere Wertevorstellungen und Höflichkeitsvorstellungen haben können, als wir. Dadurch habe ich auch viel über meine eigene Kultur gelernt.

Insgesamt kann ich die Organisation CIVS empfehlen, die sich gut gekümmert hat, nette Ansprechpartner hatte und sich sehr flexibel und hilfsbereit bei individuellen Angelegenheiten und Wünschen gezeigt hat.