Kompetenznachweis International jetzt bei ijgd
ijgd Berlin hat im vergangenem Jahr die erste Ausbildung zur AnwenderIn des Kompetenznachweis International (KNI) durchgeführt. Sechs Teamerinnen haben daraufhin die Befähigung und Berechtigung erhalten, Kompetenznachweise auszustellen. Antje Springer, eine der Teamerinnen, berichtet über ihre Erfahrungen:
"Der Kompetenznachweis International hat mich beruflich wie auch persönlich weitergebracht. Ich habe diesen Sommer die Ausbildung zur Anwenderin absolviert und habe im Laufe dieses Prozesses sehr hohe persönliche Lernerfahrungen gemacht.
Der Blick auf Menschen, Situationen und Vorfälle wird intensiviert und die Selbstreflexion verstärkt: ‚Wie hätte ich oder habe ich in derselben Situation reagiert? Hätte ich es auch so gemacht?‘
Man beginnt Kompetenzen zu erkennen, in den einzelnen CampteilnehmerInnen, im/in der Co-TeamerIn, im/ in der ProjektträgerIn oder womöglich auch im/in der VorarbeiterIn. Man kann dies als eine besondere Wertschätzung des Menschen sehen, jedoch auf professionelle Art.
Sicher besteht immer die Gefahr, Handlungen und Entscheidungen zu wohlwollend einzuschätzen, weswegen das Wissen um das genaue Ausfüllen der Beobachtungs-und Dialogbögen sowie um das gemeinschaftliche Arbeiten, zwischen Anwender und Teilnehmer, gegeben sein muss. Vorgänge müssen gemeinsam analysiert und reflektiert werden um sie richtig einschätzen zu können.
Insbesondere die Gespräche mit meiner Co-Teamerin haben uns beiden auf dem Camp meist einen anderen Blickwinkel auf Dinge eröffnet. Bisher fand in meinen Workcamps noch nie ein vergleichbar produktiver Teamaustausch statt. Ebenso die Reflexion nach dem Camp, das Schreiben der Praxisdokumentation und die erneute gemeinsame Beschäftigung mit den Beobachtungs-, und Dialogbögen sind Anteile von dokumentierter evaluierter internationaler Jugendarbeit, was ebenso zur ihrer qualitativen Verbesserung beiträgt.
All dies ist ebenso nützlich für die offene Jugendarbeit, in der ich tätig bin. Einen kleinen Überblick zu besitzen, was z.B. Sozial-, Selbst-, oder Methodenkompetenzen sind, und woran bzw. in welchen Situationen ich sie erkennen kann, ist sehr hilfreich.
Kompetenzen erkennen zu können und diese den Jugendlichen erfahrbar und ersichtlich zu machen, sind wichtige Schritte in der Förderung und dem Empowerment in der Jugendarbeit."
Der Kompetenznachweis International (KNI) wurde in den letzten Jahren im Rahmen der "Nachweise International" entwickelt. Er bescheinigt Teilnehmenden und Teamer/innen bei internationalen Jugendprojekten in detaillierter Form individuell gezeigte Kompetenzen. Jugendliche werden dadurch für ihre eigenen Kompetenzen sensibilisiert und erhalten ein aussagekräftiges, attraktives Dokument. Um den Kompetenznachweis International ausstellen zu können, bedarf es einer zweiteiligen Ausbildung und eines Praxisprojekts. In der Ausbildung lernen die Teilnehmenden, gezeigte Kompetenzen sachlich fundiert, urteilsfrei und wertschätzend zu dokumentieren und den Jugendlichen rückzumelden. Während des Praxisprojekts üben die Teilnehmenden den Kompetenznachweis anzuwenden. Das Verfahren des Kompetenznachweises sensibilisiert Jugendliche und die anwendenden Fachkräfte für ihre persönlichen Fähigkeiten. Sie werden angeregt, interkulturelle Prozesse, an denen sie selbst beteiligt sind, bewusster zu beobachten und zu reflektieren. Durch den Nachweis erhalten Jugendliche eine Anerkennung und Wertschätzung ihres internationalen Engagements. Der Kompetenznachweis International initiiert und dokumentiert somit Bildungsprozesse in der außerschulischen internationalen Jugendarbeit und macht Bildungswirkungen nach außen sichtbar.
Mehr dazu unter www.open-the-world.net.
Für weitere Infos zur Ausbildung bei ijgd Berlin feri.kopan@ijgd.de kontaktieren.