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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Überlasst das Verhandeln nicht den Wirtschaftsbossen!



Pause für Nina Salzer (v.l.) und ihre MitstreiterInnen.
Rebecca Johnson, Direktorin des Acronym Institute for Disarmament Diplomacy mit dem NPT TV-Team.
INterview, Interview, deshalb war das Team auch nach New York gekommmen.
Kurze Absprache auf dem Flur des Kongressgebäudes - Nina Salzer in der Mitte hinten.

Eine ehemalige ijgd-Freiwillige über ihr heutiges Engagement

 

Nina Salzer war 2008/2009 mit ijgd in Chennai in Indien. "Der Aufenthalte war eine wichtige Erfahrung für mich und hat mich stark geprägt", sagt die heutige Studentin für  Internationale Beziehungen an der TU Dresden. Nachdem sie ihren weltwärts-Dienst beendet hatte, wieder heimwärts gezogen war, ist sie nun Mitglied von NPT TV, einer von Studierenden getragenen Organisation zu nuklearer Abrüstung. Seit 2007 betreibt das Studenten- und Schüler-Team die Internetplatform www.npt-tv.net, auf der umfangreiches Interview- und Informationsmaterial zum Thema Atomwaffen-Sperrvertrag veröffentlicht wird.

Im Mai 2010 war Nina mit einem NPT TV Team, einer Gruppe von Schülern und Studenten aus ganz Deutschland, in New York auf der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages. Dort versuchte das Team Tag für Tag Licht "in das diplomatische Um-Ein-Wort-Debattieren" zu bringen und der Öffentlichkeit, besonders auch Studierende, zu sensibilisieren. Ihre Erfahrungen und Eindrücke beschreibt Nina so:

 

"1970 ratifizierten 189 Staaten dieser Erde den Atomwaffensperrvertrag, der vorsieht, die Welt atomwaffenfrei zu gestalten. Dieses Jahr sind es 40 Jahre, in denen die Nuklear-Waffen-Staaten die Möglichkeit hatten, ihren Verpflichtungen nachzugehen. Wir haben eine Website ins Leben gerufen, www.npt-tv.net, die Interviews mit Delegierten, Botschaftern, Journalisten, Friedensnobelpreisträgern und NGO-Repräsentanten bereitstellt, wodurch eine unabhängige Meinungsbildung gewährleistet wird. NPT TV hat schon die ersten Schritte auf dem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft getan. Wir versuchen das Interesse für dieses brisante Thema, dem leider so wenig Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit geschenkt wird, zu wecken.

Warum tun wir das? Heutzutage haben die Bomben mehr als die 500-fache Sprengkraft, als diejenigen, die im zweiten Weltkrieg von den USA eingesetzt wurden. Fast 700 Sprengköpfe sind auf europäischem Territorium stationiert, davon 20 in Deutschland. Wenn es zu einer nuklearen Auseinandersetzung kommen würde, könnte mit dieser Kapazität der existierenden Atomsprengköpfe mehrere Male die Welt vernichtet werden.

Überlasst uns das Verhandeln über die Zukunft unseres Planeten nicht nur den Wirtschaftsbossen und Machthungrigen!

Zum Atomwaffensperrvertrag oder Nichtverbreitungsvertrag (engl. Non-Proliferation-Treaty) findet alle fünf Jahre eine Überprüfungskonferenz statt, in der die Vertragsparteien versuchen ihre Interessen und Anliegen durchzusetzen. Auf der diesjährigen Konferenz in New York filmten wir Interviews mit Diplomaten sowie NGO- und Think Tank- Leitern zu allen Fragen der nuklearen Abrüstung und Nichtverbreitung. Wir wollen durch unsere Arbeit Aufmerksamkeit auf das wichtige und kritische Thema Nuklearer Abrüstung lenken, das bisher kaum in der Öffentlichkeit beachtet wird. Durch Bereitstellung von vielseitigem Informationsmaterial zu verschiedensten Aspekten, aus  unterschiedlichsten Perspektiven, möchten wir die Bildung einer öffentlichen Meinung zum Thema ermöglichen um damit langfristigeine gesellschaftliche Stellungnahme und öffentlichen Druck auf die Politik anzuregen.

Der Atomwaffensperrvertrag beinhaltet elf Artikel, die man in drei Hauptsäulen zusammenfassen kann: die Nichtverbreitung von nuklearer Technologie, die Verpflichtung von Russland, China, USA, Großbritannien und Frankreich (die so genannten P5) irreversibel abzurüsten und das Recht friedlich Atomenergie zu nutzen. Es bilden sich drei größere Interessengruppen heraus: Die P5, denen in dem Vertrag rechtlich der Besitz von Atomwaffen zuerkannt wird. Auf der anderen Seite befinden sich alle restlichen 184 Staaten, die entweder schon abgerüstet haben oder noch nie in dem Besitz von Nuklearwaffen waren. Die dritte Gruppe besteht aus vier Staaten, die den Vertrag nicht unterschrieben haben. Drei von - Pakistan, Indien und Nordkorea - bestätigten offiziell ihre Atomwaffenprogramme. Israel, der vierte Nicht-Mitglieds-Staat, beharrt auf seine konkrete Intransparenz.

Zieht man eine Bilanz unter die bisherigen Verhandlungen, kann man kleine Erfolge erkennen, wie z.B. die Middle East Resolution von 1995, die eine nuklearwaffenfreie Zone im Nahen Osten vorsieht. Doch das Gegengewicht der Misserfolge ist ziemlich schwer. Die fünf Nuklearwaffenstaaten schaffen es, die breite Bevölkerung mit kleinen Abrüstungsverträgen, wie z.B. der neue START Vertrag, der im April von Präsident Barack Obama und Präsident Dimitri Medwedew unterzeichnet wurde, abzuspeisen.
Dabei werden die Nukleararsenale ständig modernisiert, was den Abrüstungsvereinbarungen entgegen wirkt. Auch der Verkauf von Nukleartechnologie wird weiterhin akzeptiert.

Atomwaffen abzuschaffen ist wichtiger als vieles andere, denn die Unkontrollierbarkeit und die negativen Auswirkungen werden viel mehr Schaden anrichten, als andere Unglücksfälle oder eine Wirtschaftskrise. Denn für uns alle sind die Erhaltung unseres Planeten und das Vermeiden von Leid, wie es die Opfer von Hiroshima und Nagasaki erfahren mussten,
essentiell .

Also guckt vorbei auf www.npt-tv.net und erfahrt mehr!"

 

Mail an Nina Salzer

17 Minuten zum Zuschauen, Zuhören und Nachdenken: Das Video "Hair Trigger Alert".

Hair Trigger Alert from NPT TV on Vimeo.