deutsch  
INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp in Russland

die Kids und wir
unsere Knet-Landschaft
die Knet-Landschaft im Detail

"Just paint it!" - Yahroma 2009

von Lisa Weiß

 

Da ich mich schon seit langem für Osteuropa interessierte war ich überglücklich, als ich die Bestätigung von IJGD bekam, dass ich und meine Freundin Jenny an einem  Workcamp in Russland teilnehmen können! Nachdem dann auch das russische Visum beantragt war, dass sich übrigens problemlos über eine Reiseagentur machen lässt, konnte es dann losgehen!


In Moskau angekommen waren wir selbst als Berliner zunächst überrascht von dem Ausmaß der Stadt! Wir hatten vorab einen Russischkurs belegt, der uns zumindest beim Metro-Plan lesen eine große Hilfe war! Wir waren eine Gruppe von 5 Teilnehmern, zwei Deutsche, zwei Türken und eine Russin, die gleichzeitig auch unsere Campleaderin war! Wir hatten uns an einem Bahnhof in Moskau getroffen und von da ging es dann nach Yahroma, dem Ort in dem das Camp stattfand. Der Ort liegt ca. 80 km nördlich von Moskau und somit nicht all zu weit weg, um an den Wochenenden nach Moskau fahren zu können!


Mit unserer Unterkunft haben wir großes Glück gehabt. In Yahroma gab es ein Hotel, und da der Hotelbesitzer mit den Verantwortlichen unseres Camps befreundet war, hat er uns bei sich umsonst schlafen und frühstücken lassen! Eine große Überraschung für uns alle, doch das war sein Beitrag an unserem freiwilligen Einsatz!


In unserem Camp
wurden wir herzlich empfangen! Meine Sorge sich doch ein wenig fremd in diesem Land und bei diesen Leuten zu fühlen war bereits nach dem ersten Abendessen verflogen. Wir befanden uns in einem Kunststudio, welches erbaut wurde, um den Waisenkindern der Umgebung buchstäblich etwas Farbe in ihr Leben zu bringen. Der Besitzer und Künstler des Studios Kolja klärte uns zunächst auf, dass Waisenkinder in Russland eher wie Gefangene gehalten werden. Sie haben kein warmes Wasser, Gitter vor den Fenstern und feste Zeiten, an denen sie im Hof spielen dürfen. In seinem Studio praktiziert er Kunsttherapie, eine Möglichkeit die Kinder zu fördern und zu entspannen. Ihnen mangelt es an Liebe und Zuwendung und viele von ihnen werden als geistig benachteiligt eingestuft. Kolja kämpft seit  Jahren für mehr Aufsehen der Waisenkinder und bat auch uns, in Deutschland und in der Türkei Organisationen anzuschreiben, die das Projekt eventuell unterstützen können!


Unsere Aufgaben
bestanden darin, dass Kunststudio zu streichen und neu zu gestalten, den Kindern bei ihren Kunstprojekten zu helfen und mit ihnen im Waisenhaus zu spielen!
Sie sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir konnten uns auch ohne die Sprache des anderen zu verstehen gut verstehen! Jeden Tag hatten wir viele kleine Helfer. Die Kinder und Frauen der ärmlichen Nachbarschaft waren sehr interessiert an uns und kamen oft vorbei! Wir hatten sogar zweimal die Möglichkeit eine Art kulturelle Party mit den Kindern zu feiern. Wir haben deutsche, russische und türkische Lieder gesungen, getanzt und unsere Länder vorgestellt. Am letzten Abend gab es dann ein 3 Gänge Menü und jedes Land hatte einen Gang zu servieren. Gekocht haben wir sonst immer gemeinsam.


In unserer Freizeit
fuhren wir wie gesagt an den Wochenenden nach Moskau oder haben die Gegend erkundet. Am Abend hatte Kolja öfters einen Projektor im Studio aufgebaut und wir konnten einen Film sehen!


Wir hatten eine tolle Zeit
, die uns aber auch gezeigt hat wie schlecht es einigen Kindern auf der Welt gehen kann. Außerdem haben wir viel über andere Kulturen gelernt. Russland ist ein Land voller Kontraste, die es zu entdecken gilt! Fremd, allein oder verängstigt habe ich mich nie gefühlt, alle anfänglichen Zweifel, die ich besaß haben sich also nicht bestätigt!

Ich vermisse das Camp!