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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Thailand 2009

Erfahrungsbericht Lara K.

Name der Partnerorganisation: Greenway

Name und Ort des Projektes: Inburi- Village, Thailand

Inhaltliche Ausrichtung: English Teaching

Zeitpunkt: Mitte September 2009 – Mitte Januar 2010

Für mich stand fest, dass ich nach meinem Abitur im Juli 2009 erstmal ins Ausland gehen möchte. Eine völlig fremde Kultur kennenzulernen und zu sehen, wie die Menschen in ärmeren Ländern leben, hat mich schon lange interessiert. Außerdem wollte ich möglichst meine Englischkenntnisse etwas verbessern. Im September war es dann soweit und nach 10 Stunden Flug landete ich in Bangkok. Die Abholung hat gut geklappt und kurz darauf lernte ich meine thailändische 23-jährige Betreuerin und einen amerikanischen Freiwilligen, mit dem ich die nächsten 2 Monate zusammen leben sollte, kennen. Die Verständigung mit den beiden klappte super, obwohl meine Betreuerin alles andere als perfektes Englisch sprach.

In meinem Projekt war ich die einzige Freiwillige. Der Amerikaner hatte sich für das environment- Projekt angemeldet. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich mein Projekt mit anderen internationalen Freiwilligen machen würde, aber das war leider nicht der Fall.

Wir wohnten also zu zweit in einem einfachen Haus. Es gab 2 Toiletten im Haus (eine Thai-Toilette, d.h. einfach ein Loch im Boden und eine „normale“, bei der es aber keine Spülung gab. Man musste mit einem Schöpfeimer Wasser aus einem Becken nehmen.) Unsere Wäsche haben wir in großen Schüsseln mit kaltem Wasser gewaschen. Geschlafen haben wir auf sehr harten, dünnen Matratzen mit aufspannbarem Moskitonetz über der Matratze. Die Küche war auch sehr einfach und nicht sehr sauber. Mäuse, Kröten, Eidechsen, Ameisen und andere Krabbeltiere lebten mit uns im Haus. Daran musste man sich auch erstmal gewöhnen, aber das war nach ein paar Wochen kein Problem mehr.

Meine Arbeit bestand darin, den Grundschulkindern Englisch beizubringen. Das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Die Englischlehrer/innen konnten kaum Englisch. Es gab nur eine Lehrerin, mit der ich mich unterhalten konnte. In ihrer Klasse haben wir viele Spiele (pictionary, Bingo, Uno etc.) gespielt und ich habe den Kindern/bzw. der Lehrerin mit der Aussprache geholfen. In den anderen Klassen war ich ziemlich überfordert und oft hilflos, da mich die Lehrer mehrmals einfach allein gelassen haben. Da bin ich meistens mit den Kindern raus und wir haben Spiele wie z.B. Volleyball, Badminton etc. draußen gespielt.

Mein Alltag sah die ersten 3 Monate so aus, dass ich morgens gegen 9 Uhr mit dem Fahrrad in die Schule gefahren bin und dort bis zum Schulschluss (15:30 Uhr) geblieben bin. Nachmittags habe ich Wäsche gewaschen, bin mit meiner Betreuerin zum Markt gefahren oder habe ihre Familie besucht.

An den Wochenenden habe ich ab und zu Ausflüge gemacht. Leider war das anfangs noch sehr schwierig, weil der Amerikaner immer alleine unterwegs war und ich mir anfangs noch nicht zugetraut habe, alleine zu reisen. Später habe ich Leute in Bangkok kennengelernt, mit denen ich auch am Wochenende öfter was unternommen habe. Nach 2 Monaten hat der Amerikaner sein Projekt beendet und somit war ich dann erstmal allein im Haus. Meine Betreuerin hat dann ab und zu bei mir mit im Haus übernachtet oder mich zu ihr nach Hause eingeladen. In dieser Zeit habe ich mich ziemlich allein gefühlt, da ich mit niemandem die ganzen neuen Eindrücke und Erlebnisse teilen konnte. Gleichzeitig habe ich so natürlich einen guten und Einblick in die thailändische Kultur gewinnen können. Mit meiner Betreuerin bin ich auch jetzt noch sehr gut befreundet.

Die ijgd-Vorbereitung war sehr hilfreich. Vorallem der Bericht der Rückkehrerin hat mir sehr geholfen mich auf mein MTV vorzubereiten.

Die Betreuung durch meine thailändische Betreuerin hätte nicht besser sein können, allerdings fand ich es nicht so toll, dass ihre Chefin jeden Monat ankündigte, dass neue Freiwillige in mein Projekt kommen würden und es nie stimmte. Deswegen habe ich nach 3 Monaten das Projekt mit Greenway beendet und habe dann noch mein eigenes Projekt gemacht. Ich hatte mittlerweile eine thailändische Frau in meinem Dorf kennengelernt, die ein homestay hat. Ein Zimmer hatte sie noch frei und da wohnte ich dann die nächsten 6 Wochen. Unterrichtet habe ich im gleichen Dorf, allerdings an einer Mönch-Schule.

Das war die beste Erfahrung, die ich machen konnte. Die Mönche haben eine ganz andere Sicht auf das Leben und während ich bei ihnen unterrichtet habe, habe ich gelernt, dass man auch, wenn man in vergleichsweise armen Verhältnissen lebt, glücklich sein kann. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Menschen in Thailand insgesamt sogar glücklicher sind als die Menschen hier in Deutschland.

Ich selbst bin offener geworden und nehme die Alltagsprobleme lockerer hin als vorher.

Es war definitiv die richtige Entscheidung nach Thailand zu gehen. Jetzt bin ich seit 2 Wochen wieder in Deutschland und kann es kaum abwarten, wieder nach Thailand zu reisen und meine Freunde dort zu besuchen.