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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Togo 2011

ngng MildenbergerName: Louise Z.
Partnerorganisation: ASTOVOT 
Einsatzstelle: ENVOL in Kpalime (Togo), Assistenzarbeit in einem Zentrum für Kinder mit geistiger Behinderung / Betreuung der Kinder
Zeitraum: Januar – April 2011
Dauer: 3 Monate

Direkt nach meinem Abitur mit dem Studium anzufangen, war für mich völlig ausgeschlossen. Erst einmal wollte ich mehr von der Welt sehen, mein Französisch verbessern und am besten noch etwas Gemeinnütziges tun. So entschied ich mich dazu, bei ijgd einen Mittelfristigen Freiwilligendienst im französischsprachigen Afrika zu machen. Wegen den politischen Unruhen an der Elfenbeinküste fiel die Wahl automatisch auf Togo. Zudem hatte ich viel Positives von ehemaligen Freiwilligen gehört, und auch die große Auswahl an Projekten sprach für ein MTV dort.
Anfang Januar 2011 kam ich dann am Flughafen von Lome an. Da ich davor schon einen Monat privat als Freiwillige in Kenia gearbeitet hatte, habe ich bei meiner Ankunft keinen zu großen „Kulturschock“ erlitten. Trotzdem waren die ersten Eindrücke, insbesondere der chaotische Straßenverkehr, ziemlich überwältigend. Da ich aber von einem Mitarbeiter der lokalen Organisation Astovot abgeholt wurde, war das erste Ankommen kein Problem. Ziemlich übermüdet kam ich dann zur Taxisation, um anschließend ca. 3 Stunden völlig eingequetscht in einem „Bushtaxi“ nach Kpalime zu fahren. Dort wurde ich dann von meiner Organisation begrüßt und zu meiner Gastfamilie begleitet. Auch wenn ich zunächst nur sehr wenig verstanden habe, wurde ich sofort sehr herzlich von allen aufgenommen.
In meiner Familie war ich bereits die achte Freiwillige, was wahrscheinlich auch erklärt, warum alle so offen und verständnisvoll waren, wenn ich mal etwas nicht verstanden habe. Insgesamt habe ich mich in meiner Familie absolut wohl gefühlt und alle waren super aufgeschlossen. Auch beim Kochen hat sich meine Gastmutter immer besonders viel Mühe für mich gegeben, da das traditionell togolesische Essen schon ein wenig speziell und vor allem sehr einseitig ist. Eine weitere positive Überraschung war die große Freiheit, die ich hatte; ohne Probleme konnte ich auch abends länger ausgehen, Alkohol trinken etc. Doch auch wenn meine Familie zwar an europäische Freiwillige gewöhnt ist, habe ich trotzdem den ganz normalen Alltag einer togolesischen Familie miterleben dürfen und viel darüber gelernt.
Auch mit meinem Projekt bei ENVOL einem Zentrum für Kinder mit geistigen Behinderungen war ich sehr zufrieden. Es war zwar nicht meine erste Wahl gewesen, doch wurde ich schon vor meine Ankunft darüber informiert, dass ich wahrscheinlich dort arbeiten würde, und war völlig einverstanden damit. Insgesamt haben wir ungefähr 15 geistig behinderte Kinder betreut, die in drei verschiedene Unterrichtsklassen eingeteilt wurden. Die Arbeit war zwar manchmal anstrengend, aber hat mir super viel Spaß gemacht. Vor allem der Direktor und die anderen Lehrer waren sehr nett und oft konnte ich auch selbst entscheiden, was ich mit den Kindern machen möchte, bzw. Vorschläge machen. Darüber hinaus hatte man immer ab 12 Uhr frei, so dass jeden Tag noch Zeit blieb, um auch andere Dinge zu machen. Die einzige Kritik, die ich habe, ist die Tatsache, dass man nicht besonders viel helfen kann. Natürlich ist jede zusätzliche Kraft gut, da man mit mehr Personal viel besser individuell auf die verschiedenen Schwächen und Stärken der Kinder eingehen kann, aber trotzdem war meine Hilfe nicht wirklich notwendig. Auch die Tatsache, dass ich nur vier Monate geblieben bin (die Zeit vergeht so viel schneller, als man erwartet!), kam erschwerend hinzu, da ich mich sonst wahrscheinlich bemüht hätte, noch privat nachmittags so etwas wie Englischklassen anzubieten. Aber wirklich helfen oder etwas bewegen kann man ohne Ausbildung und innerhalb so kurzer Zeit nicht. Doch auch wenn ich das Gefühl hatte, nicht besonders viel geben zu können, habe ich umso mehr von diesen vier Monaten mitnehmen können und kann ein MTV in Togo nur jedem empfehlen, da es echt eine besonders tolle Erfahrung ist.