Workcamp in den USA
Concord, New Hampshire 2009
von Dominique Cichon
“I’m Dominique from Germany“. Das war so der Standardsatz, den ich am häufigsten, neben einem unausgeschlafenem “pardon“, in diesen zwei wundervollen Wochen gesagt habe.
Die Anreise pünktlich am ersten Workcamptag war sehr unkompliziert. Es lief alles nach Plan bzw. nach Campinformation. Herzlichst empfangen, aber sehr müde, kam ich im Camp an.
Das erste Wochenende war sehr locker zur Eingewöhnung. Keine besonderen Aufgaben bestanden uns vor, dafür konnten wir, Freiwillige, uns erstmal näher kennen lernen. Dieses Jahr gab es mehr männliche als weibliche Freiwillige.
Wir haben in einer Unitarian Universalist Church gelebt. Hört sich zwar alles sehr streng gläubig an, war es aber in keiner Weise. Die Kirche kann zum Beispiel mit einem großen Pfarrheim verglichen werden. Es gab insgesamt 4 Restrooms (Bäder, aber ohne Duschen), mehrere Aufenthalsträume, mehrere Klaviere und eine schöne große Küche. Da kann man nichts Schlechtes berichten. Alles war schön sauber. Und an diesem Gebäude war eine Sanctuary angebaut, es sah wie eine Kapelle aus, die an jedem gewöhnlichen Krankenhaus verbunden ist.
Jeden Tag bestand die Möglichkeit zu duschen, jedoch in YMCA, da es in der Unitarian Universalist Church keine Duschen gab. Das war auch ganz amüsant. Denn einige nutzten die Zeit nicht immer sofort zum Duschen, sondern gingen erst eine Runde Basketball spielen.
Unsere Freiwilligenarbeit bestand darin, im Day Camp Audubon anderen Betreuern auszuhelfen. Es wurde viel gebastelt, Geschichten erzählt, Fußball gespielt, gewandert und viel über Tiere beigebracht, da es ein sehr Naturverbundenes, aber ein außergewöhnliches sauberes Campgebäude und – gelände war.
Weitere Freiwilligenarbeit war, die Fenster und die Bänke der Kirche zu putzen und ein wenig Gartenarbeit, das eher Spaß machte als lästig zu erscheinen.
Des Weiteren gehörte zu unserem Peace Workcamp ein Poetry Workshop, das sehr lustig war, ein Treffen mit zwei US-Soldaten, die ihren Dienst frühzeitig aufgehört haben. Dazu sahen wir uns den Film “Soldier of Conscience“ an. Es war sehr bewegend. Ich denke, erst hier wurde mir bewusst, womit Soldaten tagtäglich konfrontiert werden und welchen Job sie ausüben müssen. Ebenfalls gab es ein Drumming Workshop (afrikanisches Trommeln). Für mich persönlich das interessanteste und lustigste, weil ich bereits sieben Jahre lang in meiner Schule in einer Arbeitsgemeinschaft getrommelt habe. So habe ich neues gelernt, neue Erfahrungen gesammelt und mir wurde nicht langweilig!
Am Wochenende waren wir in der Stadt Portsmouth, die an dem großen See namens Atlantik liegt. Hier konnten wir sehr gutes Wetter genießen und am Strand schwimmen gehen. Danach sahen wir uns noch im Park eine Schauspiel „Grease“ von Studenten aufgeführt an. Am Ende ließen wir uns noch mit den Schauspielern fotografieren.
Einen Tag danach waren wir in den White Mountains, genauer gesagt wir sahen uns Wasserfälle an und man durfte dort schwimmen! Einige gingen freiwillig oder fielen unfreiwillig ins Wasser hinein. Neben fantastischen Fotos hatten wir alle viel zu lachen und viel Spaß!
Von der Freiwilligengruppe kann man auch nur in höchsten Tönen sprechen: Alle haben ein traditionelles Gericht ihres Herkunftslandes gekocht, das von allen sehr gut war. Ich kann nur zitieren „French dinner without wine unpossible!“ Der Geschirr- und Müllententsorgungsdienst lief ebenfalls einwandfrei. Dabei halfen einige regelmäßig mit, obwohl sie nicht gerade Dienst hatten. Trotz einer sehr internationalen Truppe (Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Ukraine, Südkorea, China und USA) verstanden wir uns alle sehr gut. Abends spielten wir meistens Karten. Ich habe so viele neue Kartenspiele gelernt. Fantastisch! Am Ende erstellten wir eine DVD mit allen Fotos der Freiwilligen, sodass jeder genug Erinnerungen schon mal nach Hause nehmen kann.
Neben allen Freiwilligenaufgaben hatten wir häufigen Kontakt zu einheimischen Amerikanern, die sehr freundlich und hilfsbereit sind. Schließlich waren wir zu drei Dinners eingeladen. Wir erlebten, was ein amerikanisches Barbecue und Lagerfeuer mit Marshmallows ist. Zu Anfang des Workcamps wurden wir sogar zu jemanden eingeladen, nur um den Swimming-pool nutzen zu dürfen (inkl. Verpflegung: Trinken und Snacks versteht sich!).
Wettermäßig hatten wir alles, sehr heiße Tage, aber auch Regentage. Aber für Abkühlung wurde gesorgt…
Fazit: Mit dem Schulenglisch kommt man meines Erachtens sehr weit, auch wenn es nicht das Beste ist. Ich bin sehr zufrieden, diesen großen Schritt alleine in meinem Leben getätigt zu haben. Außerdem habe ich eine Gruppe in Facebook geöffnet, in der wir uns regelmäßig schreiben.
Eine bessere Variante in Amerika mit freundlichen Menschen in Kontakt zukommen als dieses Workcamp, gibt es nicht. Es sei denn, man geht vielleicht für ein halbes Jahr oder länger ins Ausland…



