Workcamp in den USA

- unsere Campgruppe

- Terrasse mit super Ausblick

- unsere Unterkunft

- Essen mit den Direktoren

- Ausflug mit den Patienten
4 Wochen zwischen Arbeit und Sightseeing
Manhatten, New York 2008
von Thomas Machinek
Nach langen Recherchen über zahlreiche Organisationen und Workcamps in der Welt habe ich mich schließlich für ijgd und das Camp in New York City (Manhatten) entschieden. Durch gute Informationen und ein Vorbereitungsseminar von ijgd waren fast alle Ängste beseitigt und die Reise konnte beginnen. Am 11. August angekommen in New York war erst einmal Seightseeing angesagt, da dass Workcamp erst am 12. August begann. Der erste Kontakt mit den anderen 7 Teilnehmern (Spanien, Finnland, Schweden, Ukraine, Frankreich, Scottland, England) war sehr erfreulich und nett. In den folgenden Tagen hatten wir zahlreiche Seminare und Meetings mit Direktoren und Leitern des Programms.
So nun zum eigentlichen Workcamp:
Wir (die 8 Volunteers) wurden auf 4 Klinken der Organisation „ Housing Works“ aufgeteilt. Jeweils 2 von uns pro Klinik. Housing Works ist eine Organisation, die Menschen, die an Hiv-/ Aids erkrankt sind bzw. durch Drogenmissbrauch geschädigt sind oder auch Obdachlosen, Wohnungen sowie Therapiemaßnahmen und Medikamente zur Verfügung stellt. Einige der Volunteers hatten bereits Erfahrungen mit kranken Patienten, da sie beruflich im medizinischen Bereich tätig sind. Sie wurden auch in der Hauptsache mit praktischen Tätigkeiten in der unmittelbaren Hilfe im Umgang mit Patienten betraut.
Die anderen Teilnehmer, so auch ich, hatten die Möglichkeiten Gesprächs- und Therapiegruppen zu besuchen, hierbei ging es in den Gesprächen um Drogenmissbrauch, Entzug (Verbesserung des eigenen Lebens, weg von Drogen), HIV/ Aids-Vermeidung bzw. wie man bei Erkrankung damit umgehen kann. Gruppen in denen ehemalige Gefangene bzw. Kriminelle mit HIV inviziert, nach ihrer Haft über ihre Erlebnisse berichten.
Es waren sehr interessante Gesprächsrunden, in denen wir uns auch selbst einbringen konnten. Unsere Aufgabe bestand darin, den Patienten über unsere eigene Kultur zu berichten, ich stellte z. B. das Leben an den deutschen Schulen dar, insbesondere die Probleme der Jugendlichen mit Drogen- und Alkoholkonsum. Meine kommunikative Arbeit bestand darin, den Patienten die deutsche Kultur und hier im Besonderen das Leben der Jugendlichen in der Freizeit und der Schule zu vermitteln. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.
Der übliche Tagesablauf
begann mit dem frühen Aufstehen, einige Volunteers hatten einen langen Anfahrtsweg zu Ihrer Einrichtung, entsprechend früher mussten sie Aufstehen, denn die Verkehrswege in New York können schon arg lang sein, ein gemeinsames Frühstück aller Vounteere war deshalb auch leider nicht möglich. Die reguläre Arbeitszeit entsprach ca. 5-6 Stunden pro Tag in den Kliniken. Nach der Arbeit am Nachmittag war dann Freizeit angesagt, selbstverständlich ging es dann gleich ab zum Seightseeing. Shopping am Broadway oder in die 5th Avenue, den zahlreichen Shops in Brooklyn oder Chinatown.
Besichtigungstouren
in der Stadt waren ein muß, ich habe mir die Unis in New York angeschaut, bin auf dem Campus geschlendert und habe mir verschieden Museen angeschaut, - ich glaube in New York gibt es hunderte. Die Wochenenden waren arbeitsfrei, wir hatten dann auch Zeit New York voll und ganz zu genießen, ich fühlte mich nicht wie ein Tourist, sondern schon fast schon wie ein New Yorker. Jedoch: „It’s too big to see it all”…. Allgemein gab es keinerlei Vorschriften was die Freizeitgestaltung anging, 24 hours Ausgehzeit war üblich in unserer Klinik (9th Street Cylar House). Die Kliniken organisierten mehrere wöchentliche Trips an denen wir nach belieben teilnehmen konnten, wie z.B. eine Manhatten Bootrundfahrt mit der Circle Line Cruise.
Zur Unterkunft
kann ich nur sagen, das Cylar House in der 9th Street im East Village Manhattens ist der Mega Hammer, uns wurde ein riesiger großer Raum zur Verfügung gestellt, wir schliefen zwar alle in einem Raum, allerdings wurden wir durch eine Dachterrasse inklusiven „Penhouse View“ auf die Downtown Manhatten’s, einfach traumhaft, entschädigt.
Zum Schluss möchte ich sagen,
dass dieses Workcamp eine einmalige Chance ist, in das Leben von Menschen aus schlechteren sozialen Verhältnissen(Ghettos von New York) mit HIV/AIDS, jahrelangen Drogenmissbrauch und sexueller Unterschiede ( GAY/ LESBIAN) einzutauchen, wir haben viel über deren Leben und deren Lifestyle gelernt und vieles wird auch noch zum Nachdenken zu Hause anregen.
Auch wenn sich das alles ein wenig unheimlich und einschüchternd anhört (HIV/AIDS; Drogen) waren alle Patienten mit kleinen Ausrutschern immer höflich und gerne bereit ihre Storys zu teilen. Evtl. Vorurteile oder voreingenommen Einstellungen diesen Mensch gegenüber sind mit diesem Workcamp sicher bei vielen Volunteers abgebaut, man sieht die Welt nun doch ein klein wenig anders.