Workcamp in den USA

- Pokerrunde

- real American

- Philadelphia
Philadelphia, Pennsylvania 2008
von Thomas Kowalczyk
„Ich will mal etwas ganz anderes machen!“ Das war mein erster Gedanke als ich mir Gedanken über den diesjährigen Sommer machte. Etwas völlig neues und fernab vom „Partyurlaub“ auf Malle oder Ibiza. Also erkundigte ich mich bei IJGD. Die Idee irgendwo auf der Welt, mit Leuten aus anderen Kulturen an einem gemeinnützigen Projekt zu arbeiten faszinierte mich auf Anhieb. Also fackelte ich nicht lange und bewarb mich so schnell es ging. Ich wollte unbedingt mal in die USA und das war DIE Möglichkeit für mich. Denn welch besseren Weg gibt es, ein Land kennenzulernen wenn man den Alltag mitmacht? Letztendlich ging die Reise in die Gründerstadt Amerikas namens Philadelphia, was mir sehr entgegenkam. Kurz vorher noch einen kleinen 5-Tage New York Trip (Man ist ja nicht alle Tage in der Nähe) und los gings ins Abenteuer Workcamp.
Bei meiner Ankunft in Philadelphia war mir noch etwas mulmig zumute, aber ich konnte meine Bleibe für die nächsten 2 Wochen ohne Probleme finden. Das Haus war echt groß und ein wenig „anders“ eingerichtet. Aber man wusste sofort: Dieses Haus hat eine große Volunteer-Vergangenheit. Überall hingen Fotos vergangener Workcamps an den Wänden. Meine Volunteer-Kollegen die aus der Türkei, Südkorea, Frankreich und Deutschland kamen waren total nett und wir wurden während der 2 Wochen zu einer richtigen Gemeinschaft.
Unsere Aufgabe war es eine Schule für 7-12 jährige zu renovieren. Die Schule lag im nördlichen Teil Philadelphias in einem eher ärmeren Viertel der Stadt. Wir strichen Wände und restaurierten Möbel, was einfach klingt jedoch letztendlich ziemlich anstrengend war. Aber jeder konnte mit anpacken und deswegen war es ziemlich unkompliziert im Team zu arbeiten. Der Kontakt zu den Schülern war sehr interessant und man merkte, dass es die Kinder sehr zu schätzen wussten, was wir da taten. Das war ein sehr gutes Gefühl und man war gleich motivierter.
In unserer Freizeit unternahmen wir sehr viele Dinge. Wir besichtigten Philadelphias historische Innenstadt (Independence Hall, Liberty Bell ect.), fuhren zum Badeort Atlantic City und machten einen sehr gelungenen Tagesausflug nach Washington DC. Es war ein fantastisches Gefühl einmal an den weltberühmten Bauwerken, wie dem „Capitol“ oder dem „Weißen Haus“ zu stehen. Abends spielten wir immer Karten und tranken ein wenig, was sehr zur guten Stimmung beitrug =D, gingen ins Kino oder saßen einfach zusammen und guckten Filme auf unseren Moviechannels. Einen Tag wurden wir sogar von dem Gründer der Schule auf sein Anwesen eingeladen. Dort wurde mir gezeigt wie der amerikanische Traum wahr werden kann.
Solchen Reichtum hatte ich bis dahin noch nie gesehen…
Alles in allem waren es einfach unvergessliche 18 Tage für mich. New York als Einstieg war überwältigend und die 2 Wochen in Philadelphia waren das Sahnehäubchen einer unvergesslichen Reise in dieses faszinierende Land. Ich wollte richtig eintauchen in die amerikanische Kultur und durch die Zeit im Workcamp gelang mir mehr als das. Die Gespräche mit meinem Campleiter und auch mit anderen amerikanischen Mitbürgern waren sehr interessant und zeigten mir, dass es noch viel mehr auf der Welt gibt als Deutschland und Europa. Das Verkehrssystem, das Essen oder die Ansicht zu Müll (Recycling ist ein Fremdwort für Amerikaner) als Beispiele, waren schon äußert verschieden gegenüber Deutschland. So habe ich mein Heimatland mal aus einer anderen Perspektive gesehen und mehr zu schätzen gelernt.
Abschließend kann ich sagen, dass vieles anders ist in Amerika…
aber gerade das machte die Reise so spannend ;-).