Workcamp in den USA
Philadelphia, Pennsylvania 2010
Von Conny Le
Ich wollte schon immer einmal nach Amerika. Ich dachte jedoch, dass ich dieses große Abenteuer frühestens nach meinem Abitur in Angriff nehmen würde. Aber diesen Sommer wollte ich raus.. in die große weite Welt. So entschloss ich mich zusammen mit einem Freund an einem Workcamp teilzunehmen.
Die Auswahl an verschiedenen Projektarten ist groß. So ist eigentlich für fast jeden etwas dabei. Es ist auch gut, dass man wählen kann, wohin die Reise denn gehen soll. Ich landete in meiner Erstwahl in Philadelphia (Renovation and Manual Work). Voller Vorfreude trat ich nun die Reise an. Was würde mich erwarten? Wie sind die anderen Camp-Teilnehmer so drauf? Fragen über Fragen..
So fing alles an
Bei der Ankunft in Philadelphia folgten wir zunächst der Beschreibung auf dem Info-Sheet, was machbar ist. Bei der Ankunft im CEDC-Gebäude wurden wir freundlich empfangen, von den Camp-Teilnehmern, die bereits eingetroffen waren. Das Gebäude ist ganz anders, als man es erwartet hat. Das Haus ist schon ein wenig älter und bietet daher vieles zum Entdecken. Es war jetzt natürlich kein Luxus-Hotel, aber dennoch ausreichend für den Zweck der Unterbringung und Verpflegung. Zu erwähnen ist auf jeden Fall auch noch das Dach. Dort oben ist es einfach atemberaubend. Es ist das einzige Haus in der Umgebung, das etwas höher liegt. Daher hat man einen herrlichen Rundblick über Philadelphia. Man kann sogar die Skyline vom Stadtzentrum super sehen!
Die Welt zu Gast in den USA
In unserer Gruppe waren die Nationen Spanien, Italien (2x), Österreich, Korea, Türkei und Deutschland (2x) vertreten. Es ist doch immer wieder erstaunend, wie schnell sich eine Gruppe von Fremden zusammenfindet. Auch wenn die Alterspanne von 18 bis 31 Jahren reichte, war dies überhaupt kein Hindernis. Es war sehr immer wieder amüsant mit den anderen, ob bei der „Arbeit“ oder beim Kochen oder beim Pausieren J. Man kann sich unterhalten und sich über alles Mögliche austauschen, z. B. Sitten und Gebräuche der eigenen Heimat.
Die Arbeit
Die „Arbeit“, die wir verrichten mussten, war okay. Es war nicht zu viel, nur an manchen Tagen ging es etwas spät in den Nachmittag hinein, was aber auch teilweise an uns lag, da wir hätten früher anfangen können^^ Wir haben hauptsächlich in einer Kirche renoviert. Ab und an hat man sich mal gefragt, ob die Arbeit auch sinnvoll war, da ein paar Handgriffe eigentlich nicht unbedingt notwendig waren. Ansonsten waren wir noch bei einem Arzt und säuberten z. B. seine Dachrinne. Danach durften wir dessen Pool und Tennisplatz nutzen, was natürlich auch nicht schlecht war J. Ansonsten haben wir noch das CEDC-Gebäude gesäubert und z. B. einen neuen Tisch gebastelt.
Es sind die Menschen, die ein Erlebnis unvergesslich machen
Der amerikanische Camp-Leader Ron Williams ist ein ganz besonderer Mensch. Er ist sehr offen und herzlich. Des öfteren wurden wir von ihm auch auf ein paar Dosenbier oder einmal auf Essen eingeladen, was außerhalb des vorhergesehenen Budgets lag. Er geht auf einen ein und man kann mit allem zu ihm kommen. Im Gegensatz dazu war es sehr schade, dass unser italienischer Co-Leader seiner Rolle nicht unbedingt ausfüllen konnte. Die englische Sprache beherrschte er nicht so gut, daher gab es manchmal Missverständnisse. Und manchmal kam es einem so vor, als ob er nicht so viel „arbeitete“ wie wir. Aber dennoch war es so als Mensch mit ihm sehr lustig. Genauso wie mit dem Rest der Gruppe. Ob abends beim gemütlichen Zusammensitzen auf dem Dach oder beim Erkunden von Philadelphia, es gab immer mal wieder etwas zu lachen.
Als 18-jährige ist es jedoch etwas doof in Amerika, vor allem wenn die anderen schon alle älter sind. Man kann mit ihnen nicht abends ausgehen, z. B. in eine Bar, da in Amerika die Volljährigkeit erst ab 21 Jahren besteht. Daran sollte man auch denken. Aber man kann sich trotzdem eine schöne Zeit machen.
Es war nur schade, dass man nicht ganz so viel in Kontakt kam mit den Einheimischen z. B. in der Nachbarschaft. Man kam zwar dazu mit ein paar Amerikaner ins Gespräch zu kommen, z. B. in Geschäften oder Bekannte von Ron. Aber vielleicht hätte man auch noch mehr Möglichkeiten haben können. So war man eigentlich hauptsächlich nur in der Gruppe selbst.
Was danach kam
Anschließend an sein Camp kann man noch eine Weiterreise planen, wenn man schon einmal an der Ostküste ist. So ging für fast jeden aus unserem Camp die Reise weiter nach New York. Dort haben wir dann auch einen Treffpunkt ausgemacht, um alle nach dem Camp wiederzutreffen, was natürlich auch toll ist, alle noch einmal danach zu sehen.
Aber dennoch war es alles in allem ein schöner Aufenthalt und für jeden empfehlenswert, der offen ist für neue Menschen, Kulturen und Länder.




