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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp in den USA

Mt. Pleasant, South Carolina 2008

von Fabian Wolfsdorf

  

Als ich mich vor einigen Monaten zu einem Workcamp in Mt. Pleasant (South Carolina) angemeldet hatte, wusste ich selbst nicht so genau was mich dort erwarten würde. Freunde fanden es seltsam, warum ich 4 Wochen für umsonst arbeiten will. Als ich mich angemeldet hatte wurde ich zu einem Vorbereitungsseminar von der IJGD eingeladen, das ich natürlich auch wahrnahm, da ich mehr über Wokcamps usw. erfahren wollte. Das Vorbereitungsseminar ging über ein Wochenende und hat mich gut auf die bevorstehenden Workcamp-Wochen vorbereitet. Allerdings hätte ich mehr Informationen zu meinem Workcamp erwartet.

 

Anfang August war es dann endlich soweit: mein Flieger ging nach Charleston! Am Flughafen wurde ich nach ein paar Problemen mit dem dortigen Telefon auch gleich abgeholt. Wir waren eine relativ kleine Gruppe mit 7 Volunteers, die aus Kanada, Marokko, Japan und Südkorea kamen. Dies fand ich aber eher positiv als negativ, da man so sehr viel Kontakt zu Personen aus zum Teil völlig anderen Kulturen hatte. Wer weiß zum Beispiel, dass Südkoreanerinnen in ihrem Land ein Jahr älter sind, als in allen anderen Ländern? Dort zählt man nämlich die 9 Monate im Bauch der Mutter als volles Lebensjahr dazu!

 

Schnell hatte ich gute Kontakte zu den anderen Freiwilligen geknüpft. Wir spielten oft zusammen Spiele und jeder kochte ein Gericht aus seinem Heimatland. Der Kontakt zu den Workcamp-Leitern war leider nicht so leicht. Unser Leiter hieß Harold und kam aus Washington. Er war leider schon 67 Jahre alt und konnte sich, da er einige schlimme Verletzungen hatte, kaum bewegen. Dies war oft ein Problem für uns, da wir uns in fast allen Situationen selbst helfen mussten, da er nicht dabei war. Unser zweiter Leiter, Fabio, kam leider erst nach 2 Wochen aus Ecuador an, da er Probleme mit seinem Pass hatte. Er war aber ganz nett und dank ihm konnten wir auch einen Tag in Savannah verbringen.

 

In unserer Workcamp-Beschreibung wurde die Arbeit als körperlich schwer beschrieben,
8 Stunden, 5 Tage die Woche. Aber keiner von uns hätte gedacht, dass sie soo schwer ist. In South Carolina gibt es eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit (ungefähr so wie in einem Tropenhaus im Zoo) und außerdem hatte es immer Temperaturen zwischen 25 und 35 °C. Bei diesen Verhältnissen hat man schon beim normalen Laufen sehr geschwitzt. Beim Arbeiten war die Luftfeuchtigkeit fast unerträglich, zumindest die ersten Wochen. In der ersten Woche arbeitete ich auf dem Dach eines Hauses. Dort haben wir die alten Dachschindeln entfernt und anschließend neue drauf genagelt. Diese Arbeit war sehr anstrengend und jeder war nach der Arbeit sehr kaputt. Die nächste Zeit arbeiteten wir dann an einem anderen Haus, wo es dank ein paar Bäumen auch Stellen mit Schatten gab. Dort war die Arbeit angenehmer. Wir renovierten die Außenwände des Hauses, das Dach und natürlich wurde auch Innen einiges getan (neue Gipsplatten angebracht usw.) An den letzten beiden Arbeitstagen arbeiteten wir an einem dritten Haus. Dort mussten nur noch ein paar Wände gestrichen werden, da es fast komplett fertig renoviert war. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Arbeit zwar sehr anstrengend, aber auch sehr sinnvoll war. Man hat gesehen, dass die Bewohner der Häuser glücklich aussahen, wenn wir kamen oder neue Sachen hineintrugen. Ich denke, für dies für sie wie ein Wunder erschien, dass 7 Menschen von überall von der Erde zu ihrem Haus kommen um es zu renovieren. Auch die lokale Presse schien daran Interesse zu haben und so erschein ein langer Artikel über uns und die Gesellschaft UMRC (United Methodist Relief Center) für die wir gearbeitet haben.

 

Kurz vor unserer Abreise wurde es sogar noch etwas spannend!
Als nämlich vorrausgesagt wurde, dass Hurrikan Hannah direkt auf Charleston zusteuert, mussten wir alle Fenster im Haus mit Brettern verhängen und alle losen Gegenstände einsammeln. Auch einige Rückflüge mussten umgebucht werden! Letztendlich hatte sich der Hurrikan aber schon zu einem Tropensturm abgeschwächt und alles war halb so schlimm. Außer ein paar Überschwemmungen sah man am nächsten Tag nichts.

 

Abschließend kann ich sagen, dass mir die 4 Wochen in South Carolina sehr gut gefallen haben und letztendlich viel zu kurz waren. Wir haben etwas von dem Land gesehen und konnten auch die Menschen, die dort wohnen, kennen lernen. So waren wir oft am Strand und in Charleston, der größten Stadt in der Umgebung. Auch der Tagesausflug in die in Georgia gelegene Stadt Savannah war richtig toll! Zudem wurden wir oft auch zu Familien zum Essen eingeladen. So konnten wir amerikanische Familien kennen lernen. Höhepunkt davon war natürlich das Truthahn essen am letzten Abend, als eine Familie extra für uns ein riesiges Essen wie an Thanksgiving vorbereitet hatte. Mit den anderen Mitgliedern habe ich mich super gut verstanden und wir stehen auch immer noch in Kontakt zueinander. Ich hoffe, ich kann einige irgendwann mal besuchen,  oder sie schauen mal in Deutschland vorbei!

Ich kann dieses Workcamp nur empfehlen,
da die Arbeit Sinn macht, da man dort wirklich Leuten hilft, die in Not sind und dringend Hilfe benötigen!