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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

Workcamp in den USA

our group
building a porch
It's done!
the festival
big campfire
our house
cooling in the stream
guitar at the stream
capoera workshop
arabic last dinner

Ein Sommer in Amerika - Vermont 2011

von Jolande Schenck

 

Da ich schon lange in die USA reisen wollte, bot sich das Camp in Vermont an, einem grünen Staat im Nordosten der USA. Die Anreise war schon spannend: der Flug mit Umstieg in New York, dann mit einem Truck über den Highway zum Haus unseres Campleiters. Dort schliefen wir die erste Nacht, damit erst alle Campteilnehmer „eingesammelt“ werden konnten. „Just take what you need“ war die Devise (so auch die Bettenverteilung) und alle waren super freundlich. Am nächsten Tag ging es auf die Farm nahe West Burke, die jedoch eher als ein Sommercamp im Wald zu beschreiben ist, da es zwar einen kleinen Garten, aber keine Felder oder Farmtiere gibt (nur den kleinen Hund Bunny).
 

Ein großes Holzhaus diente uns knapp 24 Jugendlichen als Wohnplatz für die kommenden 3 Wochen. Doch es gab noch Überraschungen: keine Elektrizität, ein Plumpsklo (dennoch lange nicht so schlimm wie ein Dixiklo!), die Dusche im Wald hatte nur Warmwasser, wenn man Feuer machte, ein Gasherd und ein Becken mit fließendem Wasser, wo wir uns wuschen, aber auch Geschirr putzten. Da staunten einige nicht schlecht! Aber das war alles nicht so schlimm, wie es sich vielleicht anhört. Da es immer warm war, duschte man auch gerne mal einfach kalt. Andere jugendliche Amerikaner, die schon vor uns zur Farm gekommen waren, sagten uns: „You get used to it!“. Und sie hatten Recht, denn am Ende liebten wir dieses Leben in der Natur, die Stille im Wald, den Sternenhimmel, den weichen, mit Piniennadeln bedeckten Boden.. Alle waren traurig, als das Camp zuende ging.
 

Natürlich ist die Umgebung nicht das einzig Entscheidende, denn der Zusammenhalt in der Gruppe ist auch wichtig. Wir verstanden uns alle sehr gut und jeder war interessiert, etwas über die Kultur des anderen zu lernen. Gruppenherausforderungsspiele stärkten das Teamwork. Wir hatten jede Menge Spaß! Manchmal trafen wir uns am Morgen in einer Runde und sprachen darüber, wo und wann für uns Frieden beginnt und wie man unseren Planeten ein Stückchen verbessern könnte. Immerhin sind wir ja „volunteers for peace“. Durch das Vermeiden von Technik und das bewusste Leben mit und in der Natur, förderte unser Campleiter den Zusammenhalt in der Gruppe und auch das Feingefühl für Wichtigere Dinge im Leben als materieller Wohlstand. Ich hätte vorher nie gedacht, dass ich mich mal so über eine richtige Toilette oder Dusche freuen würde. Es ist eine gute Erfahrung, einmal auf bestimmte Wohlständigkeiten zu verzichten.
 

Für die Arbeit bzw. workshops auf der Farm waren wir in 4 Gruppen aufgeteilt. Ein paar kümmerten sich um den Garten, wo sie auch Salat und anderes Gemüse oder Beeren für das Essen ernteten (Natürlich wurde zusätzlich eingekauft!). Für das Kochen wurden täglich 4 Personen ausgewählt, die dafür sorgten. Die anderen 3 Gruppen übten sich im Handwerk: eine Terrasse, ein Hühnerhaus und ein wunderschöner Pavillon auf dem Hügel wurden gebaut. Es konnte nicht alles fertig gestellt werden, aber das ist dann Aufgabe der Teilnehmer im nächsten Jahr :). Gary, der Farmleiter, war vielmehr wie ein Freund. Er zeigte uns, was und wie wir arbeiten sollten, aber wir durften auch selbst ausprobieren. Dafür wurden wir in den Pausen vom cooking-team mit snacks verwöhnt und an Freizeit fehlte es auch nicht. Da es fast immer heiß war, liefen wir oft zum Fluss, um uns abzuduschen.

 
Am Abend saßen wir dann meist zusammen mit Gitarren und Trommeln am Lagerfeuer und sangen oder aber wir lagen einfach auf dem Boden des noch nicht fertig gebauten Pavillons und zählten Sternschnuppen. Es war ein tolles Gefühl, ohne Technik und vor allem auch ohne Zeitangaben zu leben! Wir kochten, wenn wir hungrig wurden und standen auf, wenn wir wach wurden. Es gab einfach mehr Zeit für das Miteinander, der Kopf ist nicht belastet von Terminplänen und manchmal saß ich nur da und genoss das Leben, ohne an irgendetwas zu denken. Ich habe auf jeden Fall viele gute Freunde gewonnen, und den ein oder andern werde ich sicher mal in seinem Heimatland besuchen. ( In diesem Falle ein Lob auf die Technik, facebook macht einen leichten Kontakt möglich! :) ). Amerika und besonders Vermont ist ein sehenswerter Teil dieser Erde und ich kann nur jedem empfehlen, diese Gelassenheit und Spontaneität der Menschen dort einmal selbst mitzuerleben.

 
Ein Tipp: Man kann prima 1-2 Wochen an das Camp dranhängen, um noch andere Teile der USA zu sehen, z.B. Boston und New York bieten sich an. Es ist ein kleines Abendteuer und die Erfahrung unbedingt wert. Für alle, die das Grüne lieben, ist Vermont der perfekte Staat. Und für alle, die sich noch nicht sicher sind: Wer wagt, der gewinnt! Ihr werdet es lieben!