Workcamp in Bukomero / Uganda
Name: Hagen M
Partnerorganisation: UPA (Uganda pioneers association)
Ort: Bukomero / Uganda
Tätigkeit: Aufforstung
Zeitraum: April 2009
Dauer: 3 Wochen
Bericht über mein Workcamp in Bukomero / Uganda
Mit meinem Ingenieursstudium ist wohl auch der Wunsch gekommen, mehr in meinem Leben zu machen als Verbrennungsprozesse zu optimieren. Reisen, andere Kulturen kennen lernen. Das übt da schon mehr Reiz auf mich aus, als Simulationen durch den Rechner zu jagen. Und wie kann man eine andere Kultur besser kennen lernen als Sie bei Ihrem Alltag zu begleiten. Die Möglichkeit bietet ein Workcamp wie keine andere Reiseform.
Im Winter 2008 wurden meine Pläne schließlich konkret und ich meldete mich zum Vorbereitungsseminar bei IJGD an. Nach den vier Tagen bei Kassel stand schließlich mein Ziel fest. Anfang des neuen Jahres hab ich dann angefangen die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Impfungen, Visum, die nötige Ausrüstung. Den Aufwand sollte man nicht unterschätzen.
Am 28. März geht’s dann endlich los. Mit Emirates über Dubai und Addis nach Entebbe. Bereits im Flugzeug mache ich die ersten Bekanntschaften mit anderen Freiwilligen einer anderen Organisation. Am Flugzeug werde ich trotz Verspätung von Mitarbeitern von UPA erwartet und zum Gästehaus in Nansana (Nähe Kampala) gebracht.
Das Gästehaus in Nansana ist Dreh- und Angelpunkt für die Freiwilligen von UPA. Hier übernachten LTV’s, MTV’s und Leute die Workcamps in Kampala machen. Man hat hier die Gelegenheit andere internationale Freiwillige kennen zu lernen und sich zu Touren ins Land zusammen zu tun.
Ich habe mich im Vorfeld entschieden bereits eine Woche vor Beginn des Workcamps anzureisen und auch eine Woche länger zu bleiben. Schließlich möchte ich auch noch was vom Land sehen. Die zwei zusätzlichen Wochen konnte ich ohne zusätzliche Gebühren im Gästehaus von UPA bleiben.
In der ersten Woche zeigen mir die anderen Freiwilligen wie ich mich in Uganda fortbewegen, einkaufen usw. kann. Nach einem Tag in Kampala entschließe ich mich nach Sipi zu fahren. Hier gibt es 100m hohe Wasserfälle zu sehen. Obwohl ich neu im Land bin und alleine reise gibt es keinerlei Probleme.
In der zweiten Woche startet schließlich mein Workcamp. Am Gästehaus treffen sich alle Teilnehmer. Wir sind insgesamt vier Freiwillige von denen ich der einzige Internationale bin. Alle anderen kommen aus Uganda. Im ersten Moment war ich darüber enttäuscht, da ich ganz andere Erwartungen hatte. Nach einiger Zeit entpuppte sich das zum einen als Herausforderung zum anderen allerdings als sehr interessant. Während meines Workcamps habe ich kein weißes Gesicht gesehen. Auf Grund der sehr verschiedenen Kultur der Ugander war das in den ersten Tagen für mich schwierig. Man vermisst schon zumindest ein Mindestmaß an Gewohntem. Nach ein bisschen Eingewöhnung hab ich mich allerdings pudelwohl gefühlt. Durch die vielen Gespräche am allabendlichen Lagerfeuer und den gemeinsamen Arbeiten habe ich eine wesentlich intensivere Erfahrung gemacht, als es der Fall gewesen wäre, wären andere Europäer oder Amerikaner im Camp gewesen.
Der Alltag des Workcamps fing morgens um 6 Uhr an. Da die Farm in Bukomero sehr weit im Landesinneren liegt gibt es keine Elektrizität, fließend Wasser oder eine nahe Einkaufsmöglichkeit. Der Morgen begann also jeden Tag damit Frühstück auf der Feuerstelle zuzubereiten. Nach dem Essen haben wir bis ca. 11 Uhr auf den Feldern gearbeitet. Dabei haben wir Bäume, Bohnen und Kopfsalat gepflanzt. Nach der Mittagspause haben wir vielleicht noch 2 Stunden am Abend gearbeitet. Dazwischen haben wir erzählt, gespielt oder gelesen. Von harter Arbeit konnte also wirklich nicht die Rede sein. Da meiner Meinung nach unsere Arbeit sowieso nur der Gastorganisation und eben nicht der Allgemeinheit zu Gute kam, fand ich das auch nicht weiter tragisch. An den Wochenenden haben wir Wanderungen in der Umgebung unternommen oder sind abends auf ein Bier in die Dorfbar gegangen. Weiter konnte man in Bukomero nicht viel unternehmen. Das mag ein bisschen langweilig klingen. Die Tage vergingen allerdings im Flug und ich hab die Zeit nicht als langweilig empfunden.
Meine letzte Woche in Uganda habe ich noch genutzt um die einschlägigen Orte in Uganda zu besuchen. Dies hab ich zum Teil mit anderen Freiwilligen aus dem Gästehaus oder auch allein gemacht.
Die Zeit in Uganda war für mich eine wichtige Erfahrung. Der Blick auf mich selbst, auf die eigene Kultur aber auch auf die Politik ist meiner Meinung nach differenzierter und kritischer geworden. Ich würde also jedem empfehlen das durchzuziehen. Speziell zu Uganda kann ich auch nur ermutigen. Das Land ist sehr interessant, die Leute freundlich und die Natur herrlich. Auch der Sicherheitsstandard ist verglichen zu den meisten anderen Entwicklungsländern hoch. Allein reisen ist in fast allen Regionen Ugandas kein Problem.
Also Koffer packen und ab geht’s!

