MTV in Uganda 2010
Name: Anja R.
Name der Partnerorganisation: UPA
Projekt: UPA Office Management
Zeitpunkt: Januar bis Juni 2010
Dauer: 5 Monate
Der Tag an dem ich Mzungu getauft wurde….
….und jeder mich auf der Straße kannte, fragte wie es mir geht und mir gewunken hat. Aber hey, ich heiße doch gar nicht Mzungu und berühmt bin ich auch nicht. Nein, das bist du wirklich nicht aber du bist offensichtlich kein Einheimischer und in einem Land wo der Unterschied auf den ersten Blick offensichtlich ist.
Du bist in Uganda, einem Land der East African Community, mit 33Mio. Einwohnern und einer Fläche von 241.000km2, Zugang zum Viktoriasee, Chiapatties, chaotischen Straßenverhältnissen, langsamen Internet, Stromausfällen und einer eigenen Pünktlichkeit. „Being soon there“ kann mit 20min warten gleichgesetzt werden und 2h zu spät ist immer noch „on time“. Das bedeutet für dich, der du aus dem Land der Pünktlichkeit kommst, dass du Unmengen an Zeit durch Warten „verschwendest“ und im Idealfall deine Geduld bis ins Unermessliche trainierst.
Während du auf jemanden, vielleicht einen deiner einheimischen Freunde, die du sehr schnell findest, da alle sehr offen sind, wartest kannst du dich mit Leuten auf der Straße unterhalten oder einfach nur das bunte Treiben auf den Straßenmärkten beobachten.
Ich habe die letzten 5 Monate in genau diesem Land verbracht und es keine Minute bereut (Das ist vielleicht gelogen, denn wenn ich in unserem Guesthouse in Nansana keinen Strom und auch kein fließendes Wasser hatte, der Frosch nachts in meinem Bett saß oder ein paar mehr Ereignisse, dann vielleicht). Wie sah mein Tag aus? Meistens bin ich um 8h aufgestanden, habe mit meinen Mitbewohnern, die aus allen Ländern der Welt kamen, gemütlich gefrühstückt, bin dann anschließend in der Anfangszeit ins UPA Büro gegangen um verschiedene Tätigkeiten zu erledigen oder später dann ins Waisenhaus um mit den entzückenden Jungs dort zu spielen oder den Leiter des Heimes bei administrativen Aufgaben zu unterstützen. Hätte ich ein Problem gehabt, hätten die Mitarbeiter von UPA mir zugehört und mich dabei unterstützt. Aber eins soll dir vorher gesagt sein, wie viel du in deinem Projekt erreichst und wie spannend deine Tätigkeiten sind, die du ausführst hängt allein von dir ab, denn du bist nicht mehr in der Schule oder im Studium wo dir Lehrer und Professoren vorschreiben was zu tun ist, sondern du machst einen Freiwilligendienst und der erfordert Unmengen von Eigenengagement.
Genau diese Freiheit hat es mir auch ermöglicht zu reisen. So war ich nicht nur an der Nilquelle und im wunderschönen Südwesten Ugandas mit seiner einzigartigen regenwaldbedeckten Vulkankette sondern auch in den Nachbarländern und konnte mir so einen Eindruck über Ostafrika verschaffen und ich bin begeistert, fasziniert von der landschaftlichen Schönheit, des Artenreichtums und von der unschlagbaren Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit.
Ich bin seit ein paar Wochen wieder hier und ich bin zu ein, zwei neuen Erkenntnissen gekommen: 1. Ich brauche wieder eine Uhr, „bin gleich da“ sind hier keine 20min, 2. Ich möchte mich weiter engagieren, denn hier in/von Deutschland (aus) gibt es auch viele Möglichkeiten. Welche weiteren Erkenntnisse noch dazu kommen, wird sich zeigen!
Was sich allerdings jetzt schon herausgestellt hat, ist dass es für mich genau das Richte zum richtigen Zeitpunkt war, nach dem Studium, vor dem Berufsleben. Und eins kann ich jetzt schon sagen….AFRIKA ICH KOMME WIEDER !





