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INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Uganda

Name:    Kerstin H.
Partnerorganisation:  Uganda Pioneers Association (UPA)
Projekt:   Central Branch, Nansana/Kampala
Zeitraum:   Februar bis Juni 2010 (5 Monate)
Inhaltliche Ausrichtung: Peer Education, Organisation von Jugend-/Schulveranstaltungen,
Lehrertrainings, Beratungen (outreaches) an Schulen


Das Ziel war ganz klar: noch mal raus aus den Job. Etwas von der Welt sehen ohne dabei „nur“ herumzureisen. Eine fremde Kultur bzw. ein Land richtig kennen lernen und sich bei der Gelegenheit gleich noch in einer Fremdsprache üben. Das ein Freiwilligendienst dies wunderbar kombiniert, schien mir optimal.
Als Reiseziel wählte ich mit Uganda bewusst ein Land, das (noch) nicht zu den typischen Reisezielen gehört aber – als die „Perle Afrikas“ bezeichnet – äußerst sehenswert klang.
Obwohl es nicht die erste größere Reise für mich war und ich mich ausreichend vorbereitet fühlte, mischte sich spätestens kurz vor der Abreise ein Gefühl der Unsicherheit unter eine Menge positive Gespanntheit. Letztendlich wusste ich nur wenig über das Land, die Kultur, meine Projektarbeit und das Leben im Gästehaus. Auch in den ersten Tagen in Uganda änderte sich daran nicht viel. Ich war schlichtweg überwältigt von einem mir bis dahin noch unbekannten Kontinent, von so vielen neuen Eindrücken und zahlreichen Begegnungen.

Für 5 Monate lebte ich im Schnitt mit 10 anderen internationalen Freiwilligen im Gästehaus der Partnerorganisation UPA zusammen. Das Zusammenleben in so internationaler Gemeinschaft – und auf doch recht engem Raum - lief nicht nur überraschend gut sondern auch sehr intensiv ab und zählt im Nachhinein zu einem meiner stärksten Eindrücke.

Nach ein paar Tagen kurzweiliger Orientierungsphase begann ich in der zweiten Woche in meinem Projekt – das Pioneer Youth Centre, eine Art Jugendzentrum, das aber auch junge Erwachsene anspricht und Familienplanung u.ä. anbietet. Praktischer Weise war das Büro gleich im Nachbargebäude, so dass mein Arbeitsweg äußerst kurz war. Meine Arbeit begann mit einer Art Überblick, was in den kommenden Monaten an Projekten und allgemeinen Tätigkeiten ansteht. Auf diese Weise wurde mir die Möglichkeit gegeben, selber zu entscheiden, wo meine Interessen und Fähigkeiten liegen und in welchen Bereich ich mich stärker innerhalb des Projektes engagieren möchte.
Leider erwies es sich als nicht so einfach, selbständig in einem Bereich zu arbeiten bzw. manchmal überhaupt genügend Arbeit zu finden. So konnte ich immer nur Zuarbeiten und kleinere Dinge übernehmen, nie aber im größeren Rahmen und eigenständig an einer Sache (mit)arbeiten. Die zum Thema „life skills“ durchgeführten Aufklärungsstunden in Schulen, ein Debatierwettbewerb zwischen mehreren Sekundarschulen sowie Lehrertrainings waren dennoch äußerst interessant und lehrreich für mich. Das Gefühl, innerhalb des Projekts viel geholfen zu haben, stellte sich allerdings nicht so recht ein.
Da das Projekt von Anfang an als „Halbzeitstelle“ gedacht war, suchte ich mir nach einigen Wochen auf eigene Faust ein 2. Projekt in Kampala. Mit der Kombination von beiden Projekten war ich letztendlich sehr zufrieden und vom Arbeitsumfang her besser ausgelastet. 
Die Betreuung der Partnerorganisation war in schwierigen Situationen meist in Ordnung, ließ aber wenn es um  die Projekte ging hin und wieder zu wünschen übrig. Für mich stellte dies kein Problem dar, jedoch habe ich mehr als einmal von unfreiwillig „projektlosen“ Freiwilligen erfahren. Der Kontakt und die Betreuung von Projektseite war – logischer Weise - deutlich besser, sah man sich doch regelmäßig, führte unterhaltsame und ernste Gespräche, aß gemeinsam Zuckerrohr und trank Tee.

Nach insgesamt 6 Monaten in Uganda bin ich fasziniert von der Schönheit des Landes und der Menschen, der Kultur und Geschichte rund um Könige und Königreiche. Ich habe viel über die – nicht immer korruptionsfreie – Politik, Wirtschaft und das – nicht immer einfache – Leben in Uganda erfahren. Und ich habe erfahren, was es heißt, nicht immer Strom und fließend Wasser zu haben oder was es heißt, alle Gewohnheiten hinter sich (zu Hause) zu lassen, um sich im Gastland für das Neue zu öffnen, anderen Vertrauen zu schenken und gleichzeitig Verantwortung zu übernehmen.

Für diese Erfahrungen zusammen mit all den Einblicken, die die Projektarbeit aber auch das Reisen ermöglicht hat, bin ich sehr dankbar und kann nur jeden dazu ermuntern, Ähnliches zu tun.