deutsch  
INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

MTV in Vietnam 2010

Karen G.

Name der PO: SJ Vietnam
World Heritage Workcamp in Hanoi/Halong City
Inhaltliche Ausrichtung: Vorbereitung und Leitung des World Heritage Workcamps
Zeitpunkt: Juni – August 2010
Dauer: 3 Monate

 

Lieber zukünftiger MTVler,
sind deine Koffer schon gepackt? Und bist du bereit für die Reise ins ‚Unbekannte‘?
Bevor du dich auf die Reise begibst, möchte ich dich mit auf meine Reise nehmen und dich durch die unendlichen Höhen und Tiefen eines Volunteers in Vietnam führen. Eines musst du dir jedoch klar machen, es wird garantiert nie langweilig.

Als ich am Flughafen in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, ankam, musste ich nicht lange suchen bis ich meinen Fahrer, der mich zum LTV-House (LongTermVolunteer) bringen sollte, fand. Das ganze beruhigte mich ungemein denn in meinen Fantasien sah ich mich schon in einem Taxi durch die Gassen von Hanoi irren, auf der Suche nach meiner Bleibe für die nächsten drei Monate. Dieser Albtraum verflog dann auch wieder ganz schnell als ich mein Gepäck verstaut hatte und  wir endlich losfuhren. Nun merkte ich ganz deutlich, dass ich mich nicht mehr in Europa befand, denn augenscheinlich gab es keine Regeln für den Straßenverkehr. Erst nach einigen Minuten wurde mir bewusst das hier nicht ‚unsere‘  Bestimmungen galten, sondern deren, welche besagten das das größere und hupende Fahrzeug Vorfahrt hat. Dazu zählen insbesondere die unzähligen Motorräder die sich wie kleine Ameisenkolonien hupend durch die Straßen schlängeln und nur ab und zu einem größeren Fuhrwerk die Vorfahrt gewähren.
Als ich nach diesem ersten Abenteuer endlich an meinem Ziel ankam, wurde ich gleich von zwei anderen Volunteers in Empfang genommen. Sie zeigten mir ein freies Bett, welches ich beziehen konnte und führten mich durch das zwei stöckige Haus. Ich teilte mir mein Zimmer mit fünf anderen internationalen Volunteers und trotz des Platzmangels gab es nie Probleme zwischen uns, da man sich meistens nur zum schlafen in diesem Zimmer aufhielt.
Insgesamt wurde das Haus von maximal 18 internationalen Volunteers aus aller Welt bewohnt und wir teilten uns eine Küche und zwei Bäder. Diese mussten wir auch selbst putzen, was teilweise nicht ganz so gut geklappt hat und für viele Diskussionen sorgte. Neben diesen kleinen Ärgernissen hat das Zusammenleben jedoch wunderbar funktioniert und das absolute Highlight waren die kulturellen Abende, an denen mehrere Volunteers kulinarische Gerichte aus ihrem Land vorbereiteten und einiges über ihr Land und deren Kultur präsentierten. Dadurch kam ich in den Genuss, Speisen aus Korea, Israel, Frankreich, Japan, Vietnam, China und noch einigen anderen, kennenzulernen.
SJ Vietnam unterstützt viele soziale Projekte, von denen ich einige in der ersten Woche kennenlernen durfte. Dadurch gewann ich einen Überblick wer in welchem Projekt arbeitete und welche Aufgaben sie dort übernahmen. 
Erst nach dieser Einführungswoche wurde mir dann endlich offenbart welche Aufgaben ich zu erledigen habe. Da ich im Office arbeitete, wurde mir gleich zu Beginn ein eigener PC zur Verfügung gestellt und ich konnte sofort loslegen. Allerdings war dies nicht so einfach wie anfänglich vermutet, da man in viele Dinge erst eingewiesen werden musste. Somit begann das tagtägliche Fragen um an die notwendigen Informationen zu gelangen. Meine Aufgaben bestanden hauptsächlich darin, das im August anstehende World Heritage Workcamp in der Halong Bucht vor- und nachzubereiten und das Camp mit zuleiten. Nebenbei übernahm ich auch Aufgaben von den SJ Mitarbeitern im Büro und somit führte ich Bewerbungsgespräche mit zukünftigen SJ Vietnam Mitgliedern und bereitete Workshops für angehende Projektleiter vor.  Dabei kommunizierten wir zu jederzeit in Englisch was von den meisten Vietnamesen, die eine Universität besuchten, gut beherrscht wurde und nur selten mussten wir auf unsere Hände und Füße zurückgreifen. In dieser Zeit habe ich viele nette Leute kennengelernt, mit denen ich auch heute noch im Kontakt stehe und natürlich hoffe, dass wir uns in naher Zukunft wiedersehen.
Wenn ich mal nicht im Office war, bin ich gereist. Mein Koordinator meinte jedesmal aufs Neue das ich ‚crazy‘ bin wenn ich ihm von meinen neuen Wochenendplänen berichtete. Vietnam bietet viele verschiedene landschaftliche Strukturen und daher findet man jedesmal ein neues Ziel an dem man unbedingt gewesen sein muss. Auch in die angrenzenden Länder kommt man ohne Probleme, nur sollte man hier darauf achten, dass man ein Visum besitzt bei dem das mehrfache Einreisen nach Vietnam möglich ist.
Die drei Monate, die ich in Vietnam verbracht habe vergingen viel zu schnell. Unzählige liebenswürdige Menschen musste ich dort zurücklassen, was mir den Abschied nicht leichter gemacht hat. Ich habe in der Zeit sehr viel über die vietnamesische Kultur und über die Menschen dort gelernt, gleichzeitig aber auch das Zusammenleben mit den anderen Volunteers genossen. Daher kann ich jedem Empfehlen auch diese Erfahrungen zu machen, dafür spielt das Alter überhaupt keine Rolle (unser ältester Volunteer war 57 Jahre alt und er hat sich perfekt in die Gruppe integriert). Ich werde all die wunderbaren Momente nie wieder vergessen und bin froh sie immer wieder in mein Gedächtnis rufen zu können. Darum zöger nicht lange, denn auf dich warten Erfahrungen von denen du dein ganzes Leben zehren wirst.