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Meine Erfahrungen in der Einsatzstelle ASIF Chimelli

Als ich am Abend des 11. Septembers, ein Freitag, in Pergine ankam wurde ich direkt am Gleis von meiner Tutorin empfangen. Angekommen im Jugendzentrum und meinem neuen Zuhause für ein Jahr habe ich dann erst einmal die Mitarbeiter und meine Mitbewohnerin Katja kennengelernt.
Name: Susanne Z. Alter: 18 Jahre Einsatzstelle: ASIF Chimelli (bei Trento) Inhaltliche Ausrichtung: Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senioren

Da das Zentrum erst eine Woche vorher wieder eröffnet hatte gab es an diesem Abend ein Essen für alle Jugendlichen. Aus diesem Grund war es erst ein wenig Durcheinander, aber da alle beschäftigt waren hatte ich so genügend Zeit meine Koffer auszupacken und die Wohnung anzuschauen.
Danach habe ich mich zu den anderen gesellt und schon die ersten Jugendlichen kennen gelernt. Die meisten Menschen hier sind überaus freundlich und geben ihr Bestes um mir eine schöne und angenehme Zeit zu bereiten.
Worüber ich mich am Anfang tatsächlich gewundert habe sind die Öffnungszeiten der Läden; lange Mittagspausen, aber dafür auch Sonntags geöffnet (zumindest der Supermarkt) und das in einer kleinen Stadt wie Pergine.

Mein neues Zuhause ist Teil des Gebäudes in dem auch das Jugendzentrum ist. Das Gebäude ist erst 2-3 Jahre alt und somit auch die Wohnung. Sie besteht aus einem offenen Wohnbereich mit Küche, Esszimmer und einer Art Wohnzimmer. Desweiteren gibt es 2 Schlafzimmer mit jeweils 2 Stockbetten, also 8 Schlafplätze, wobei das Badezimmer zu klein für so viele Leute wäre. Uns wurde aber schon versichert, dass nicht mehr als 4 Leute für einen langen Zeitraum dort leben werden. Glück gehabt also :)
Außerdem gibt es noch eine Art Waschküche, in der sich eine Waschmaschine, Bügelbrett plus Eisen und 2 Wäscheständer befinden.
Momentan wohnen wir zu zweit, somit hat jeder sein eigenes Zimmer, was sehr angenehm zum leben ist. Meistens halten wir uns jedoch zusammen in der Küche auf, da man dort auch noch von dem im ganzen Haus empfangbaren offenen WLAN Empfang hat. Das WLAN hängt zwar immer wieder und geht manchmal gar nicht (Mit Vorliebe an Sonntagen) allerdings reicht es zum Skypen und auch die andere Person kann in der Zeit noch etwas machen.
Tatsächlich wird mein Verstehen immer wieder durch den Dialekt auf die Probe gestellt.
Für alle Behördengänge und sonstigen nötigen Dinge, wie die Anmeldung zum Sprachkurs oder den Erwerb einer italienischen Handynummer hatte ich immer die tatkräftige Unterstützung meiner Mitbewohnerin und/oder meiner Tutorin und somit war ich nie auf mich allein gestellt, wodurch alles wunderbar geklappt hat.
Mein Sprachkurs findet in Pergine im centro EdA – Educazione degli Adulti statt. Bis jetzt bin ich mir immer noch nicht sicher was ich darüber denken soll, da in jeden Kurs ständig andere Menschen kommen mit komplett unterschiedlichem Sprachniveau. Allerdings habe ich auch zwei extra für mich organisierten Tandems, in denen ich mit Erzieherinnen aus dem Kindergarten Deutsch-Italienisch lerne und spreche.

Hauptsächlich arbeite ich im Jugendzentrum und sonst auch teilweise im Altenheim und Kindergarten.
Im Jugendzentrum arbeite ich zusammen mit einem Team, das größtenteils Englisch spricht und außerdem sind hier auch meine Mitbewohnerin tätig und momentan auch ein spanischer Freiwilliger. Meine Aufgaben bestehen größtenteils darin mit den Jugendlichen zu spielen, zu reden (was momentan noch nicht besonders viel ist) oder auch im Büro Flyer für die anstehenden Programme zu gestalten. Da ich am Anfang praktisch nur im Jugendzentrum war habe ich mich sehr daran gewöhnt und auch die Jugendlichen wissen wer ich bin.

Im Altenheim habe ich erst 2 Wochen später angefangen. Am ersten Tag wurde ich von einem Physiotherapeuten herum geführt, damit ich  Struktur kennen lerne. Zu meinen Aufgaben gehört es mich mit den Bewohnern des Altenheims zu beschäftigen, da das Sprechen momentan noch nicht so gut klappt bastle ich viel mit einer Dame. Auch putze ich den Vogelkäfig einmal in der Woche oder bringe die Bewohner zur Messe in die Kapelle. Einmal haben wir auch einen Ausflug zum Kaffeetrinken in die Innenstadt gemacht.
Im Kindergarten bin ich nur Freitags von 9.30 bis 14 Uhr. Da in diesem Kindergarten ein wenig Deutsch gesprochen wird, wurde ich gefragt ob ich einmal die Woche dort hin möchte, um mit den Kindern ein wenig Deutsch zu lernen. Anfangs war ich etwas skeptisch, da ich immer dachte, dass ich nicht sehr gut mit Kindern umgehen kann. Allerdings scheint es als ob sie mich mögen würden und auch ich freue mich immer darauf sie wiederzusehen. Es ist zwar immer sehr anstrengend, aber das ist ja normal mit Kindern.
Bis jetzt bin ich mit all meinen Einsatzstellen sehr zufrieden, vor allem auch weil ich die Abwechslung mit den verschiedenen Altersstufen habe.

Highlights habe ich eigentlich immer wieder kleine an verschiedenen Tagen, zum Beispiel wenn Jugendliche im Zentrum versuchen mit mir zu reden, auch wenn sie kein Englisch können. Oder wenn eines der Mädchen Deutsch mit mir spricht, obwohl sie es eigentlich überhaupt nicht mag. Im Altenheim wenn die alten Leute mich erkennen und trotzdem versuchen mit mir zu reden und sich riesig freuen wenn ich was verstehe. Oder als ich im Kindergarten das erste Mal Bilder geschenkt bekommen habe.
Meine einzigen schwierigen Momente habe ich nur mit dem Verstehen und selbst dann habe ich meistens die Chance jemanden um Rat zu fragen, somit ist alles immer nur halb so wild.

Ciao Susanne Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.