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weltwärts in Ecuador 2013/14 -CHIRIBOGA-01 Teaching English at Local Schools Sto. Domingo

Ein Jahr Freiwilligendienst – ein Jahr sinnvoll nutzen und unglaubliche Erfahrungen sammeln!
Name: Michael L. Alter: Einsatzstelle: CHIRIBOGA-01 Teaching English at Local Schools Sto. Domingo Inhaltliche Ausrichtung: Teaching und Umwelt

Nach meinem Bachelor wollte ich gerne ein bisschen Abstand zum Studium gewinnen und mich dabei gleichzeitig sozial engagieren. Wegen meiner positiven Erfahrungen während meiner Zeit als Zivi in einer Montessori Schule, wollte ich unbedingt wieder mit Kindern und Jugendlichen zusammen arbeiten. Außerdem hatte ich schon länger den Wunsch Lateinamerika - in seiner Schönheit, Vielfalt und Kultur - zu erkunden. Mittels des weltwärts-Freiwilligendienstes bot sich mir somit die ideale Gelegenheit alle meine Wünsche auf einmal zu erfüllen.

Mit diesem Ziel vor Augen ging es los: soziale Projekte suchen, sich bei den Organisationen bewerben, Auswahlverfahren. Weitere Vorbereitungen folgten, wobei die Seminare eine sehr große Hilfe waren. Neben nützlichen Informationen und Hinweisen, erhielten wir dort auch bei den weiteren organisatorischen Angelegenheiten (z.B. Impfen, Visum) Unterstützung. Außerdem konnte man auf den Seminaren schon im Voraus mit den anderen Freiwilligen Kontakte und Freundschaften knüpfen.

Schneller als erwartet war schließlich das Abflugdatum näher gerückt und plötzlich war es soweit. Auf ging die Reise und mein Traum wurde Wirklichkeit!

 

Ecuador und meine Zeit als Freiwilliger dort sind eigentlich mit Worten kaum zu beschreiben. Ich werde trotzdem versuchen euch einen bestmöglichen Eindruck zu vermitteln. Ecuador ist ein kleines Land, was dennoch unheimlich groß scheint, denn man kann eine riesige Vielfalt auf kleinem Raum entdecken, so unterschiedlich sind die Regionen des Oriente (Regenwald), der Sierra (Hochland), der Costa (Küstengebiet) und die Galapagos Inseln. Jede Region besitzt vielfältige, unterschiedliche Landschaften, Tier- und Pflanzenwelten. Auch die Gewohnheiten und Bräuche der jeweiligen Bewohner sind genauso zahlreich. Natürlich gibt es trotz aller Unterschiede auch Gemeinsamkeiten, beispielsweise bemerkte ich die Lebensfreude und Gastfreundschaft, welche mir im ganzen Land zuteil wurde.

 

Zu Beginn verbrachte ich mit den anderen Freiwilligen eine Woche in Quito in der „Fundación“. Diese Woche war super, um gemeinsam die ersten Erfahrungen zu machen und so den Kulturschock etwas abzumildern. Danach ging es für mich nach Santo Domingo, wo ich das nächste Jahr verbracht habe. Santo Domingo mag zwar nicht mit dem UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet sein und manch einer möge es sogar „schmuddelig“ finden. Für mich war es jedoch eine einmalige Erfahrung in einer typischen, lateinamerikanischen Stadt zu leben, fernab von Touristen, dafür mittendrin im täglichen Leben tausender Ecuadorianer.

 

Mein Projekt bestand eigentlich aus drei Projekten. Hauptsächlich arbeitete ich als Englischlehrer in Santo Domingo. Dort geht ein Schuljahr von Mai bis März, sodass ich bei meiner Ankunft im September im zweiten Schulhalbjahr angefangen habe. Zu Beginn unterrichtete ich die kleineren Schüler von der zweiten bis zur achten Klasse. Anschließend im Mai begann das erste Halbjahr des folgenden Schuljahres, in welchem ich von der achten bis zur elften Klasse unterrichtete. Die Kinder aller Altersstufen sind mir sehr ans Herz gewachsen, denn trotz teilweise schwieriger, familiärer Verhältnisse und Lebensbedingungen, zeigten sie eine so unglaubliche Lebensfreude und waren respektvoll im Umgang mit den Lehrern und auch untereinander. Meine Kollegen waren sehr nett und hilfsbereit und haben mir, wann immer nötig, geholfen.

In den großen Ferien im März und April wechselte ich für kurze Zeit in zwei Umweltprojekte nach Chiriboga in den Nebelwald und auf die Galapagos Inseln. Dort lernte ich viele Dinge beispielsweise eine Kuh zu melken, nachhaltig zu wirtschaften und die Umwelt zu schützen.

In meiner Freizeit habe ich viel gelesen, Posaune spielen (mehr oder weniger) gelernt und mich vor allem viel mit anderen Freiwilligen getroffen. An den Wochenenden habe ich die Zeit meistens mit meiner Gastfamilie oder den anderen Freiwilligen verbracht.

 

Meine Gastfamilie hat mein Jahr in Ecuador am meisten geprägt und zu einem der besten meines Lebens gemacht. Sie hat mich mit offenen Armen empfangen und wie einen eigenen Sohn behandelt. Gemeinsam haben wir viele schöne Dinge unternommen, viel gelacht und das Leben genossen. Durch meine Gastfamilie habe ich jede Menge über die Kultur in Ecuador gelernt, angefangen von Bräuchen über die typischen Speisen bis hin zur Sprache. Meine Gastfamilie war einfach unglaublich!

 

Alles in allem war Ecuador ein wunderbares Jahr mit tollen Erfahrungen und Erlebnissen. Ich habe dort ein Menge gelernt und mich weiterentwickelt. Durch mein weltwärts-Jahr sehe ich viele Dinge in einer anderen Relation –Dinge die früher wichtig schienen, bedeuten heute nicht mehr so viel und manche Kleinigkeiten bedeuten auf einmal die Welt. So versuche ich die besten Eigenschaften der beiden Welten, welche ich nun ein bisschen besser kenne, zu kombinieren.

 

Zum Abschluss noch eine kleine Anmerkung: Dieser Erfahrungsbericht spiegelt meine persönlichen Erlebnisse wider und jeder macht andere Erfahrungen in so einem Jahr. Aber eines ist sicher, Ecuador war eines der besten Jahre meines Lebens. Vielleicht wird es auch zu einem deiner besten…

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.