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Nach dem Abi erstmal ab ins Ausland! Diesen Gedanken hatte ich mir schon einige Jahre vor dem Schulabschluss in den Kopf gesetzt. Als mir ein Freund von seinen guten Erfahrungen mit ijgd berichtet hatte, habe ich mich dann schließlich entschieden ebenfalls über ijgd meinen Auslandsaufenthalt zu organisieren. Nur 2 Monate nach dem Vorbereitungsseminar fand ich mich dann auch schon wartend
Name: Franziska Schmidt Alter: 19 Einsatzstelle: Pekalongan Street Children Project Inhaltliche Ausrichtung:

(und ehrlichgesagt auch ganz schön aufgeregt) am Flughafen wieder. Ich hatte mich entschieden nach Indonesien zu gehen. Das Projekt, welches ich über 6 Monate begleitet habe, konzentriert sich auf die Nachmittagsgestaltung für Straßenkinder. Wobei es sich dabei weniger um Straßenkinder im allgemeinen Verständnis, als um Kinder aus einkommensschwachen Familien handelt.

In Indonesien angekommen, wurde ich super freundlich von einer der Mitarbeitenden von IIWC empfangen. Zum Freiwilligenhaus in Semarang, wo zunächst eine Art Vorbereitung stattfand, ging‘s dann mit dem Roller, der treue Begleiter des indonesischen Alltags. Die folgenden paar Tage lernten ich und andere Freiwillige schon mal die wichtigsten Grundbausteine der Indonesischen Sprache kennen. Oder auch die für Indonesien typische Eimerdusche, die ich jetzt, da ich schon eine Weile wieder in Deutschland bin, tatsächlich ein wenig vermisse.

Nach ein paar Tagen ging es dann nach Pekalongan, mein eigentlicher Projektort.

Ich hatte 2 bzw 3 super tolle Mitfreiwillige (zumindest zu Beginn, die letzten 2 Monate war ich dann die Einzige) und die örtlichen Freiwilligen kamen oft zum Freiwilligenhaus in dem ich untergebracht war. In den ersten Monaten fand auch mehrere Workcamps statt. Es war also immer einiges los und so konnte ich mich schnell an mein neues Umfeld gewöhnen.

Jeden Nachmittag verbrachte ich dann etwa 2 bis 3 Stunden in meine Projektstelle in Poncol. Leider waren während meiner Zeit als Freiwillige nie genügend andere Freiwillige vor Ort so dass die Projektstellen (es gibt 3) hätten doppelt besetzt werden können. Das war am Anfang gar nicht so leicht, denn wenn bis zu 20 Kinder auf einmal beschäftigt werden wollen und man selbst die Sprache noch kaum versteht führt das schon zur ein oder anderen stressigen Situation. Aber auch daran konnte ich mich schnell gewöhnen. Denn mit der Zeit wuchs das Vertrauen der Kinder in mich und natürlich auch, langsam aber sicher, meine Indonesisch Fähigkeiten. Ich hatte herausgefunden welche Art von Aktionen funktionierten und welche eher weniger. Sie fingen an ihre Schüchternheit zu überwinden und präsentierten mir stolz was sie gebastelt hatten. Besonders schön war es immer dann wenn wir viel gemeinsam lachten oder ein Kind mir sagte es freue sich schon mich am nächsten Tag wieder zu sehen.

Da grundsätzlich alle Altersklassen von 2 bis 14 Jahren aufwärts unter den teilnehmenden Kindern vertreten waren, habe ich immer vielfältig vorbereitet. Malen, Basteln, Spiel, Sport, Mathe und gelegentlich auch etwas Englisch. Im Freiwilligenhaus hatte es eigentlich alles, was man an Materiealien so brauchen konnte. Und wenn das mal nicht der Fall war, waren Kopiershop, Bastel- und Spielwarengeschäfte mit dem Fahrrad immer gut zu erreichen. Und wenn man trotzdem nicht weiter wusste gab es eigentlich immer einen der local volunteers, der mir weitergeholfen hat.

Generell war das gemeinschaftliche Zusammenleben in Pekalongan einfach toll. Die local volunteers haben sich viel Zeit für uns genommen. Sie sind mit uns Essen gegangen, habe uns die Stadt gezeigt, wir haben auf den Rollern gemeinsam die Umgebung und wunderschöne Natur Indonesiens erkundet oder einfach mal gemütlich Filme geschaut. Ein Highlight war auch immer wenn wir uns mal wieder entschieden gemeinsam zum Karaoke zu gehen. Wirklich ein riesen Spaß!

Wie vermutlich fast alle Freiwilligen, die bis jetzt in Pekalongan und Umgebung waren zog es auch uns für einige Tage nach Karimunjawa. Eine Ansammlung wunderschöner Inseln vor der Nordküste Zentral Jawas. Ein Gefühl wie im Paradies!

Als ich nach 4 Monaten um mein Visum verlängern zu können für kurze Zeit nach Thailand bin, habe ich besonders stark gemerkt, was es eigentlich für einen Unterschied macht ob man als Tourist oder Freiwilliger ein Land besucht. Ich habe gemerkt, wie privilegiert ich bin, ein Land so kennen lernen zu dürfen und dass ein tatsächliches Ankommen in der Kultur und dem  Miteinander der Menschen wie ich es erlebt habe mit nichts zu vergleichen wäre.

Die letzten 2 Monate, die ich dann noch als einzige Freiwillige in Pekalongan verbrachte, vergingen schneller als mir eigentlich lieb war. Es war ein halbes Jahr voller interessanter Begegnungen aus denen viele einzigartige Freundschaften entstanden sind. Es war unglaublich spannend in einem kulturellen und religiösen völlig anders geprägten Umfeld einen neuen Alltag zu finden. Es war schön sich als Teil der Gesellschaft angenommen zu fühlen.

Es ist jetzt schon ein paar Monate her, dass ich zurück bin aus Indonesien und das Fernweh packt mich immer wieder!

Außerdem, und dieser Aspekt sollte wirklich nicht vergessen werden, das Essen ist fantastisch!!!

Falls Du das also gerade alles gelesen haben solltest und Dir noch nicht ganz sicher bist wohin Du willst… Pekalongan ist wirklich klasse! Es lohnt sich!

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.