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Mein MTV in Indonesien

Schon während meiner letzten Schuljahre war für mich klar, dass ich nach dem Abitur nicht gleich studieren möchte, sondern erst einmal ins Ausland gehen will. Da ich nicht einfach nur reisen, sondern die Zeit nutzen wollte, um etwas Sinnvolles damit anzufangen, kam ich auf die Idee einen Freiwilligendienst zu leisten...
Name: Clara Sophie K. Alter: Einsatzstelle: Mangrove for Java, Pekalongan Inhaltliche Ausrichtung: Soziale Arbeit, Unterricht, Ökologie

... Da mir ein ganzes Jahr aber bezüglich Studienanfang und anderen Plänen zu lang vorkam, war das MTV mit 6 Monaten perfekt für mich. Im Nachhinein bzw. am Ende meines Freiwilligendienstes wäre ich aber gerne noch länger geblieben. Naja, wenn es am schönsten ist soll man ja bekanntlich gehen.

In Indonesien habe ich in einem Freiwilligenhaus gelebt. Dort war es zu Beginn sehr chaotisch und vor allem auch sehr dreckig. Aber man gewöhnt sich erstaunlich schnell an andere Umstände und auch Putzpläne lassen sich ganz einfach erstellen (es sollten sich natürlich alle daran halten, was nicht immer leicht war). Nach ein bis zwei Monaten habe ich mich gut eingelebt und nach vier Monaten habe ich mich dann so richtig zu Hause und wohl gefühlt, was aber auch sehr von den anderen Freiwilligen abhängt, mit denen ich zusammen gelebt habe. In meinem Umweltprojekt habe ich vor allem Mangroven gepflanzt und kultiviert. Dazu musste ich ca. 20 Minuten von unserem Freiwilligenhaus zu meiner Einsatzstelle fahren. Ich habe immer versucht so viele Freiwillige wie möglich mit ins Boot zu holen, denn umso mehr mit anpacken, umso mehr Mangroven konnten natürlich gepflanzt werden.

Meine Tage und Arbeit konnte ich mir recht frei planen und einteilen, weshalb ich meine Tätigkeiten etwas erweitert habe. In Indonesien gibt es meiner Meinung nach leider ein sehr großes Problem mit der Müllentsorgung bzw. mit dem Umgang mit Plastik an sich. Daher habe ich auch sehr oft Müll am Strand eingesammelt und mich im Mangrovenpark für mehr Mülleimer und Schilder eingesetzt bzw. sie selber gestaltet, gebaut und aufgestellt. Neben meinem Projekt habe ich vor allem auch versucht meine Zeit mit den lokalen Freiwilligen zu verbringen und zum Beispiel Englisch oder Deutsch unterrichtet, da sich das viele gewünscht haben. Unter der Woche war ich jeden Tag in meinem Projekt und auch an manchen Wochenenden habe ich gearbeitet und zum Beispiel Fundraising organisiert, um mehr Geld zum Mangroven pflanzen oder andere Projekte meiner Organisation zu erhalten. An freien Tagen hatten wir internationalen Freiwilligen aber auch viele  Gelegenheiten die Umgebung und das wunderschöne Indonesien zu erkunden.

Verständigt habe ich mich sowohl auf Englisch als auch auf Indonesisch. Es hat sich für mich unglaublich gelohnt die Indonesisch zu lernen, da ich außerhalb meiner Organisation kaum Menschen begegnet bin die Englisch sprechen konnten. Außerdem wird man ganz anders behandelt und erhält völlig neue Möglichkeiten wenn man sich auf „Bahasa Indonesia“ verständigen konnte. Bevor ich nach Indonesien gereist bin, habe ich also schon etwas angefangen die Sprache zu lernen. Auch habe ich mich im Allgemeinen über mein Gastland informiert und einige Ideen für mein Projekt gesammelt.

Die Packliste von ijgd hat mir persönlich auch sehr dabei geholfen nichts Wichtiges zu  vergessen. Dank des Vorbereitungsseminars noch in Deutschland kannte ich schon ehemalige Freiwillige aus Indonesien und andere, die wie ich vor hatten ihren Dienst in Indonesien zu leisten. So hatte ich die Möglichkeit mich auszutauschen und meine  Ängste und Vorstellungen zu besprechen und zu überdenken. Durch das Seminar habe ich einen besseren Einblick über die nächsten organisatorischen Aspekte bekommen und eine ganze Menge Vorfreude und Neugier.

Auch von meiner Partnerorganisation im Gastland habe ich mich immer gut betreut gefühlt. ich musste zwar lernen dass hier die Uhren anders ticken, aber im Endeffekt hat immer alles geklappt und ich kehre mit mehr als positiven Erfahrungen aus meinem Einsatz zurück nach Deutschland.

Ich kann für mich selber gar nicht sagen, was für mich die wichtigste Erfahrung aus Indonesien ist. Ich weiß nur dass ich unglaublich viel über dieses Land und seine Menschen gelernt habe. Genau so viel ist mir wie mir jedoch aus der Ferne über meine Heimat klar geworden. Ich weiß jetzt, dass man selbst am anderen Ende der Welt nie alleine ist und ich habe eine ganze Menge mehr Selbstvertrauen in mich selbst gewonnen. Ich kann mir sagen, ich habe Typhus überlebt, mich an monströsen Flughäfen zurecht gefunden, eine neue Sprache gelernt und eine ganze Menge Mangroven gepflanzt. Ich bin sehr froh mich für diese sechs Monate in Indonesien entschieden zu haben.

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.