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MTV in Nepal 2016/17

Warum bin ich nach Nepal gegangen? Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr wie ich auf Nepal gekommen bin. Tatsache ist, dass mich dieses Land unter anderem aufgrund seiner Landschaft gereizt hat. In Nepal lässt sich auf einer Strecke von ca. 200km in Nord-Süd-Richtung von Urwald und Flachland über mittelgebirgsähnliche Landschaft ...
Name: Miriam B. Alter: Einsatzstelle: FFN - Khaireni Higher Secondary School, Khairenitar Inhaltliche Ausrichtung: Teaching

... bis zu höchstem Hochgebirge alles finden. Nachdem ich Samstagabend in Frankfurt zum ersten Mal alleine ins Flugzeug stieg und mich einige Stunden später durch das Gewusel am Flughafen in Dubai geschlagen hatte, stieg ich Sonntagabend in Kathmandu aus dem Flieger. Es war recht warm und das Backstein-Flughafengebäude sowie auch die Beamten waren um einiges herzlicher als in Dubai. Nachdem ich mein Gepäck eingesammelt hatte, wurde ich noch im Flughafengebäude mehrmals gefragt, ob ich ein Taxi, ein Hotel oder einen Gepäckträger bräuchte. Ich verneinte alles schließlich sollte ich am Flughafen abgeholt werden. Vor dem Gebäude warteten viele Menschen mit Namensschildern. Statt Miriam B. fand ich Marim B. auf einem Schild. Nach kurzer Absprache war dann aber klar, dass ich gemeint war und dann ging es auch schon durch den ziemlich chaotischen Verkehr von Kathmandu zu Sudarshan, dem  Organisator von FFN, bei dem unser Einführungsseminar stattfand.

Ab dem nächsten Tag waren wir zu 4: Hako aus Japan, Robin aus Frankreich und Laura und ich aus Deutschland. Nun erfuhren wir unseren Einsatzort (Laura und ich sollten in der gleichen Schule unterrichten), hatten einen kleinen Nepalsprachkurs (Allerdings konnten wir danach nicht wirklich mehr als „Namaste“ also Hallo sagen) und lernten ein wenig über das nepalesische Schulsystem (Das meiste haben wir dann aber während unseres Aufenthaltes mitbekommen). Das Ganze war durch die Einstellung, die uns noch öfter begegnen sollte, „wird schon irgendwie klappen“, bestimmt. Tat es auch. Wir mussten uns allerdings erst daran gewöhnen.

Am Mittwochfrüh ging es dann 8 Stunden lang in einem Bus nach Khairenitar (200km) mit Motorpanne. Dort lernten wir unseren Gastvater und Schulleiter kennen. Unser Haus lag etwas abseits der Stadt im Wald. Wir mussten also erst etwa 10 min zwischen Reisfeldern und Bäumen hindurch laufen. Unsere Gasfamilie bestand aus unserem Gastvater und seiner Frau, sowie seiner Schwester. Ab und zu war auch seine Mutter zu Besuch und seine Nichte und seinen Neffen haben wir auch öfter gesehen. Das Haus war sehr ursprünglich aber groß (für nepalesische Verhältnisse). Trotzdem mussten Laura und ich uns ein ca. 6 Quadratmeter großes Zimmer teilen. Es haben gerade mal zwei Betten und eine kleine Bank in das Zimmer gepasst. Aber wir haben uns zum Glück gut verstanden und nach einer Weile sind wir auch gut mit dem bisschen Platz zurecht gekommen. Da die Wände traditionell aus Lehm waren, ist, wenn man nicht aufgepasst hat, alles geschimmelt, was direkt an der Wand lag: Der Pass, Schuhe oder der Rucksack. Außerdem gab es natürlich keine Waschmaschine, warme Dusche oder Waschbecken. Und auch das Badezimmer war recht dezentral. Die Dusche befand sich 50m in die eine Richtung entfernt vom Haus und die Toilette 50m in die andere Richtung und als Waschbecken und Spüle diente ein 10 l Eimer direkt vor dem Haus aus dem man mit kleineren Eimern Wasser schöpfen konnte. Gekocht wurde meist über Feuer im Freien. Allerdings gab es bei uns in der Gastfamilie eine Solarzelle, weswegen wir dauerhaft Licht hatten (In Nepal gibt es recht häufig Stromausfall) und sogar W-LAN. Um unser Haus darum herum befand sich der Garten unserer Gastfamilie, in dem Obst, Bohnen, Erbsen, Zuckerrohr, Bambus und vieles weitere Gemüse angebaut wurde. Außerdem besaß unsere Gastfamilie noch Reisfelder.

Von Sonntag bis Freitag sind wir in die Schule gegangen. Beginn war um 10 Uhr und Ende war 16 Uhr außer Freitags. Da endete die Schule schon 14:45 Uhr. Alle Kinder hatten 8 Stunden. Nach den ersten 5 Stunden, die durch unterrichtet wurde, gab es eine halbstündige Pause. Danach gab es die letzten 3 Stunden, wieder ohne Pause. Laura und ich hatten pro Tag 4 - 5 Stunden zu unterrichten. Ich habe Mathe auf Englisch unterrichtet. Allerdings funktionierte unsere Schule in Nepal ein bisschen anders als in Deutschland. Die Kinder waren darauf trainiert den Unterrichtsstoff auswendig zu lernen. Und auch selbständig arbeiten oder Melden kannten die Kinder nicht. Ich habe dann versucht den Kindern zu erklären, was sie gerade rechnen und ihnen erst danach die Schritte diktiert. Besonders in den kleineren Klassen war es teilweise schwierig die Kinder ruhig zu halten, da sie sich einerseits immer gefreut haben, wenn Laura oder ich den Klassenraum betreten haben und andererseits auch noch nicht so gut Englisch konnten. Deswegen haben ich dann in meiner zweiten Klasse öfter die Aufgabe übernommen die Hausaufgaben zu kontrollieren und einzelnen Schülern bei Übungsaufgaben zu helfen.

Nach der Schule haben wir entweder mit einigen der Kinder gespielt. Einige Male sind wir sogar von der Familie einer Schülerin zu ihnen nach Hause eingeladen worden. Oder wir haben unsere Wäsche gewaschen, sind Joggen gegangen oder haben unserer Gastfamilie zum Beispiel beim Essen machen geholfen. Zu essen gab es morgens und abends Dhalbat mit Gemüse, also Reis mit Linsen und, je nach dem was gerade gewachsen ist, unterschiedliches Gemüse. Nach einiger Zeit haben wir uns an das für uns recht eintönige Essen gewöhnt gehabt.

Am Samstag sind wir oft nach Pokhara gefahren oder haben uns die Umgebung angesehen. Nach einer vierstündigen Wanderung war man auf der Spitze eines kleinen Berges. Von dort hatte man herrlichen Blick über unser Dorf und die Umgebung und am Horizont türmte sich der Himalaya mit dem Anapurna-Gebirge auf.


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