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MTV in Mexiko 2011/12

Gehe ich nach dem Abitur oder dem Studium ins Ausland? Gehe ich ein ganzes Jahr oder lieber nur ein halbes? Halte ich das überhaupt so lange aus? Bleibe ich in Europa oder zieht es mich in fernere Länder?

Die Fragen stellen sich mit Sicherheit viele. Auch ich habe mir diese Fragen gestellt!
Name: Nadine E. Alter: Einsatzstelle: Vimex - Happy People Inhaltliche Ausrichtung: Social / Teaching

Nach meinen MTV in Mexiko kann ich die Frage ins Ausland zu gehen oder nicht mit einem klaren JA! beantworten! Nach dem Abitur wollte ich zuerst einmal einen Teil der Welt sehen, ein fremdes Land kennen lernen undnach 13 Jahren Schule mal zu Hause rauskommen. Das stand für mich schon seit Langem fest. Zum ersten Mal hörte ich von einer Freundin von der Idee des Freiwilligendienstes. Im Internet schlau gemacht, war ich sofort davon begeistert und traf schließlich auf IJGD. Freiwilligendienste sind meiner Meinung die perfekte Kombination aus reisen, neue Länder und Kulturen kennen lernen, für euch selbst jede Menge Erfahrungen zu sammeln und dabei sogar die Menschen vor Ort zu unterstützen. Ihr habt viel mehr Möglichkeiten, das Familienleben, den Alltag und die sozialen Eigenheiten des Ziellandes zu entdecken. Schließlich lebt und arbeitet ihr ja für mehrere Monate dort. Außerdem werden die Menschen dort gleichzeitig durch eure Arbeit unterstützt und ihr könnt abgesehen von der Sprache natürlich noch sehr viel für euch selbst mitnehmen und erleben!


Anfangs klang es für mich etwas abschreckend Deutschland für ein ganzes Jahr zu verlassen, deshalb suchte ich nach anderen Möglichkeiten und bin bei den ijgd auf das MTV gestoßen. Bis zu 6 Monate ins Ausland gehen zu können klang für mich perfekt!

Die Länderwahl ging bei mir recht schnell, da ich mein Schulspanisch aufbessern wollte. Also warschon mal klar, dass es Lateinamerika sein sollte. Die Projekte in Mexiko gefielen mir von Allen am besten, sodass auch diese Entscheidung recht flott ging und die Bewerbung abgeschickt werden konnte. Nach einigen Wochen und einem Telefonat mit IJGD später stand fest, dass ich im September für 6 Monate nach Mexico City gehen würde! Vor meiner Abreise stand noch das Vorbereitungsseminar von den ijgd an. So fuhr ich mit anderen Bewerbern aus Deutschland nach Kassel auf das 5-tägige Seminar. Für mich war diese Vorbereitung sehr wichtig, denn es tat gut Leute zu treffen, die sich dieselben Fragen stellten und die gleichen Befürchtungen und Zweifel hatten, aber auch die Vorfreude für das teilten, was uns erwarten sollte.

Durch kreative Spiele, Vorträge und Plakate wurden wir von IJGD auf uns eventuell bevorstehende Probleme vorbereitet. Probleme wie zum Beispiel den Kulturschock, das Heimweh oder sprachliche Hindernisse. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir die Vorbereitung sehr geholfen hat und auf jeden Fall ausreichend war. Mein Highlight des Seminars war jedoch der Tag, an dem uns Rückkehrer/innen aus allen Kontinenten besucht haben, um ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Probleme aber natürlich auch Fotos mit uns zu teilen. Außerdem konnten wir ihnen auch noch unsere unzähligen Fragen stellen. So konnten wir mehr über unser Zielland und mit etwas Glück sogar über unser Projekt erfahren. An dieser Stelle hätte ich mir damals allerdings etwas mehr Infos über mein Zielland, in dem ich die nächsten Monate leben würde, von den ijgd direkt erhofft. Ein paar Tipps über die Besonderheiten der Kultur, der Religion und des Landes an sich hätten uns sicherlich geholfen. Nun ging es endlich los! Es war September, von meinen Freunden hatte ich mich bereits verabschiedet, die Koffer waren gepackt, ab in den Flieger!

Im Flugzeug habe ich alles noch einmal durchgelesen und mich schlau gemacht, um bestens vorbereitet zu sein.So gerüstet landete ich endlich in Mexico City und wurde am Flughafen auch schon von meiner Partnerorganisation erwartet! Das hatte a!so schon mal geklappt! Todmüde wurde ich in ein Hostel gebracht, um am nächsten Morgen von einer anderen Freiwilligen aus Polen, die Gott sei Dank Englisch sprach (mein Spanisch hielt sich anfangs in Grenzen), abgeholt zu werden. Ein Event meiner Partnerorganisation stand an und alle Freiwilligen waren eingeladen. Ich hatte also gleich die Möglichkeit die anderen Freiwilligen aus Deutschland kennen zu lernen und ein bisschen deutsch zu hören tat auch gut! Die erste Woche hatte ich noch frei und konnte schon ein bisschen die riesige Stadt erkunden. Untergebracht war ich anfangs in meiner Einsatzstelle. Da ich dort aber die einzige Freiwillige war, fühlte ich mich sehr einsam und hatte viel Heimweh. Es wurde aber sofort reagiert und so bekam ich ein Zimmer im Haus meiner Chefin, in dem ich mich sehr wohl fühlte. Das Haus lag wenige Busminuten von meiner Einsatzstelle entfernt und es gefiel mir dort richtig gut. Überrascht war ich vor allem von der schnellen Reaktion und der Bereitschaft meiner mexikanischen Arbeitskollegen mich in ihrem Haus aufzunehmen! Oft wurde ich zu lokalen Festen und Familienfeiern eingeladen, was natürlich immer eine tolle Erfahrung für mich war und viel Spaß bedeutete!

Im Allgemeinen kann ich die Freundlichkeit und Fürsorglichkeit der Mexikaner, die ich während meiner 6 Monate kennen gelernt habe nur loben. Ob nun meine Einsatzstelle oder die Partnerorganisation, sobald ich ein Problem hatte, wurde mir geholfen. Ob es sich dabei nur um den Einkauf im Supermarkt oder einen Arztbesuch handelte, spielte dabei keine Rolle. Man muss allerdings dazusagen, dass nicht immer alles sofort geht. Für mich wirkte anfangs alles sehr chaotisch, aber keine Panik, am Ende hat noch immer alles geklappt!! Leider gab es anfangs ein paar sprachliche Probleme,da nicht alle in der Partnerorganisation Englisch sprachen und ich in Spanisch anfangs leider auch nicht viel verstanden habe. Deshalb war ich immer wieder froh, die Freiwillige aus Polen anzutreffen, die mein Englisch verstand!

Meine Arbeit bestand darin Englischkurse für Kinder und Erwachsene zu geben. Außerdem half ich meiner Kollegin, die Computerkurse gab und mittags kochte, das Essen vorzubereiten. Standen kleinere Erledigungen bei der Sekretärin an oder fand ein Event der Einsatzstelle statt, half ich natürlich auch dort immer gerne aus und begleitete das Team. Meine Kurse machten mir sehr viel Spaß! Vor allem die Erwachsenen waren hochmotiviert und forderten meine Englischkenntnisse heraus. Die Kinder hingegen forderten meine Kreativität als Lehrerin. Besonders gefallen hat mir an der Einsatzstelle, dass mir offen stand, welche Kurse ich geben wollte. Egal ob Sprache, ein Musikinstrument oder Sportkurse, es war alles möglich! Ihr könnt euch die Kurse selbst einteilen, solltet allerdings kreative Ideen mitbringen!

Um 9Uhr begann mein Arbeitsalltag. In meiner 2-stündigen Mittagspause hatte ich genügend Zeit, ins nahe gelegene Zentrum zu laufen, mich in den Park zu setzen, zur Post zu gehen oder ein Museum zu besuchen. Essen wurde mir in meiner Einsatzstelle bereitgestellt! Hin und wieder begleitete ich auch meine Kollegin zum Markt oder. zur Carniceria, der Metzgerei, um für das Mittagessen einzukaufen. Dann wurde gemeinsam gegessen. Nachmittags gab ich noch Englischkurse für die Kleinen und schon war mein Arbeitstag zu Ende. So blieb mir abends noch genug Zeit, mit neu gewonnen Freunden essen zu gehen, einen Film anzuschauen und natürlich meine Kurse für den nächsten Tag vorzubereiten. Am Wochenende hatte ich frei und so die Möglichkeit die Stadt zu erkunden, die schönen Märkte zu besichtigen, Freunde zu besuchen oder mich mit den anderen Freiwilligen zu treffen, die in anderen Projekten arbeiteten. Alles in Allem hat mir die Zeit in Mexiko sehr gut gefallen, ich bereue es nicht und empfehle es jedem weiter!

Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt, eine andere Sprache erlernt, neue Freunde gefunden und viele Dinge über mich selbst herausgefunden. Außerdem war es sehr interessant für mich den mexikanischen Alltag und die Lebenseinstellung kennen lernen zu können. Davon werde ich hier in Deutschland mit Sicherheit noch profitieren! Für die Zeit nach dem MTV habe ich mich für ein internationales Wirtschaftsstudium entschieden und habe mir bereits vorgenommen, Mexiko in einem Auslandssemester noch einmal zu besuchen!

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.