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Explore New York

Ein MTV in den USA in New York City ist vermutlich nicht die Art von MTV, die einem zuerst in den Sinn kommt, wenn man von MTVs spricht. Es ging nicht darum, Hilfe in Südamerika zu leisten oder mit afrikanischen Kindern zusammenzuarbeiten.
Name: Franziska S. Alter: 23 Jahre Einsatzstelle: Explore New York Inhaltliche Ausrichtung: Arbeit mit Menschen mit Behinderung

In meinem MTV ging es um die Arbeit mit behinderten Menschen und speziell um das Gestalten von Vacation trips und Day trips mit diesen Behinderten..)


Auch wenn sich das erst einmal sehr schwierig und herausfordernd anhören mag, war es ein wundervolles MTV für mich, das ich auf keinen Fall missen möchte. Zuallererst: Für die Zeit des MTVs ist man in New York City und kann diese Stadt länger und besser als die gewöhnlichen Touristen erkunden! Außerdem erhält man die Möglichkeit, in andere Teile der USA zu reisen, wenn man an einem der zahlreichen Vacation trips teilnimmt.


Die Organisation Sprout

Die Organisation Sprout in New York stellt insbesondere in den Sommermonaten drei- bis siebentägige Reisen (Vacation trips) zum Beispiel zu den Niagarafällen oder nach Orlando, Arizona und Philadelphia für Menschen mit Behinderung zur Verfügung. Des Weiteren gibt es Tagesaktivitäten (Day trips) in New York City, was bedeutet, dass man für einen Tag beispielsweise zusammen mit den Behinderten eine Ausstellung besucht oder zusammen brunchen oder bowlen geht.

Meine Aufgaben

Im Grunde genommen geht es darum, die Behinderten so weit und gut wie möglich am alltäglichen Leben teilhaben zu lassen, und ihnen mit verschiedenen Aktivitäten in New York und während der Trips eine wundervolle Zeit im Kreis ihrer Freunde und Bekannten zu ermöglichen.
Die Aufgabe des MTVs ist es, diese Vacation trips und Day trips als Leader zu begleiten. Während der Trips ist man voll für die Sicherheit, das Vergnügen und "well-being" der Teilnehmer verantwortlich. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit zwei anderen Leadern, die für gewöhnlich schon mehrere Trips begleitet haben und deswegen über umfangreiche Erfahrungen verfügen. Aus diesem Grunde muss man als Freiwillige keineswegs eine Gruppe mit Behinderten alleine beschäftigen, sondern immer in Kooperation mit den anderen Leadern.
Die anderen Leader können direkt in New York oder der Umgebung leben oder internationaler Herkunft sein. Definitiv wird man viel Spaß zusammen haben und grundsätzlich in Englisch kommunizieren.

Meine Empfehlung

Ich würde empfehlen, in den Sommermonaten an dem Camp teilzunehmen, da zu diesem Zeitpunkt die meisten Voluntäre da sind und die meisten mehrtägigen Trips stattfinden. Ich hatte eine wunderbare und einzigartige Zeit in New York, konnte viele liebenswerte Menschen kennenlernen und fantastische Erfahrungen in Zusammenarbeit mit den anderen Leadern und den Behinderten machen. Auch in der Nebensaison Frühling gab es viel für mich zu tun und ich erhielt Aufgaben aller Art. Insgesamt habe ich einen Vacation trip und sechs Day trips begleitet. In der Regel sind es elf Teilnehmer mit drei Leadern pro Trip.

Hauptsächlich geht es während der Vacation trips darum, den Teilnehmern vertrauenswürdige und freundschaftliche Gesellschaft und Begleitung zu leisten, das Budget des Trips zu verwalten, sicheren Transport zum Tripziel sowie während des Trips zu gewährleisten und anderweitige Hilfestellung wie z. B. mit Medikamenten oder hygienischen Belangen zu leisten. Hygienische Hilfestellung (z. B. eine Person beim Duschen unterstützen) kann vorkommen, war während meines Camps jedoch nicht der Regelfall.

Da viele Trips am Wochenende stattfinden oder mehrtägig sind, hat man im MTV keinen "9-to-5-job". Wie viele Tage man welche Trips begleitet, wird von den Leitern koordiniert. Weil es kein geregeltes Wochenende gibt, kann man unter der Woche bzw. zwischen den Trips frei bekommen und hat dann Zeit, New York City zu erkunden.

Arbeit im Team

Für die Tage, die man in New York verbringt, wird man in einem super Hostel in Manhattan untergebracht, in dem man auch noch viele andere junge Leute kennenlernen kann. Vom Hostel aus kann man innerhalb weniger Minuten das Sprout Büro erreichen. Für die Zeit, in der man arbeitet bzw. an einem Trip teilnimmt, bekommt man die Verpflegung zur Verfügung gestellt.
   
Während der mehrtägigen Trips können die Leader zusammen entscheiden, welche Aktivitäten in der Zeit des Trips unternommen werden. Ich durfte beispielsweise einen Trip mit Jugendlichen nach Philadelphia begleiten, und im Rahmen dessen haben wir unter anderem die berühmte Liberty Bell besichtigt sowie ein traditionelles Philly Cheese Steak gegessen.

Die Behinderten sind in der Regel erwachsen, es sind jedoch auch Jugendliche dabei. Die Teilnehmer an den Trips sind sehr liebenswürdig und offen gegenüber allen Voluntären. Viele interessierten sich für meine Herkunft und waren sehr glücklich, mich bei verschiedenen Trips wieder zu sehen. Ich hatte viel Spaß mit den Teilnehmern und es war schön zu sehen, dass sie eine tolle Zeit während der Trips hatten. In den meisten Fällen gab es keine Sprachprobleme, und im Notfall standen die anderen Leader zu Hilfe.

Die Leiter waren sehr bemüht, dass ich einen guten "Mix" aus Allem kennen lerne und die Möglichkeit hatte, an verschiedenen Trips teilzunehmen. Die Leiter standen bei Fragen stets zu Hilfe und haben mich wunderbar in die Gemeinschaft eingebunden. Die Leute im Büro waren sehr offen, herzlich und haben sich stets um mich bemüht. Während des MTVs habe ich andere Voluntäre kennengelernt, mit denen ich meine Freizeit, aber auch die Arbeitszeit verbringen konnte und eine super Zeit hatte.

Mein Fazit

Auch wenn man während der Arbeit mit Behinderten auf ungeahnte oder ungewohnte Situationen stoßen mag, ist es eine wunderbare Möglichkeit, Amerika und die Amerikaner kennenzulernen und gleichzeitig während der Trips Sightseeing zu betreiben. Die Arbeit im MTV erweiterte meinen persönlichen Horizont, verbesserte meine Kenntnisse der englischen Sprache und ich konnte viele Freundschaften mit Menschen "all over the world" schließen. Die Erfahrungen die ich machen durfte sind vielfältig und weitreichend. Ich kann das MTV sehr empfehlen und würde nochmal hingehen!

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.