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Koeye-Lodge 2006

Als wir zur Westküste Kanadas aufbrachen, wussten wir nicht was uns erwarten würde; jetzt bleibt der Eindruck eines einmaligen Naturerlebnisses kombiniert mit Abenteuer und sehr netten Menschen zurück.
Name: Patricia Klöber Alter: 21 Jahre Einsatzstelle: Koeye-Lodge 2006 Inhaltliche Ausrichtung: Environmental

Als wir am 8.08.06 nach dem dritten Flug, der in einer Acht-Mann-Maschine bei schlechtem Wetter nicht durchgehend angstfrei war, und einer Bootsfahrt in Koeye ankamen, befanden wir uns nach eigenem Befinden am Ende der Welt: Wir waren umgeben von viel Wasser (Pazifik) und bewaldeten Hügeln - keine Straßen, keine Häuser, keine Autos!


Blick von der Lodge

Nachdem wir unsere Sachen verstaut und einen ersten atemberaubenden Blick von der Lodge genossen hatten,

erklärte uns Larry, der Leiter der Lodge, wo wir gelandet waren: Koeye ist ein Ort, der zu dem Territorium der Heiltsuk People, einem First Nation Tribe, gehört. Wo früher die Heiltsuk Vorfahren im Einklang mit der Natur lebten, existiert heute neben der Lodge ein Camp in dem die First Nation Kinder ihren Sommer verbringen und vieles über die Kultur ihrer Vorfahren und die Natur, in der sie leben, lernen. Außerdem werden Koeye heilende Kräfte nachgesagt, und so kommen Leute zur Lodge, die in irgendeiner Weise heilen möchten, sei es körperlich oder geistig.

Unsere Aufgabe

als volunteers war es den Landschaftsplan der Lodge weiter umzusetzen. So haben wir z.B. einen Garten angelegt, Bäume zurück geschnitten, und den Holzvorrat für den Winter angelegt ? und nach 3 Stunden kann das Tragen von halben Bäumen bergauf schon mal anstrengend werden. Das war uns aber nicht so wichtig, denn nachdem wir den "das-ist-das-Ende-der-Welt-Schock" überwunden hatten, konnten wir die ursprüngliche Natur genießen und das weit entfernte Deutschland kam uns verglichen mit Kanadas Weite wie ein Ameisenhaufen vor. Wir volunteers haben uns auf Anhieb richtig gut verstanden und schon nach einer kurzen Zeit haben wir sehr viel Spaß miteinander gehabt. Am ersten Donnerstag haben wir dann das erste Mal an dem "big feast" im "Bighouse" teilgenommen, wo die Kinder ihre traditionellen Tänze zelebrieren, die sie unter der Woche üben und spätestens ab da waren wir dann völlig in die Welt von Koeye eingetaucht. Unser freies Wochenende verbrachten wir mit Kanu-Trips auf denen wir Weißkopfadler, springende Lachse und auch einen Grizzly sahen, mit Lagerfeuern, bei denen wir Bananen anstelle von Marshmallows grillten und einer Nacht im Waldcamp der Kinder, denn die verbrachten ihr Wochenende zu Hause.

Kleiner Tipp für zukünftige Koeye volunteers:

Eine Nachtwanderung zu acht mit zwei Taschenlampen im Stockfinsteren, bei der man weder einen Bär noch einen Wolf sehen würde bis sie ca. 10 Zentimeter vor einem stehen, ist zwar aufregend aber nichts für schwache Nerven! Und auch wenn man sich an begrenzte Elektrizität, eine Dusche für acht Leute, an die unbequemste Schlafstätte, die man sich vorstellen kann und auch harte Arbeit erst gewöhnen muss, so gehört das erstens irgendwie dazu und außerdem verschwanden die wenigen negativen Dinge völlig im Schatten von den so zahlreichen, positiven Erfahrungen. Zu denen zählen die viele tollen Leute, die wir getroffen haben - neben den volunteers auch noch der "Hausmeister" von Koeye, die Familie, die die Lodge leitet und natürlich die vielen Kinder des Camps, die uns warmherzig aufgenommen haben. Dazu zählt außerdem "Bär&", der Wolfshund, der als "Bär-Alarm" bellt, die Möglichkeit Grizzlys beim Strandspaziergang zuzusehen sowie Wale und Adler in freier Wildbahn beobachten zu können.

Und zu den positiven Dingen

zählt die Erfahrung an der Gestaltung eines Ortes mitzuhelfen, der für die Leute dort eine so hohe Bedeutung hat und nicht zuletzt der unvergessene Blick von der Lodge.

Danke IJGD, CADIP und vor allem Koeye für diese zwei Wochen.

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.