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Die Arbeitsgrundsätze der ijgd

Die Arbeit der ijgd orientiert sich an folgenden Grundsätzen:


Ökologisches Lernen:
Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden generationsübergreifend in allen Bereichen der ijgd Diskussionen zur Beziehung zwischen Mensch und Natur sowie zu Fragen der Ökologie angeregt und eine verstärkte Wahrnehmung der Umwelt gefördert. Möglichkeiten einer ökologischen und nachhaltigen Alltagsgestaltung werden mit positiven Erlebnissen verbunden. Überdenken eigener Handlungsmuster wird durch praktische Erfahrungen angeregt. Dabei wird aufgezeigt, wie wir selbst nachhaltig leben können und welche weitreichenden Folgen unser Handeln für uns selbst, für Menschen und Umwelt überall auf der Erde sowie für künftige Generationen hat.


Selbstorganisation:
Freiräume bieten die Möglichkeit und fordern dazu auf selbst zu schaffen und zu machen. Selbstwirksamkeit, Verantwortung und Abstand von vorgefertigten Strukturen kennzeichnen diese Räume. Dabei sollen die Interessen und Wünsche aller respektiert und einbezogen werden.


Freiwilligkeit:
Freiwilligkeit ist der Grundsatz der ijgd und die Voraussetzung für selbstorganisiertes und motiviertes Wirken. Diese Motivation grenzt die Freiwilligenarbeit ab von sogenannten Pflichtdiensten an der Gesellschaft. Freiwillige sollten ihr Engagement nicht nur als reinen Dienst an der Gesellschaft, sondern auch als Möglichkeit wahrnehmen sich selbst zu orientieren und zu lernen. Die Freiwilligenarbeit bietet Freiräume etwas Neues und sich selbst auszuprobieren ohne gesellschaftlichen Leistungsdruck.


Soziales Lernen:
Das Leben in einer Gruppe in allen Bereichen der ijgd ist geprägt von sozialem Miteinander und einer Kultur der Verständigung. Uns ist wichtig, unterschiedliche Bedürfnisse und Meinungen zu berücksichtigen und ein inklusives Zusammensein zu ermöglichen. Hierbei sollen Vorurteile hinterfragt und überwunden werden.
Über die Interaktion in der Gruppe und einen Perspektivwechsel kann sowohl die eigene Persönlichkeit als auch die Gesellschaft geformt und (neu)gestaltet werden, sowie soziale und emotionale Kompetenzen wie Kooperations- und Konfliktfähigkeit erlernt werden. Soziales Lernen beschreibt einen lebenslangen, generationenübergreifenden Prozess, der geprägt ist von Selbst- und Mitverantwortung, Gemeinschaftlichkeit und zivilgesellschaftlicher Partizipation.


Interkulturelles Lernen - Vielfalt als Normalität
Begegnungen zwischen Kulturen finden in all unseren Programmen auf unterschiedliche Art und Weise statt. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch mehrere Kulturen in sich vereint. Es ist unser Anspruch, diese vielfältigen Zugehörigkeiten und die damit einhergehenden oder fehlenden persönlichen Handlungsmöglichkeiten kritisch zu hinterfragen. Dazu setzen wir uns mit den eigenen Vorurteilen und gesellschaftlichen Diskriminierungsformen auseinander und nehmen immer wieder Gemeinsamkeiten im eigenen Land und über Landesgrenzen hinweg in den Blick. Dadurch wird Offenheit, gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung für Vielfalt ermöglicht.


Geschlechtergerechtigkeit
Gibt es nur zwei Geschlechter oder viele? In unseren Projekten werden Menschen für die Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung sensibilisiert. Sie werden angeregt einen gleichberechtigten Umgang miteinander zu finden und gängige Rollenbilder zu hinterfragen. Dabei stehen Selbstbestimmung und Individualität im Vordergrund. Vorurteile gegenüber z.B. lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, intersexuellen oder trans-Lebensweisen sollen abgebaut und Akzeptanz für diese geschaffen werden.


Antirassismus, Antidiskriminierung
„Vorurteile in meinem Kopf? Nein, damit habe ich nichts zu tun.“ Dabei bringen alle Menschen Prägungen mit, die sie – häufig unbewusst – zu rassistischen oder anders diskriminierenden Aussagen oder Handlungen veranlassen können. Bei den ijgd wird der Raum geöffnet für die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen und Stereotypen. Dabei werden auch die gesellschaftlichen Machtverhältnisse thematisiert und die eigene Rolle reflektiert.


Politische Bildung
Die ijgd verstehen sich als ein Ort der politischen Bildung. Politische Bildung bedeutet hier das Erleben und Gestalten einer aktiven Demokratie. Die ijgd machen kritisch, regen zu Diskussionen und zum Hinterfragen gesellschaftlicher Strukturen an und fördern aktiv die selbstbestimmte politische Willens- und Bewusstseinsbildung. Freiwilligenarbeit als eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements kann nach Überzeugung der ijgd nicht getrennt von gelebter Demokratie und politischer Bildung stattfinden.