weltwärts in Mexiko 2008/09 VIVE MEXICO
Name: Elisabeth L.B.
Partnerorganisation: VIVE Mexico
Inhaltliche Ausrichtung: Unterrichten, Freizeitaktivitäten
Zeitraum: Sep.2008- August2009
Warum wolltest du am weltwärts-Programm teilnehmen?
Das weltwärts- Programm bietet eine gute Möglichkeit sich nach dem Abitur oder einer Berufsausbildung oder nach einem Studium eine Auszeit aus dem alltäglichen Leben in Deutschland zunehmen. Man kann viele neue und interessante Erfahrungen in einer neuen Umgebung gewinnen. Man kann Neues und Unbekanntes kennen lernen, vor allem Menschen in anderen Lebens- und Arbeitsbedingungen als denen, die einem aus der eigenen Heimat vertraut sind. Ein solcher Freiwilligendienst gibt einem die Möglichkeit sich für und mit Menschen in Ländern mit großem wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Entwicklungsbedarf zu engagieren.
Zudem kann man seinen Horizont erweitern, in dem man ein anderes Land, eine andere Kultur und von vielen Dingen eine ganz neue Perspektive gewinnt.
Was war Dein Projekt? Wie verlief die Arbeit?
In meinem Projekt bestand die Hauptaufgabe darin in einer Schule die Englischlehrer zu unterstützen. Neben dem Englischunterricht habe ich an weiteren schulischen Ereignissen (im Bereich der Kultur, der Musik und des Sportes, uvm.) teilgenommen und bei der Durchführung mitgewirkt.
Nachmittags habe ich mich viel mit den SchülerInnen beschäftigt, ihnen bei den Hausaufgaben geholfen oder einfach mit ihnen Volleyball oder Schach gespielt. Nebenher habe ich noch Deutsch unterrichtet und bei der Aufforstung des Schulgeländes mitgewirkt.
Die Arbeit verlief von Anfang an sehr gut. Ich durfte den Englischunterricht alleine gestalten (die Lehrerin hat mich, wenn es nötig war unterstützt), dies hat mir sehr viel Freiraum und Entfaltungsmöglichkeiten gegeben.
Wie konntest Du Dich einbringen?
Dadurch, dass ich den Englischunterricht so gut wie alleine gestalten durfte, konnte ich viele verschiedene Methoden (bspw. Spiele, Lieder, uvm.) anwenden um den Unterricht interessant zu gestalten.
Auch dadurch, dass ich immer nachmittags in der Schule anwesend war, fand ein großer kultureller Austausch mit den SchülerInnen statt und wir haben sehr viel von einander gelernt und hatten viel Spaß zusammen.
Wie war die Unterbringung?
Ich wurde in einer Gastfamilie untergebracht. Da die Familien in Mexiko meistens sehr groß sind (bis zu 10 Personen in einem Haus), ist man eigentlich nie alleine. Etwas Privatsphäre zu wahren fällt manchmal sehr schwer.
Außerdem fand ich es persönlich sehr schön zur Abwechslung einmal mehr als nur ein Geschwister zu haben.
Wie sah Dein weltwärts-Alltag aus?
Ein ganz normaler weltwärts-Alltag sah bei mir so aus:
Morgens um acht musste ich in der Schule sein. In der Zeit in der ich keinen Unterricht hatte habe ich den Unterricht vorbereitet, aber mich auch ab und zu am Unterricht anderer LehrerInnen beteiligt. Dienstag und Mittwoch habe ich die ersten zwei Stunden bei der Aufforstung der Schule geholfen. Ich habe Bäume gepflanzt, Blumen gegossen, Unkraut gejätet und die Beete in Ordnung gehalten.
Um zwei Uhr Mittags hatte ich zwei bis drei Stunden Mittagspause in denen ich nach Hause gegangen bin.
Um vier bzw. fünf Uhr bin ich wieder zurück in die Schule gegangen und habe dort viel Zeit zusammen mit den SchülerInnen verbracht.
Gegen sieben oder acht Uhr hatte ich frei. Ich bin entweder nach Hause oder zu FreundInnen gegangen. Ich wurde auch oft von SchülerInnen zum Abendessen eingeladen.
Eine Zeit lang habe ich in einem Chor mitgesungen.
Wie lief die Verständigung?
Anfangs fiel mir die Verständigung mit den Leuten aus dem Dorf bzw. mit meinen SchülerInnen sehr schwer. Dadurch, dass ich noch relativ wenig Sprachpraxis hatte, mussten wir im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen kommunizieren. Nach etwa zwei bis drei Monaten konnte ich mich aber einigermaßen verständigen. Danach wurde es von Woche zu Woche immer besser.
Wie war die Betreuung während Deines Freiwilligendienstes (von Seiten der Partnerorganisation und von Seiten des Projekts)?
Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass die Betreuung während der ganzen Zeit sehr gut war. Bei Problemen konnte ich mich immer an die Partnerorganisation wenden, auch wenn es ganz nach mexikanischer Art manchmal etwas länger mit einer Antwort gedauert hat.
Von Seiten meines Projekts lief es auch sehr gut. Mein Mentor in diesem Fall der Direktor der Schule hat mir deutlich gesagt was er von meiner Arbeit und von mir erwartet, aber war auch sehr entgegenkommend und für vieles sehr offen.
Was waren Deine wichtigsten Erfahrungen während des Freiwilligendienstes?
Eine wichtige Erfahrung für mich war der Austausch und die Begegnung mit den Menschen und vor allem mit den Jugendlichen. Es war interessant zu sehen, wie die Familien leben und ihren Alltag bewältigen.
Eine andere wichtige Erfahrung war zu sehen, wie die Menschen leben. In den Dörfern, in denen ich gelebt habe, herrschen teilweise Zustände wie es bei uns vor hundert Jahren der Fall war; zum Beispiel wäre hier zu nenne, dass es kein fließendes und kein warmes Wasser bzw. manchmal gar kein Wasser gibt, Kleider müssen mit der Hand gewaschen werden, Großfamilien (oft mehr als 10 Kinder) leben auf sehr kleinem Raum zusammen (teilweise nur ein Zimmer und die Betten stehen im Freien (dies war in meinem Dorf häufig der Fall wegen der andauernden Hitze das ganze Jahr über). Auch gab es in meinem Dorf fast nur schlechte Telefonverbindungen und kaum Internetzugang, um nur einen kleinen Teil zu nennen. Das Stadt- Land- Gefälle ist teilweise (so wie es bei mir der Fall war) riesig. Trotz alldem kann ich aber sagen, dass es mir schien, dass die Familien zum großen Teil sehr zufrieden sind mit dem was sie haben.
Hat Deine weltwärts-Teilnahme Konsequenzen für Dein Leben hier?
Ich kann zwar als einzelner Mensch nicht die Welt verbessern, aber man sollte viel differenzierter über die Probleme in Schwellen- bzw. Entwicklungsländern diskutieren und ein Bewusstsein für die Probleme dort schaffen.


