deutsch  
INTERNATIONALE JUGENDGEMEINSCHAFTDIENSTE IJGD

weltwärts in Südafrika 2010-11

Miriam W

Hilltop Empowerment Centre

IT- Assistenz

Sep 2010- Juli 2011

 

Nach meinem Abitur entschied ich mich zunächst einen Freiwilligendienst zu machen. Südafrika hatte schon immer eine gewisse Anziehungskraft auf mich und die Computer- und IT- lastigen Projekte von Hilltop sprachen mich an. Also bewarb ich mich und flog nach zwei Vorbereitungsseminaren von ijgd, sowie einer Linux Schulung (organisiert von Hilltop) gut vorbereitet am ersten September 2010 nach Südafrika, East London.

 

Nach einer Orientierungs auf der Hilltop Farm gab es zwei Veränderungen in meinem neuen Leben: Die Arbeit in meiner Einsatzstelle begann und ich zog um.

 

Die Ebenezer Majombozi High School befindet sich in Mdantsane bei East London. Dort habe ich im Team Klasse acht bis Klasse zwölf unterrichtet. Da diese Einsatzstelle komplett neu initialisiert wurde, dauerte es eine Weile, bis der Computerunterricht seinen Weg in den Stundenplan gefunden hatte. Nachdem das anfängliche Durcheinander beseitigt war, konnten wir durchstarten. Gemeinsam mit meiner Partnerin Grace bzw. Nzali hatten wir pro Tag bis zu sieben Klassen, teilweise bis zu 50 Schüler.

Aber nicht nur Unterricht, der Unterricht sollte auch wohl vorbereitet sein! Es konnte anstrengend sein, aber die Freude der Schüler mit einem Computer zu arbeiten, hat dafür entschädigt. Nicht selten kamen Schüler in ihren Pausen, nach der Schule, um noch mehr Zeit mit dem PC verbringen zu können. Die meisten von ihnen hatten noch nie zuvor einen Computer bedient, somit fingen wir mit Grundlagen wie Mausbedienung, an- und ausschalten an. Nach wenigen Stunden ging es weiter mit Tipptrainer sowie Microsoft Office.

Nach Schulschluss habe ich dem Schulchor beigewohnt; allerdings nicht wegen meines Gesang, sondern weil demnächst ein Wettbewerb anstand, auf dem sie deutsche Lieder vortragen wollten..

Umgezogen bin ich nach Sunset Bay, ein etwas außerhalb von East London gelegenes Plätzchen. Eine Lehrerin meiner Schule betrieb dort ein B&B und beherbergte Grace und mich. Ihr Sohn wohnte auch dort, wodurch wir Kontakt zu Nachbarn und Freunden bekamen. Verpflegen taten wir uns selber. Da Grace gebürtige Simbabwerin ist, erlebte ich ihre Kultur ein wenig so wie die dort am stärksten verbreitete Xhosa- Kultur.

 

Da die Unterkunft leider sehr weit von meiner Schule entfernt war, zog ich nach den Sommerferien im Februar nochmals um. Diesmal ging es nach Parkside zu meiner neuen Gastmutter, die dort alleine wohnte. In Parkside lebten hauptsächlich sogenannte Coloureds, die hauptsächlich Afrikaans sprachen. Da ich mit Dorothy alleine wohnte, hatten wir ein sehr guten und enges Verhältnis, sie ist noch heute wie eine zweite Mutter für mich. Obwohl ich mich eigentlich selber verpflegen sollte (Vegetarier), war sie stets besorgt und kümmerte sich, kochte Beilagen extra für mich. In der neuen Gemeinschaft lebte ich mich schnell ein und fand viele neue Freunde.

 

Trotz einiger kleine Tiefpunkte wie Heimweh, Stagnation in der Einsatzstelle, Überforderung und Ähnlichem hatte ich ein erfolgreiches, aufregendes und lehrreiches Jahr. Nicht nur mein Englisch hat sich verbessert, ich möchte behaupten können, in vielen Bereichen des Lebens Neues erlebt und gelernt zu haben, sei es Konfliktmanagement, Kochen, Umgang mit Computern, Eingewöhnung an neue Situationen und noch so vieles Mehr. Ich habe wundervolle Menschen getroffen! Ich habe ein zweites Zuhause gefunden, sehr anders und weit weg- aber dieses Jahr wird für immer in meiner Erinnerung bleiben!