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Mein EVS in Lettland

Warum denn in Lettland? Diese Frage habe ich vor, während und nach meinem EVS von sämtlichen Letten und Deutschen gehört. Ehrlich gesagt, war es ganz einfach: Ich habe nicht Lettland ausgesucht, Lettland hatte mich ausgesucht. Dort hatte ich eine Projektzusage bekommen, für ein EVS in einem Waldorfkindergarten in einem Dorf namens Adazi bei Riga (ABVS Adazu Free Waldorf School).

Name:BeritAlter:19Einsatzstelle:ABVS Adazu Free Waldorf SchoolInhaltliche Ausrichtung:Waldorfkindergarten

Einmal dort angekommen, war die Arbeit am Anfang aufgrund einiger Missverständnisse etwas schwer, aber das hat sich nach einem Monat etwa ergeben. Im Endeffekt bestand meine Arbeit daraus, mit den Kindern zu spielen, Spielzeuge und Dekoration anzufertigen und sonst bei den anfallenden Aufgaben zu helfen. Später habe ich auch noch eigene Projekte initiiert, z.B. habe ich jeden  Freitag etwas Besonderes mit den Kindern gemacht (z.B. Knete oder Fingerfarbe hergestellt, Bastelarbeiten usw.). Da ich bereits in Deutschland mir etwas Lettisch beigebracht hatte, war auch die Sprache kein allzu großes Problem. (Wenn Letten Ausländer lettisch sprechen hören, meinen sie, dass sie geschockt sind. Niemand erwartet dort, dass jemand ihre Sprache lernt, umso besseren Eindruck macht man dann aber, wenn man sie etwas beherrscht).

Ein EVS besteht aber nicht nur aus der  Arbeit. Das Treffen mit anderen Freiwilligen, das Reisen und die Freizeit gehören natürlich auch dazu. Ich bin sehr viel in und aus Lettland gereist, um  Orte oder Freiwillige in ihren Organisationen zu besuchen. Wir haben als Freiwillige, die im Land geblieben sind, Weihnachten zusammen gefeiert, oder Geburtstage, und dafür dann Ferienwohnungen gemietet. In meiner Freizeit habe ich auch in Riga in einem internationalen Fußballklub gespielt, wo ich dann sehr viele internationale Studenten, aber auch Letten kennengelernt habe.

Natürlich ist aber auch nichts perfekt: Der Kontakt zu Letten, die größtenteils sehr introvertiert sind, ist mir sehr schwer gefallen, und lettische Freunde habe ich erst zu Ende meines EVS gefunden (na toll, und dann muss man wieder abreisen…), anders als vorher erwartet. Dafür habe ich jetzt viele internationale Freunde. Außerdem ist der Winter lang und kalt, und die Bäume waren Ende April größtenteils immer noch nicht grün, da war meine Geduld mit der lettischen Natur schon sehr strapaziert ;P

Jetzt bin ich nach zehn Monaten Lettland wieder in Deutschland, habe so viele tolle Erfahrungen gemacht, habe das Gefühl, so viele neue Möglichkeiten kennengelernt zu haben, bin selbstbewusster und unabhängiger geworden und vermisse meine Freunde und meine Kindergartenkinder und alles. Aber Lettland ist nicht weit, und ich komme bald wieder zu Besuch.

Viele Grüße,

Berit

 

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