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1. Zwischenbericht

Nach nun ca. 2 Monaten hier in Israel, kann ich sagen, dass ich mich mittlerweile eingewöhnt habe und alles zum Alltag geworden ist. Für mich hat es doch eine Weile gedauert, da es doch sehr unterschiedlich zu Deutschland ist und ich anfangs damit nicht so zurechtkam.

Name:AyleenAlter:18Einsatzstelle:Mischkenot JerusalemInhaltliche Ausrichtung:Einrichtung für Menschen mit Behinderungen

Mein erster Eindruck, nachdem wir vom Fahrer unseres Sheruts vom Flughafen mitten in Jerusalem rausgeworfen wurden und keinen Plan hatten, wie wir weiterkommen war, dass es unglaublich heiß, schwül und laut ist. Selbst jetzt, Ende Oktober, waren es manchmal noch über 20 Grad.
Am 1. Tag sind wir erstmal gleich in Altstadt. Das ist wie in einer anderen Welt, bunt, überall Gerufe und Essen.

Dort gehen wir auch jedes Mal wieder hin, wenn uns andere Freiwillige in Jerusalem besuchen, nur im letzten Monat weniger, durch die angespannte Situation in Israel wodurch nicht so viel los ist in der Altstadt.

Unser Viertel, Talpiyot ist sehr schön, ein etwas schickeres Viertel, und die Jungs von der Akim WG wohnen nur die Straße runter, wodurch man viel zusammen macht. Allgemein haben wir Freiwilligen in Jerusalem ein sehr gutes Verhältnis zueinander und haben erst letzte Woche Franks und meinen Geburtstag zusammen gefeiert.
Auch besucht man viel die anderen Freiwilligen. Wie zum Beispiel die Löwenstein Freiwilligen in Ra’anana.
Da konnte man sogar im Oktober am Herzlia Strand noch im Meer baden.

Zu unserer Einrichtung lässt sich sagen, dass es manchmal etwas chaotisch zugeht, aber man ansonsten gut zu Recht kommt. Alle Bewohner sitzen im Rollstuhl, aber manche sind noch mehr manche weniger in der Lage selbstständig zu sein. Es sind auch nur noch 16 Leute die dort wohnen. Eine Bewohnerin ist leider 2 Wochen nach unserer Ankunft gestorben.
Unsere Aufgaben bestehen aus duschen, anziehen, beim Essen helfen, ins Bett bringen, Windeln wechseln, beim Rauchen helfen, mit ihnen einkaufen, zum Friseur oder zur Bank gehen oder auch sie zum Art oder ins Krankenhaus zu begleiten.
Zu den pflegerischen Aufgaben muss ich sagen, dass ich zu Anfang wirklich nicht wusste, wie ich damit zurecht kommen werde, da ich dann doch schon etwas Berührungsängste hatte, da ich sowas noch nie gemacht hatte. Auch deshalb, da unsere Einarbeitung so aussah, dass wir ca. 1 Woche lang den Arbeitern quasi immer hinterher gelaufen sind, um zu schauen, wie sie es machen. Dies war manchmal nicht so einfach, da nicht alle von ihnen Englisch sprechen, aber zum Glück fast alle Bewohner, sodass es trotzdem einigermaßen geklappt hat. Nach der einen Woche sollten wir dann alles selbstständig machen, was jetzt auch schon sehr schnell zur Routine geworden ist.

Da wir direkt in unserer Arbeitsstelle eine kleine Wohnung haben, ergeben sich für uns auch keine Fahrtkosten. Einerseits praktisch, andererseits muss man auch schauen, dass man eine gewisse Distanz zu der Arbeit hat, wenn man nicht Schicht hat. Denn wir kriegen Frühstück, Mittagessen und Abendessen dort in dem Essensraum, wo auch die anderen sind.
Dazu, dass man alle Mahlzeiten bekommt, kann man sich jeden Tag Obst und Kuchen mit hochnehmen, sowie so viel Milch und Brot wie man will. Oft ist es so, dass wir von der Hausmutter oder den anderen Arbeitern viel zu viel Essen in die Hand gedrückt bekommen.

Unsere Wohnung ist klein aber fein. Wir wohnen zu viert. Zwei Jungs und zwei Mädchen. Es gibt eine kleine Küche, ein Bad und jeweils ein Zimmer für uns Mädchen und eins für die Jungs. Unsere Küche kann man eigentlich aber nicht wirklich als Küche bezeichnen, da es keinen Herd sowie keinen Ofen gibt. Leider hat man dadurch auch nie die Möglichkeit mal selber zu kochen. Dafür kann man dann aber immer die Wohnung der Akim Jungs gehen.

Eine Sache, welche mir in Israel noch aufgefallen ist, außer den ganzen Soldaten mit Maschinengewehren, an deren Anblick man sich schnell gewöhnt, dass unglaublich viel gehupt wird, oft auch ohne Grund und alle ständig am Telefon sind und laut telefonieren.
Zum Glück hat uns einer der Bewohner aus unserer Einrichtung, welcher auch deutsch spricht, einen kleinen „Aussichtspunkt“ in der Nähe gezeigt, wo wir öfters hingehen und wo es etwas ruhiger ist. Dort hat man einen tollen Blick auf Jerusalem und kann bei Sonnenuntergang hören wie die Stimmen der Muezzins durch das Tal schallen. Bisher hatte ich eine schöne Zeit hier, ab und zu natürlich mit den einen oder anderen Schwierigkeiten, und freue mich auf die nächsten Monate, die ich in Israel verbringen werde.

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.